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Frau beim Training © fotolia/ISO K° - photography

Diabetes: Vorbeugung

Diabetes entwickelt sich immer über einen längeren Zeitraum. Ein Typ-2-Diabetes wird von bestimmten Vorzeichen und Vorstufen begleitet. Sie geben den Betroffenen die Chance gegenzusteuern, bevor sich die chronische Stoffwechselstörung gebildet hat und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Zu einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung muss es nicht kommen. Denn bei der Entstehung spielen mehrere Faktoren zusammen, die zu einem wesentlichen Teil vom Lebensstil abhängen. Eine wichtige Rolle spielen Übergewicht und Bewegungsmangel. Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, kann also persönlich beeinflusst und gesenkt werden. Durch gezielte Gesundheitsvorsorge kann Typ-2-Diabetes vermieden werden . . .

Im Gegensatz zu Typ-2-Diabetes gilt die Entstehung eines Typ-1-Diabetes als nicht beeinflussbar. Hier liegt eine Autoimmunerkrankung zugrunde, die sich nicht vorher durch erkennbare körperliche Symptome ankündigt. Daher kennt die Medizin beim Typ-1 keine Möglichkeit, das Auftreten zu verhindern. Allerdings ist eine frühzeitige Diagnose bei den ersten Anzeichen von Typ-1-Diabetes sehr wichtig, um eine schwere Stoffwechselentgleisung durch rasche medizinische Behandlung zu verhindern.

Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Zu den Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes zählen:

  • Vererbung: Ist bei einem Elternteil ein Typ-2-Diabetes aufgetreten, ist das Risiko um rund 40 Prozent erhöht. Sind beide Elternteile an Diabetes erkrankt, ist das Risiko um rund 80 Prozent erhöht.
  • Übergewicht mit hohem Bauchfett-Anteil: Bauchumfang gemessen in Nabelhöhe bei Männern größer oder gleich 94 cm und bei Frauen größer oder gleich 80 cm, Body-Mass-Index (BMI) größer oder gleich 25. 
  • Bewegungsmangel in Verbindung mit jahrelanger Überernährung: Trägt wesentlich dazu bei, den angeborenen Zucker-Stoffwechsel zu verändern, bis sich die Insulinproduktion erschöpft.
  • Bluthochdruck (RR systolisch größer 140 mmHg, diastolisch größer 85 mmHg),
  • erhöhte Blutfette,
  • früherer Schwangerschaftsdiabetes,
  • Rauchen,
  • Alter (über 45 Jahre),
  • ungesunde Ernährung (mit wenig Gemüse und Obst),
  • hohes (mehr als 4.500 Gramm) oder niedriges Geburtsgewicht sowie
  • gestörte Nüchternglukose oder gestörte Glukosetoleranz zu einem früheren Zeitpunkt.

Wie hoch ist Ihr Risiko für Typ-2-Diabetes?

Ihre persönliches Diabetes-Risiko können Sie mit dem Online-Test der Sozialversicherung ermitteln. Im Programm der Vorsorgeuntersuchung ist eine ärztliche Untersuchung des Typ-2-Diabetes-Risikos enthalten. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes festgestellt, sind Veränderungen der Lebensgewohnheiten die wirkungsvollste Maßnahme, um eine chronische Stoffwechselstörung zu verhindern. Besonders das Metabolische Syndrom ist ein deutliches Warnzeichen für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes.

Um Ihr Diabetes-Risiko zu senken, erarbeitet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen persönliche Ziele, z.B. das Körpergewicht zu reduzieren, die Blutfette (vor allem Triglyzeride und Cholesterin) zu senken oder den Blutdruck zu normalisieren. Die Ärztin oder der Arzt kann Sie auch darüber beraten, wie Sie diese Ziele erreichen und welche Maßnahmen für Sie am besten passen. Zur Unterstützung kann auch eine medikamentöse Behandlung ärztlich verordnet werden. Nach einiger Zeit kontrolliert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Erfolg der Maßnahmen.

So vermeiden Sie Diabetes

Änderungen im Lebensstil können selbst bei Personen mit hohem Risiko und gestörter Glukosetoleranz das Auftreten von Typ-2-Diabetes vermeiden. Zu einem gesunden Lebensstil gehören: 

Ausgewogene Ernährung

Eine gesunde, fettarme Mischkost, die reich an komplexen (schwer aufspaltbaren) Kohlenhydraten und Ballaststoffen ist, beugt der Entstehung von Typ-2-Diabetes vor, aber auch  vieler anderer Wohlstandserkrankungen. Für eine gesunde ausgewogene Ernährung dient die österreichische Ernährungspyramide als Hilfestellung.

Regelmäßige Bewegung

Personen mit erhöhtem Typ-2-Diabetes-Risiko sollten laut Empfehlungen von Expertinnen/Experten regelmäßig Bewegung machen – und zwar: 30 Minuten pro Tag oder 150 Minuten pro Woche moderate körperliche Aktivität. Dieses Bewegungspensum gilt auch für Personen, bei denen eine Diabetes-Vorstufe (z.B. gestörte Glukosetoleranz, Metabolisches Syndrom) diagnostiziert wurde, und es hilft gesunden Menschen, Krankheitsrisiken zu vermeiden. Weitere Informationen finden Sie unter gesunde Bewegung.

Normalgewicht halten

Zur Vermeidung von Typ-2-Diabetes ist im Erwachsenenalter eine größere Gewichtszunahme zu vermeiden – insbesondere junge Erwachsene sollten darauf achten. Halten Sie im Erwachsenenalter Ihr Gewicht relativ stabil und im Normalbereich (BMI 18,5 bis < 25 kg/m²). Weitere Informationen finden Sie unter Gesund abnehmen.

Nicht rauchen

Bei Erwachsenen erhöht Rauchen die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, ungefähr um das Doppelte. Auch Passivrauchen ist gefährlich. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist daher ein wichtiger Schritt, um das Diabetes-Risiko zu senken. Außerdem erhöht Rauchen bei Personen, die schon an Typ-2-Diabetes leiden, das Risiko von Komplikationen um ca. das Doppelte bis Dreifache. Hier finden Sie weitere Informationen zum Rauchstopp.

Wohin kann ich mich wenden? 

Bei der Vorsorgeuntersuchung prüft die Ärztin oder der Arzt das Diabetes-Risiko und erstellt gemeinsam mit Ihnen ein Maßnahmenprogramm, um ein eventuell erhöhtes Risiko zu senken. Weitere Informationen finden Sie unter Arztsuche.

Angebote Ihres Sozialversicherungsträgers zur Gewichtsreduktion, Ernährungsberatung und Raucherentwöhnung oder spezielle Diabetes-Vorsorgeprogramme finden Sie auf der Website der Sozialversicherungsträger (bitte wählen Sie Ihre Krankenkasse aus).

Information und Beratung zum Thema Raucherentwöhnung bietet auch das Rauchfrei Telefon.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. einer ärztlichen Verordnung) werden die Kosten für die Ernährungsberatung oder andere Programme zur Diabetes-Vorsorge von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bitte wenden Sie sich für nähere Informationen an Ihren Sozialversicherungsträger.   

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