Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Arzt-Patienten-Gespräch © YakobchukOlena

Phimose: Was ist das?

Wenn die Vorhaut des männlichen Gliedes (Präputium) gar nicht oder nur unter Schmerzen über die Peniseichel (Glans) zurückgeschoben werden kann, spricht man von einer Vorhautverengung (Phimose). Besteht eine Vorhautverengung, sind zudem die Versteifung des Gliedes und der Geschlechtsverkehr meist mit Schmerzen verbunden. Im Säuglings- und Kindesalter ist eine Vorhautverengung durchaus normal. Von der Vorhautverengung abzugrenzen ist eine Verkürzung des Vorhautbändchens . . .

Formen

Bei der Vorhautverengung unterscheidet man:

  • Vollständige (absolute) Vorhautverengung: Ein Zurückschieben der Vorhaut ist auch bei erschlafftem Penis nicht möglich.
  • Unvollständige (relative) Vorhautverengung: Die Vorhaut kann nur beim versteiften (erigierten) Penis nicht zurückgeschoben werden.

Hinweis Eine Vorhautverengung im Säuglings- und Kindesalter ist durchaus normal (physiologisch). Es handelt sich meist um eine Vorhautverklebung (Präputialverklebung), die auch physiologische Phimose genannt wird. Diese natürlich vorhandene Verklebung der Vorhaut löst sich fast immer in den ersten Lebensjahren von selbst.

Physiologische Phimose

Im frühen Säuglings- und Kindesalter sind die Vorhaut und Eichel meist noch nicht komplett getrennt, die Vorhaut klebt quasi an der Eichel und kann nicht ohne Weiteres zurückgeschoben werden. Erst im Alter von drei bis fünf Jahren beginnt sich diese Verbindung von Vorhaut und Eichel langsam zu lösen. Nach und nach lässt sich die Vorhaut Richtung Peniswurzel zurückziehen. Bei Eintritt ins schulpflichtige Alter (sechs bis sieben Jahre) haben noch bis zu acht Prozent der Jungen eine Phimose, während in der Altersgruppe der 16- bis 18-Jährigen nur noch ein Prozent der Jugendlichen betroffen ist.

Hinweis Von der Vorhautverengung abzugrenzen ist eine Verkürzung des Vorhautbändchens (Frenulum breve), die sich im einfachsten Fall durch die Durchtrennung des unten am Penis verlaufenden Bindegewebsbandes behandeln lässt.

Notfall „Spanischer Kragen“

Eine Paraphimose („Spanischer Kragen“) entsteht, wenn eine relativ enge Vorhaut über die Eichel zurückgestreift wird und nicht wieder zurückgeschoben werden kann (bei Erwachsenen z.B. beim Geschlechtsverkehr oder bei der Selbstbefriedigung durch Masturbieren). Bei Kindern kann dies häufig passieren, wenn die Vorhaut noch nicht vollständig gedehnt ist. Durch die enge Vorhaut wird der Blutfluss unterbrochen, und es kommt zu einer schmerzhaften Schwellung der Eichel und der restlichen Vorhautanteile durch ein sich rasch bildendes Ödem

Hinweis Die Behandlung erfolgt durch Kompressionen, um das Ödem auszupressen und die Vorhaut wieder nach vorne zu streifen. Sollte dies nicht gelingen, wird ein kleiner Einschnitt in die Vorhaut (dorsale Inzision) vorgenommen. Nach Abklingen der Schwellung wird eine Beschneidung (Zirkumzision) durchgeführt.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse