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Oberkörper einer Frau vor einem Teller © onoky

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Vorbeugung, Diagnose & Therapie

Bei Nahrungsmittelintoleranzen werden bestimmte Stoffe der Nahrung fehlerhaft verstoffwechselt. Die Verwertung im Körper funktioniert nicht richtig. Fälschlicherweise werden Intoleranzen häufig als Allergien bezeichnet. Da das Immunsystem aber nicht beteiligt ist und keine Antikörperbildung oder andere Lymphozyten-Reaktion stattfindet, sind es keine Allergien . . .

Die Beschwerden können jenen bei Allergien jedoch sehr ähnlich sein. Bei Intoleranzen sind bestimmte Enzyme bzw. Transportmechanismen im Darm nicht ausreichend vorhanden bzw. defekt.

Das bekommt mir nicht!

Die fehlerhafte Verstoffwechslung von z.B. Milch- oder Fruchtzucker oder des Aminosäurenabbauprodukts Histamin sind die häufigsten Intoleranzen. Dabei kommt es zu leichten bis schweren körperlichen Beschwerden. Meist äußern sich diese im Bereich des Magen-Darm-Trakts, aber auch in anderen unspezifischen Symptomen.

Nahrungsmittelintoleranzen sind wesentlich häufiger als echte Nahrungsmittelallergien. Betroffene können nach bestimmten Anpassungen der Ernährungsweise ein beschwerdearmes und nur wenig eingeschränktes Leben führen.

Hinweis Informationen über Diagnose und Therapie von Unverträglichkeiten können eine persönliche Beratung verbunden mit einer Diagnosestellung durch eine Ärztin/einen Arzt, möglicherweise unter Zuziehung einer Diätologin/eines Diätologen, nicht ersetzen. Selbstdiagnosen können leicht zu Mangel- und Fehlernährung führen.


Diagnose von Nahrungsmittelintoleranzen

Schwierig gestaltet sich die Diagnose von Intoleranzen wie jenen auf Laktose und Histamin bzw. der Fruktosemalabsorption. Bei diesen Unverträglichkeiten fällt ein Allergietest negativ aus, da das Immunsystem nicht beteiligt ist und im Körper keine Antikörper gebildet werden. Das Führen eines Ernährungstagebuchs liefert der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt aufschlussreiche Informationen.

Tests auf Nahrungsmittelintoleranzen

Da es sich bei den Nahrungsmittelintoleranzen um keine Allergien handelt, unterscheiden sich die Diagnosemethoden von einem konventionellen Allergietest. Die Gruppe dieser Unverträglichkeiten weist eine große Vielfalt auf, die sich auch bei der Diagnosefindung widerspiegelt. Je nach Verdacht kommen unterschiedliche Tests wie Blut-, Atem oder Gewebetests (z.B. Biopsie) zum Einsatz.

Vorsicht vor unseriösen Tests

Diverse angebotene Tests auf Nahrungsmittelintoleranzen, die auf der Bestimmung des Antikörpers Immunglobulin-G (IgG) basieren, werden zum heutigen Stand der Wissenschaft als ungeeignet eingestuft. Diese Tests zeigen nach aktuellen Erkenntnissen keine krankmachenden Vorgänge an. Von solchen Tests sollte daher Abstand genommen werden.

Hinweis Die Entstehung des IgG nach dem Essen ist eine natürliche, vorübergehende Reaktion des Körpers und sagt daher nichts über eventuelle Nahrungsmittelintoleranzen aus.

Therapie von Nahrungsmittelintoleranzen

Die Therapie der Nahrungsmittelintoleranzen besteht darin, die Aufnahme bestimmter problematischer Stoffe über die Nahrung zu verringern oder zu vermeiden. Eine allgemeine Ernährungsempfehlung für Intoleranzen gibt es nicht.

Individuelle Diät

Bei den Intoleranzen kommt es auf die individuelle Ausprägung der Erkrankung bzw. Verträglichkeit der Nahrung an, wie streng eine Diät eingehalten werden muss. So werden von manchen Laktoseintoleranten kleine Mengen an Milchzucker durchaus vertragen.

So können Sie vorbeugen

Stillen ist mit Abstand die beste Vorbeugemaßnahme gegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Allergien oder Intoleranzen. Laut Österreichischen Beikostempfehlungen ist ausschließliches Stillen für die ersten Lebensmonate ohne zusätzliches Zufüttern fester Nahrung der ideale Schutz.

Empfohlen wird ausschließliches Stillen für die ersten Lebensmonate. Beikost sollte in dieser Zeit nicht verabreicht werden. Die Einführung von Beikost (feste Nahrung) sollte um den 6. Lebensmonat erfolgen, nicht jedoch vor der 17. Lebenswoche und nicht nach der 26. Lebenswoche. Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährung von Säuglingen.

Den Körper „trainieren“

„Bestimmte Lebensmittel wie Fisch oder Ei galten bisher im Hinblick auf die Allergieentwicklung als kritische Nahrungsmittel. Neueste Erkenntnisse der Wissenschaft zeigen, dass sich durch den Kontakt kleiner Mengen vieler verschiedener Nahrungsmittel der Körper besser darauf einstellt und einer Allergie sogar vorgebeugt werden kann. Diese Empfehlung gilt für alle gestillten und nicht gestillten Kinder, mit oder ohne genetischer Vorbelastung: keine Verbote oder Einschränkungen“, so die Österreichischen Beikostempfehlungen.

Hinweis Herkömmliche Milch, auch in gewässerter Form, ist für Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht geeignet. Auch Reis- oder Mandelmilch sollte nicht verabreicht werden.

Tipps zu Vorbeugung

  • Können Kinder mit erhöhtem Allergierisiko nicht gestillt werden, sollte sogenannte HA-Nahrung (HA = hypoallergen) gefüttert werden (30-prozentiges Allergierisiko für das Kind, wenn ein Elternteil allergisch ist, 60-prozentiges, wenn beide Eltern allergisch sind).
  • Lebensmittel wie Fisch, Nüsse und Eier können als Beikost gegeben werden. Eier und Fisch sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden (70 bis 80 Grad für mindestens zehn Minuten). Wichtig ist, den Fisch vorher von Gräten zu befreien. Bei Nüssen ist zu beachten, dass diese nur in fein vermahlener Form gegeben werden sollten, um ein mögliches Einatmen zu verhindern.
  • Das Meiden sogenannter allergener Nahrungsmittel hat keinen vorbeugenden Effekt. Im Gegenteil wird in neuen Studien empfohlen, mit dem Zufüttern noch während des Stillens, also im 4. Monat, zu beginnen. Dasselbe gilt für die Schwangerschaft, wo weder Fisch, Erdnüsse oder andere Nahrungsmittel gemieden werden sollen.
  • Der Kontakt mit Gluten zwischen Anfang des 5. und 7. Monats wird laut Österreichischen Beikostempfehlungen nahegelegt. Am Anfang sollen dem Baby pro Tag jedoch nicht mehr als sieben Gramm glutenhaltige Getreideprodukte gefüttert werden. Während der Einführung glutenhaltiger Getreidesorten kommt dem Stillen eine besondere Bedeutung zu. Das Weiterstillen trägt zur Vorbeugung von Zöliakie und Weizenallergie bei. Treten Anzeichen wie übelriechender Durchfall oder auffällige Bauchschmerzen auf, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Hinweis Fischportionen im ersten Lebensjahr können sogar der Entwicklung allergischer Erkrankungen vorbeugen.

Weitere Information zur Einführung von Beikost erhalten Sie unter Ernährung von Säuglingen.

Information bietet zudem die Website Richtig essen von Anfang an! – ein Kooperationsprojekt von Gesundheitsministerium, AGES und Hauptverband der Sozialversicherungsträger. 
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