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Operativer Eingriff © GordonGrand

Schilddrüsenerkrankungen: Operation

Eine Schilddrüsenoperation erfolgt in Vollnarkose. Bei der herkömmlichen Operation wird die Schilddrüse durch einen quer verlaufenden Schnitt im unteren Halsbereich freigelegt. Falls der „Kropf“ (Struma) tief in den Brustkorb reicht, kann zusätzlich eine Öffnung des Brustbeins (Sternotomie) erforderlich sein. Bei dringendem Verdacht einer bösartigen Geschwulst kann neben der vollständigen Entfernung der Schilddrüse zusätzlich auch die der Halslymphknoten erforderlich sein.

Was wird bei einer Schilddrüsenoperation entfernt?

Bei der Schilddrüsenoperation wird je nach Art der Erkrankung entweder:

  • die gesamte Schilddrüse (Thyroidektomie),

  • ein Lappen (Lobektomie),

  • ein bestimmtes Segment (Teilresektion)

  • oder ein einzelner Knoten (Enukleation) entfernt (diese Operationsmethode wird immer seltener durchgeführt).

Welche Komplikationen können auftreten?

Nach der Operation kann es zu Beschwerden wie leichten Nackenschmerzen, Schwellungen im Halsbereich, Schluckbeschwerden und Heiserkeit kommen, die jedoch meist innerhalb weniger Stunden oder Tage abklingen. Neben den bei allen operativen Eingriffen möglich auftretenden Komplikationen sind bei der Schilddrüsenoperation noch folgende von besonderer Bedeutung:

Der Eingriff kann zu einer Schädigung der Stimmbandnerven führen mit der Folge einer vorübergehenden oder bleibenden Stimmbandlähmung (Recurrensparese). Recurrensparesen treten selten auf. Die einseitige Stimmbandlähmung hat Heiserkeit zur Folge. Bei der beidseitigen Stimmbandlähmung ist mit Atemnot bis hin zur Erstickungsgefahr zu rechnen.

An den Schilddrüsenpolen liegen insgesamt meist vier Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen). Werden bei der Operation die Nebenschilddrüsen versehentlich mit entfernt, führt dies zu einem Abfall des in den Nebenschilddrüsen produzierten Parathormons im Blut. Die Folge ist ein erniedrigter Kalziumspiegel im Blut, der zu Kribbeln in den Händen und Füßen bis hin zu Muskelkrämpfen führen kann. Diese Komplikation tritt bei etwa sieben Prozent der Patientinnen/Patienten vorübergehend auf, bei weniger als einem Prozent dauerhaft. Versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können – werden sie noch rechtzeitig entdeckt – während desselben Eingriffs wieder eingepflanzt werden.

Die Schilddrüse ist stark durchblutet. Nach der Operation kann es zu einem Bluterguss im Hals kommen, der die Luftröhre zusammendrückt und damit die Atmung behindert. In diesem Fall sind eine erneute Öffnung der Wunde und eine Blutstillung erforderlich. Nachblutungen sind allerdings selten. Bei weniger als einem Prozent der Patientinnen/Patienten tritt diese Komplikation auf.

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