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Frau mit Kopfschmerzen © Photographee.eu

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Viele Frauen leiden oft schon an den „Tagen vor den Tagen“ an Bauch- oder Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Spannungsgefühl in den Brüsten. Aber auch Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen, Schlaf- und Verdauungsprobleme können auftreten. Bei manchen Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie während dieser Zeit ihren normalen Alltagsaktivitäten nicht nachgehen können. In der Medizn spricht man von einem prämenstruellen Syndrom (PMS) . . .

Symptome

Die Symptome sowie der Schweregrad sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Sie setzen mehr oder weniger regelmäßig vor der Periode ein und klingen normalerweise wieder ab, sobald die Menstruation einsetzt. Sie können jedoch auch noch über die ersten Tage der Periode andauern. Man unterscheidet zwischen körperlichen und psychischen Symptomen.

Körperliche Symptome:

  • Wasseransammlung im Gewebe und Extremitäten
  • Unterbauchkrämpfe
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Müdigkeit und Erschöpfungszustände
  • Spannungsgefühl in den Brüsten, Händen und Füßen
  • Migräne
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Kreislaufbeschwerden

Psychische Symptome:

  • Stimmungsschwankungen
  • Depression
  • Aggressivität
  • Antriebslosigkeit
  • Angstzustände
  • Grundloses Weinen
  • Vermindertes Selbstwertgefühl


Hinweis Bei einem starken prämenstruellen Syndrom mit deutlichen Auswirkungen auf die Psyche (z.B. Depression, Angstzustände) wird in der Medizin von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) gesprochen.

Ursachen

Warum es zu einem PMS kommt, ist bisher noch nicht geklärt. Expertinnen und Experten vermuten ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine mögliche Ursache für das Auftreten des prämenstruellen Syndroms kann die hormonelle Umstellung während der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung und der einsetzenden Periode sein. Offenbar steigt die Neigung zum PMS, wenn in der zweiten Zyklushälfte das Gelbkörperhormon Progesteron zu viel oder zu wenig produziert wird, während gleichzeitig die Östrogenausschüttung abfällt. Zudem kommt es in der zweiten Zyklushälfte zu einem natürlichen Anstieg des Hormons Prolaktin. Diese hormonellen Veränderungen können PMS-typische körperliche und psychische Beschwerden wie z.B. Wassereinlagerungen im Gewebe verursachen.

Hinweis Wird der Übergang in die zweiten Zyklushälfte und die Periode durch Medikamente verhindert, bleiben die Beschwerden durch das PMS aus.

Warum die eine Frau vom PMS betroffen ist und die andere bei identischer hormoneller Situation nicht, ist noch unklar. Bei der Vielfalt an Symptomen wird jedoch eine einzige Ursache ausgeschlossen. Vielmehr handelt es sich um eine multifaktoriell bedingte Störung, d.h., mehrere Faktoren sind für die Beschwerden verantwortlich. Expertinnen und Experten sprechen von einer psychoendokrinen Dysfunktion – eine Fehlfunktion, deren Ursachen in der hormonellen Steuerung, in der Psyche sowie im Nervensystem zu suchen sind.

Diagnose

Die Diagnosestellung ist nicht einfach, da die Symptome sowie Art und Stärke der Beschwerden bei jeder betroffenen Frau unterschiedlich sind und auch andere Ursachen haben können. Um sicher festzustellen zu können, dass es sich um ein PMS handelt und nicht um andere Erkrankungen, erkundigt sich die Ärztin/der Arzt über die Beschwerden und wann diese genau auftreten. Typisches Merkmal aller PMS-Symptome ist ihre zeitliche Abhängigkeit vom Menstruationszyklus.

Therapie

Es stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sich nach dem individuellen Beschwerdebild und dem Schweregrad richten. 

Medikamentöse Therapie:

  • Schmerzmittel: Bei manchen Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie Schmerzmittel (Analgetika) benötigen. Die Schmerzbehandlung sollte ausschließlich nur in Abstimmung mit einer Ärztin/einem Arzt erfolgen.
  • Gelbkörperhormon und Gestagene: diese werden vor den beschwerlichen Tage verabreicht (zyklische Gabe; nur in Abstimmung mit der Ärztin/dem Arzt)
  • Ovulationshemmer: Manchmal können auch hormonelle Verhütungsmittel eine Linderung der Beschwerden verschaffen. Die hormonellen Mittel unterdrücken die Produktion bestimmter körpereigener Hormone. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, welches hormonelle Verhütungsmittel für Sie infrage kommt.
  • Entwässernde Medikamente: Bei Frauen, die während dieser Zeit Wassereinlagerungen und Spannungsgefühle in den Brüsten haben, können entwässernde Medikamente (Diuretika) zum Einsatz kommen. WICHTIG: Diuretika können unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen. Es kann auch ein Gewöhnungseffekt eintreten, sodass der Körper mehr Wasser einlagert, wenn man diese Medikamente wieder absetzt. Daher sollten diese Medikamente nur in Absprache mit einer Ärztin/einem Arzt eingenommen werden.
  • Antidepressiva: Arzneimittel gegen Depressionen kommen meist nur dann zum Einsatz, wenn es sich um eine PMDS handelt.

Neben den medikamentösen Therapiemöglichkeiten können auch pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel zur Linderung von PMS-Beschwerden zur Anwendung kommen. Dazu zählen u.a.:

Hinweis Für die genannten Präparate bzw. Nahrungsergänzungsmittel zur Linderung der Beschwerden gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg.

Selbsthilfetipps zur Linderung der PMS-Beschwerden:

  • Sport & Bewegung: haben günstigen Einfluss auf das prämenstruelle Syndrom – insbesondere bei Wassereinlagerungen. Durch körperliche Aktivitäten kann das im Körper vermehrt eingelagerte Wasser schneller abtransportiert werden. Gleichzeitig bewirkt die Bewegung eine erhöhte Durchblutung und lindert Krämpfe in der Gebärmutter. Dadurch können Schmerzen im Unterbauch und Rücken gelindert werden.
  • Ernährung: Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann bei PMS ebenfalls eine wirksame Besserung erzielen (weniger Salz, Zucker, Koffein, dafür mehr Vitamine und Mineralien).
  • Alkohol und Nikotin: völliger Verzicht bzw. stark eingeschränkter Konsum
  • Entspannungsübungen
  • ausreichend Schlaf

Hinweis Die Wirkung dieser Maßnahmen ist wissenschaftlich nicht gut untersucht. Jede Frau kann jedoch für sich selbst ausprobieren, ob bestimmte Verhaltensänderungen ihre PMS-Beschwerden lindern.

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