Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Schwangere Frau © anna

Schilddrüse und Schwangerschaft

Da eine Schilddrüsenunterfunktion Empfängnisstörungen verursachen und eine Hypothyreose zu gestörter intellektueller sowie körperlicher Entwicklung des Fetus führen kann, sollte die Frau zu Beginn der Schwangerschaft die Schilddrüse untersuchen lassen. Bereits vor und auch während der Schwangerschaft sollte eine normale Schilddrüsenfunktion mit einem TSH-Wert zwischen 0,5 und 2,5 µU/ml liegen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit kommt es zu einem vermehrten Jodbedarf der Mutter.

Jodzufuhr sicherstellen

Üblicherweise ist die kindliche Schilddrüse nach der elften Schwangerschaftswoche bereits in der Lage, Jod, das über die Plazenta vom mütterlichen in den kindlichen Blutkreislauf gelangt, aufzunehmen und selbst Schilddrüsenhormone zu produzieren. Daher sind eine ausreichende Jodzufuhr und eine normale Stoffwechsellage der Mutter für eine normale körperliche und geistige Entwicklung des ungeborenen Kindes unbedingt erforderlich.

Hinweis Während der Schwangerschaft und Stillperiode sind Untersuchungen und Therapien mit radioaktiven Substanzen verboten. Es gibt jedoch Ausnahmen: Untersuchungen mit bestimmten radioaktiven Substanzen (zum Beispiel Technetium-99m) werden unter besonders strenger Indikationsstellung durchgeführt. Erlaubt ist eine medikamentöse Therapie mit Schilddrüsenhormonen, Jod oder Thyreostatika.

Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Das Schwangerschaftshormon Beta-HCG, das in der Frühschwangerschaft in hoher Konzentration im Blut nachweisbar ist, besitzt eine stimulierende Wirkung auf die Schilddrüsenzellen. Dadurch kann es in der Frühschwangerschaft zu einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kommen. In den meisten Fällen verläuft diese jedoch mild und bildet sich ohne medikamentöse Therapie von selbst zurück. Bei Symptomen wie Herzrasen oder Zittrigkeit kann die Gabe eines Betablockers in niedriger Dosierung notwendig sein.

Selten kommt es während der Schwangerschaft auch zu einer Überfunktion im Rahmen einer Basedow’schen Erkrankung. In diesem Fall ist eine Behandlung mit einem Thyreostatikum (hemmt die Schilddrüsenfunktion) erforderlich. Da Medikamente, im Gegensatz zu mütterlichen Schilddrüsenhormonen, von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden, wird die niedrigstmögliche Dosierung gewählt. Eine engmaschige Kontrolle während der gesamten Schwangerschaft ist unbedingt erforderlich.

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende oder während der Schwangerschaft diagnostizierte Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) muss optimal durch eine Hormonersatzbehandlung ausgeglichen werden, da es sonst zu körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes kommen kann. Auch hier sind engmaschige ärztliche Kontrollen erforderlich.

Entzündung der Schilddrüse nach der Geburt

Durch die Schwangerschaft kann es bei der Mutter zu einer antikörperbedingten Entzündung der Schilddrüse (Post-partum-Thyreoiditis) kommen, die typischerweise in den ersten sechs Monaten nach der Geburt auftritt. Zu Beginn kann es durch die Zerstörung von Schilddrüsenzellen und die Ausschüttung der gespeicherten Hormone ins Blut zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) kommen. Die Erkrankung heilt dann entweder vollständig aus oder geht in eine (meist dauerhafte) Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) über.

Die meist nur vorübergehende Überfunktion ist nicht behandlungsbedürftig, im Falle einer Unterfunktion ist eine Hormonersatztherapie erforderlich.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse