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Symbol-Illustration der weiblichen Geschlechtsorgane © sognolucido

Eierstock-/Eileiterentzündung: Was ist das?

Entzündungen von Eileiter (Tube) und Eierstock (Ovar) treten oft gleichzeitig und doppelseitig auf und werden als Adnexitis bezeichnet. Meist können etwa auch das Endometrium oder das Bauchfell zeitgleich entzündet sein. Ist dies der Fall, spricht man von „Pelvic Inflammatory Disease (PID)“. Sowohl Adnexitis als auch PID sollten möglichst frühzeitig behandelt werden, da mehrere Komplikationen (zum Beispiel unerfüllter Kinderwunsch) auftreten können. Allerdings wird häufig ein symptomarmer beziehungsweise -freier Verlauf beobachtet. Dennoch sind Folgeschäden möglich.

„Pelvic Inflammatory Disease (PID)“

Das PID ist eine komplexe Erkrankung. Darunter versteht man die Kombination aus:

  • Endometritis: Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium);
  • Salpingitis: Entzündung der Eileiter (Tuben);
  • Tuboovarialabszess: Abszess der Eileiter und Eierstöcke (Ovarien);
  • Pelviperitonitis: Entzündung des Bauchfells (Peritoneum) im kleinen Becken.

Bakterielle Infektion

Vor allem sexuell aktive Frauen können von Adnexitis/PID betroffen sein. In den meisten Fällen wird diese durch eine bakterielle Mischinfektion ausgelöst. Zu den Verursachern zählen z.B. Chlamydia trachomatis, Gonokokken, Streptokokken, Enterokokken und Anaerobier.

Begünstigende Faktoren sind:

  • Menstruation,
  • Operationen im Urogenitalbereich,
  • gestörtes Scheidenmilieu („Vaginalflora“) sowie
  • Mangel an Östrogen.

Die Bakterien steigen meist von der Haut bzw. Scheide und Gebärmutter zu den Eileitern und Eierstöcken auf (aszendierende Infektion). Absteigende Infektionen greifen von Nachbarorganen, z.B. dem Darm, auf die inneren weiblichen Geschlechtsorgane über. Sonderformen von Eileiter-/Eierstockentzündung sind die Aktinomykose (Infektion mit Aktinomyzeten) sowie die Genitaltuberkulose.

Tipp Die Verwendung von Kondomen kann vor Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane schützen.

Mögliche Komplikationen

Eine unbehandelte oder zu spät behandelte Anexitis/PID kann kompliziert verlaufen u.a. mit:

  • Folgeschäden und Verwachsungen an Eileitern: Da die Befruchtung im Eileiter stattfindet, ist ein nicht intakter Eileiter eine mögliche Ursache für unerfüllten Kinderwunsch. Je häufiger diese Entzündungen stattfinden, desto höher ist das Risiko, unfruchtbar zu werden. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen Eileiterschwangerschaft.
  • Hydrosalpinx: Flüssigkeit im Eileiter bläht diesen bis zu zehn Zentimeter auf.
  • Eitrige Entzündungen: Ansammlung von Eiter im Eileiter (Pyosalpinx) oder im Douglas-Raum (Douglas-Abszess).
  • „Frozen pelvis“: Bei dieser besonders schweren Folgeerscheinung von Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke kommt es zu einer kompletten Verwachsung des kleinen Beckens mit wucherndem Gewebe (auch z.B. bei Endometriose).

Bei Infektionen mit toxinbildenden Bakterien (z.B. Clostridien) kann es unter Umständen zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. So wurde etwa das seltene Toxische Schocksyndrom bei der Verwendung von Tampons und zeitgleicher Staphylococcus-aureus-Infektion beobachtet.

Generell sind anhaltende Unterbauchschmerzen bei chronischen Entzündungen von Tube und Eierstock möglich.

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