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Frau in Unterhose © kei907

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Die weiblichen Geschlechtsorgane dienen der Fortpflanzung, dem sexuellen Lustempfinden und spielen einen wichtige Rolle bei der Hormonregulation. Man unterscheidet zwischen äußeren und inneren Geschlechtsorganen. Diese zählen zu den primären Geschlechtsmerkmalen, da sie bereits bei der Geburt vorhanden sind. Sekundären Geschlechtsmerkmalen sind u.a. die Brüste sowie Achsel- und Schamhaare. Sie entwickeln sich erst zum Zeitpunkt der Pubertät, als Folge der vermehrt im Körper produzierten Geschlechtshormone. Die tertiären Geschlechtsmerkmale zeigen sich im psychischen, kulturspezifischen und sozialen Verhalten . . .

Hinweis Primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale sind biologisch festgelegt. Sie bestimmen, ob ein Mensch männlich oder weiblich ist. Tertiäre Geschlechtsmerkmale sind kulturell festgelegt und bestimmen, ob ein Mensch maskulin oder feminin ist.

Äußere Geschlechtsorgane

Die äußeren Geschlechtsorgane der Frau befinden sich in der Schamgegend und umfassen die Vulva und die weibliche Harnröhre. Die Vulva setzt sich zusammen aus:

  • kleine und große Schamlippen (Labien),
  • Venushügel (mons pubis),
  • Klitoris (Kitzler),
  • Scheidenvorhof (Vestibulum) mit den Vorhofdrüsen (Bartholin-Drüsen) und
  • Scheideneingang (Introitus vaginae).

Die großen und die kleinen Schamlippen bedecken den Harnröhrenausgang und die Vagina. Die großen Schamlippen umschließen die Schamspalte und sind altersabhängig mehr oder weniger dicht behaart. Die kleinen Schamlippen sind dünne, unbehaarte gerunzelte Hautfalten die – je nach Länge – in der Schamspalte verborgen liegen oder nach außen ragen. Die kleinen Schamlippen bilden die Klitoris. Diese besteht aus Schwellkörpern und ist mit sensiblen Nerven ausgestattet und daher besonders berührungsempfindlich. Im unteren Drittel der großen Schamlippen sind die beiden Bartholin-Drüsen eingebettet. Sie befeuchten mit ihrem schleimigen Sekret den Scheidenvorhof. Nach vorne wird die Vulva durch den Venushügel und nach hinten durch den Damm (Region zwischen Schamspalten und After) begrenzt. Bei Jungfrauen (Frauen die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten) ist die Mündung der Vagina in den Scheidenvorhof durch eine dünne Schleimhautfalte – das Hymen (Jungfernhäutchen) – verengt.

Hinweis Größe und Form der Vulva sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, sowohl die Größe der äußeren Schamlippen wie auch der Klitoris können stark variieren. Zudem sind die Schamlippen bei manchen Frauen nach innen, bei manchen nach außen gestülpt.

Schambehaarung

Die Schambehaarung, die in der Pubertät anfängt zu sprießen, gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen und hat seine natürliche Berechtigung. Sie schützt die Köperöffnung Vagina durch Absonderung von Immunstoffen vor Keimen und trägt unter anderem  zu einem gesunden Vaginalmilieu bei. Die Haare der Genitalregion sind auch „Duftträger“ der Absonderungen der dort befindlichen Drüsen und sie tragen auch dazu bei, den individuellen weiblichen Duft der Genitalregion zu vermitteln.   








Innere Geschlechtsorgane

Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane liegen geschützt im kleinen Becken. Zu ihnen zählen die

  • Scheide (Vagina),
  • Gebärmutter (Uterus),
  • Eileiter (Tuben) und
  • Eierstöcke (Ovarien).

Hinweis Eierstöcke und Eileiter werden zusammen auch als Adnexe (Anhangsgebilde) bezeichnet.


Vagina

Die Scheide (Vagina) ist ein Schlauch aus Muskel- und Bindegewebe von etwa zehn Zentimetern. Die Wände der Scheide liegen dicht beieinander, können sich jedoch bei Bedarf stark dehnen (z.B. beim Geschlechtsverkehr oder bei der Geburt eines Kindes). In das hintere Ende der Scheide ragt der Gebärmutterhals mit dem Muttermund hinein. Die Vagina ist von einer faltigen Schleimhaut überzogen, die aus mehreren Zellschichten besteht. In diesen Zellschichten ist Zucker (Glykogen) eingelagert. Denn nur wenn genügend Zucker vorhanden ist, können die sogenannten Döderlein-Bakterien Milchsäure produzieren und dadurch in der Scheide für einen sauren pH-Wert sorgen. Dieses physiologische Scheidenmilieu bildet einen Schutz vor aufsteigenden Infektionen.

Gebärmutter

Am Ende der Scheide geht es über den Muttermund in die Gebärmutter (Uterus). Sie wird nach ihrer Hauptaufgabe in der Medizin auch als „Fruchthalter“ genannt, der während der Schwangerschaft die „Leibesfrucht (Embryo, Fetus) beherbergt. Liegt keine Schwangerschaft vor, ist die Gebärmutter ein muskulöses, birnenförmiges Organ von ca. acht bis zehn Zentimeter Länge. Sie wiegt ca. zwischen 50 und 80 Gramm.

Hinweis Bei Frauen, die bereits mehrfach geboren haben, ist die Gebärmutter etwas größer.


Lage der Gebärmutter

Die Gebärmutter liegt im kleinen Becken zwischen Harnblase und Rektum. Sie gliedert sich in zwei Abschnitte:

  • Gebärmutterkörper (Corpus uteri): breiter oberer Teil der Gebärmutter, der aus kräftiger Muskulatur besteht. Die Oberkante des Corpus uteri wird Fundus genannt.
  • Gebärmutterhals (Cervix uteri): walzenförmiger untere Teil, der aus straffen Bindegewebe und glatter Muskulatur besteht. Er enthält schleimproduzierende Drüsen, deren Sekretion zyklusabhängig ist. Der Gebärmutterhalskanal (Zervikalkanal) führt zum äußeren Muttermund (Portio) der in die Scheide mündet. Von dort werden im Falle der Krebsvorsorgeuntersuchung (Abstrich nach Papanicolau (PAP) „Krebsabstrich“) Zellen entnommen und unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.

Um den Uterus vor aufsteigenden Infektionen zu schützen, ist der Gebärmutterhals durch einen Pfropf aus zähem Schleim verschlossen. Während der fruchtbaren Tage verflüssigt sich dieser Schleim und der Zervikalkanal öffnet sich um wenige Millimeter um das Aufsteigen der Spermien zu ermöglichen.

Die Gebärmutter besteht aus drei Schichten:

  • Perimetrium: äußere Umkleidung mit Bauchfell,
  • Myometrium: dicke Mittelschicht aus glatten Muskelzellen, reich an Blutgefäßen,
  • Endometrium: innen liegende Schleimhaut, welche die Gebärmutterhöhle auskleidet.

Die Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium) wird durch den Einfluss von Hormonen regelmäßig auf- und abgebaut. Kommt es innerhalb eines Zyklus nicht zur Befruchtung einer Eizelle, wird die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut durch hormonelle Steuerung wieder abgestoßen und zusammen mit dem Blut der zerrissenen Schleimhautgefäße als Regelblutung (Menstruation) ausgeschieden. Dazu zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter (Myometrium) zusammen und presst das abgestoßene Gewebe in die Scheide. Hierdurch entstehen unter anderem die Regelschmerzen, welche von Frau zu Frau in Stärke, Dauer und Häufigkeit sehr unterschiedlich ausfallen können. Findet hingegen, eine Befruchtung statt, so kann sich der Frühembryo in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Eierstöcke

Die Eierstöcke (Ovarien) sind paarartig angelegt und liegen rechts und links im Becken in der Nähe der Eileiterenden. Sie sind ca. drei bis fünf Zentimeter groß. Die Aufgabe der Eierstöcke besteht darin, Hormone (v.a. Östrogene, Progesteron) und befruchtungsfähige Eizellen zu bilden. Die im Eierstock produzierten Östrogene führen unter anderem zum monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium).

Bereits von Geburt an befinden sich in beiden Eierstöcken rund eine Million unreifer Eizellen. Danach werden keine Eizellen mehr gebildet. Bei Erreichen der Geschlechtsreife sind in jedem Eierstock noch etwa 200.000 bis 300.000 Eizellen vorhanden. Davon gelangen maximal 400 bis 500 bis zum Eisprung. Von diesem Vorrat reift in den fruchtbaren Jahren der Frau ungefähr einmal im Monat eine Eizelle in einem Eibläschen (Follikel) heran. Diese wird vom Eierstock ausgestoßen (Eisprung) und vom Fimbrientrichter des Eileiters aufgenommen. Nach dem Eisprung bildet sich im Eierstock, dort wo die Eizelle herangereift ist, ein Gelbkörperhormon - produzierendes Bläschen. Diese kleine Zyste produziert hauptsächlich das Hormon Progesteron. Kommt es in den ersten acht Tagen nach dem Eisprung zu keiner Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, so beginnt sich der Gelbkörper wieder zurückzubilden und die Menstruationsblutung setzt ein.

Hinweis Nach den Wechseljahren (Klimakterium) mit dem Ende der Eireifung (Menopause) verkleinern sich die Eierstöcke.

Eileiter

Am oberen Ende mit der Gebärmutter verbunden liegen rechts und links die beiden Eileiter (Tuben). Sie sind etwa zehn bis 15 cm lang und an ihren freien Enden trichterartig erweitert (Fimbrien). Die Eileiter stellen die Verbindung zwischen der Gebärmutter und den Eierstöcken dar. Die Eileiter nehmen die Eizelle nach dem Eisprung (Ovulation) auf und transportieren sie in Richtung Gebärmutter. Gegebenenfalls findet die Befruchtung im Eileiter statt. Die befruchtete Eizelle (Zygote) nistet sich dann im Normalfall in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ein und die Menstruationsblutung bleibt nach zwei Wochen aus.

Hinweis Erfolgt die Einnistung bereits im Eileiter, so spricht man von einer Eileiterschwangerschaft, diese ist mit dem Leben des Embryos nicht vereinbar.

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