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Frau unterhält sich mit Ärztin © corbis_infinite

Eierstock-/Eileiterentzündung: Diagnose & Therapie

Ausfluss und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auf eine Eileiter-/Eierstockentzündung hinweisen. Manchmal verläuft diese jedoch schleichend und unbemerkt. Aufgrund der möglichen Komplikationen (etwa Unfruchtbarkeit) wird bei Verdacht sofort eine antibiotische Behandlung begonnen.

Symptome

Bei Adnexitis/PID(„Pelvic Inflammatory Disease“) kommt es meist zu Schmerzen im Unterbauch sowie Ausfluss aus der Scheide. Zudem wird der Geschlechtsverkehr oft als schmerzhaft empfunden (Dyspareunie), auch Blutungsstörungen und Fieber sind möglich. Häufig bestehen zeitgleich eine Scheidenentzündung (Kolpitis) sowie ein Harnwegsinfekt.

Hinweis Bei einer Chlamydieninfektion können die Symptome ausbleiben beziehungsweise nur leicht merkbar sein. Dennoch sind Folgeschäden an den Eileitern möglich.

Diagnose

Nach einer Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) erfolgt eine gynäkologische Untersuchung. Zeigen sich Symptome wie etwa Ausfluss oder Schmerzen, wird ein Abstrich der Schleimhaut der Scheide sowie rund um den Gebärmutterhals vorgenommen. Daraufhin erfolgen bakteriologische Tests sowie zytologische Untersuchungen im Labor. Nicht alle Keime lassen sich direkt nachweisen (z.B. Anaerobier). Meist ist die Scheidenflora beeinträchtigt. In dieser sind im Normalfall viele Döderlein-Bakterien sichtbar, die für ein ausgeglichenes Milieu sorgen und somit vor Infektionen schützen.

Eine Blutabnahme klärt auf, ob der Entzündungswert CRP sowie die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit erhöht sind und ob sich Keime im Blut befinden. Im Ultraschall (Sonographie) zeigen sich mitunter Auffälligkeiten der Eileiter und benachbarter Regionen.

Mittels einer Laparaskopie wird die Diagnose gesichert, sofern dies sinnvoll erscheint. Z.B. zum Ausschluss anderer Erkrankungen (vor allem Blinddarmentzündung und Eileiterschwangerschaft) oder bei Komplikationen (etwa Verwachsungen, Abszesse).

Therapie

Die Standardbehandlung der Adnexitis/PID ist die Antibiotikatherapie mit mehreren Präparaten gleichzeitig. Sie dauert jedenfalls vierzehn Tage und erfolgt zu Beginn auch intravenös. Bereits vor Diagnose des verursachenden Keims wird sofort bei Verdacht ein Antibiotikum verabreicht. Sobald der Erreger feststeht, wird das Antibiotikaschema gegebenenfalls angepasst. Weiters sollte sich die Patientin schonen. Zeigt sich nach gezielter antibiotischer Therapie keine Besserung der Symptome, kann zur Diagnosesicherung eine Laparoskopie durchgeführt werden.

Die Spirale kommt als möglicher Keimträger infrage und wird eventuell entfernt. Gegen die Schmerzen helfen schmerzstillende Medikamente. Vier bis sechs Wochen nach Therapieende ist eine Kontrolluntersuchung sinnvoll. In ausgeprägteren Fällen (z.B. bei Fieber, hohen Entzündungswerten, starken Schmerzen), wenn die Diagnose unklar ist oder eine Schwangerschaft vorliegt, ist ein Spitalsaufenthalt notwendig. Bei Vorliegen von Abszessen wird meist eine Operation vorgenommen. 

Hinweis Lag der letzte Geschlechtsverkehr innerhalb von sechzig Tagen vor Beginn der Symptome, ist eine Behandlung des Partners zielführend, um Rückfälle zu vermeiden. Bei einer Chlamydien- beziehungsweise Gonokokkeninfektion muss der Partner immer mit behandelt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose bzw. Behandlung ist ein Besuch bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen notwendig. In akuten Fällen (z.B. starke Unterbauchschmerzen) können Sie sich auch an eine Spitalsambulanz für Gynäkologie oder in medizinischen Notfällen an die Rettung unter der Nummer 144 wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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