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Umrisse eines Menschen vor einem hellen Durchgang © Sergey Nivens

Schizophrenie: Was ist das?

An Schizophrenie erkrankte Personen leiden unter Störungen des Denkens, Fühlens, Verhaltens (auch des Antriebs) und der Wahrnehmung. Auch Bewegungsmuster können auffällig sein. Das eigene Selbstbild (Wer bin ich? Wie bin ich?) ist beeinträchtigt. Die Realität wird teilweise nicht als solche wahrgenommen. Allerdings meinen Betroffene nicht, sie seien eine andere Person oder mehrere andere Personen, wie dies bei der multiplen Persönlichkeitsstörung der Fall ist.


Wissenswertes über Schizophrenie

Dem Mythos, an Schizophrenie Erkrankte seien gefährlich, können wissenschaftliche Studien andere Fakten entgegenhalten. So ist das Risiko für Betroffene größer, ein Opfer eines Verbrechens zu werden, als ein Täter zu sein. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr. Frauen erkranken gleich häufig wie Männer, allerdings meist etwas später. Krankheiten des schizophrenen Formenkreises kommen in allen Kulturkreisen und sozialen Schichten vor.

Hinweis An Schizophrenie Erkrankte haben ein erhöhtes Risiko, sich das Leben zu nehmen (Suizidrisiko). Spricht eine Betroffene/ein Betroffener von Suizid, ist das immer ernst zu nehmen und sofort eine Ärztin/ein Arzt zu konsultieren. Die/der Betroffene darf in dieser Situation keinesfalls alleine gelassen werden. Nähere Informationen finden Sie unter Suizidgefahr erkennen.

Formen der Schizophrenie

Die Verläufe der Erkrankung sind individuell unterschiedlich. Zumeist findet die Erkrankung in Schüben statt. Es gibt Betroffene, die wieder vollständig gesund werden, und jene, die mit einer verbleibenden Symptomatik leben. Es ist möglich, nur eine oder auch mehrere Episoden einer Schizophrenie zu erleben. Da sich diese Krankheit so vielgestaltig äußert, ist sie nicht immer leicht zu erkennen.

Es werden allgemein drei Haupt-Schizophrenieformen unterschieden:

  • Paranoide Schizophrenie: Wahn (z.B. Verfolgungswahn) oder Halluzinationen (z.B. „Stimmen hören“) bestimmen diese Subgruppe.
  • Katatone Schizophrenie: Diese beginnt meist plötzlich und geht mit Bewegungsstörungen einher. Betroffene haben Phasen, in denen sie sich gar nicht oder kaum bewegen (Stupor) oder in denen Erregungszustände auftreten. Bei Stupor verharren die Betroffenen reglos mit starrem Gesichtsausdruck ganz in sich gekehrt und reagieren nicht auf äußere Reize. Bewusstsein und Wahrnehmung sind dabei nicht zwangsläufig beeinträchtigt. Auch immer wiederkehrende (stereotype) Bewegungen oder sprachliche Äußerungen sind beobachtbar.
  • Undifferenzierte Schizophrenie: Diese ist nicht klar einem der anderen Subtypen zuzuordnen bzw. stellt eine Mischform dar.

Zudem gibt es das sogenannte schizophrene Residuum. Dieses findet sich häufig bei chronischen Verläufen oder zwischen akuten Krankheitsepisoden. Charakteristisch sind Antriebsmangel, sozialer Rückzug und Einschränkungen im Erleben von Gefühlen. Häufig finden sich bei Schizophreniekranken auch Einschränkungen der Konzentration und Merkfähigkeit sowie depressive Verstimmungen.

Ursachen noch weitgehend unbekannt

Auch wenn es laufend Forschungen zu den Entstehungsmechanismen dieser psychischen Erkrankung gibt: noch ist nicht genau bekannt, warum es dazu kommt. Es scheint Faktoren zu geben, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Schizophrenie zu erkranken. Das können beispielsweise genetische Belastungen, Stress, Ereignisse vor oder um den Zeitpunkt der Geburt (z.B. schwere Infektionen), psychosoziale Erschwernisse (z.B. kindliche Traumata, familiäre Probleme) oder Substanzmissbrauch sein. Neurobiologisch dürfte ein Ungleichgewicht im Dopamin-Stoffwechsel für die auftretenden Beschwerden mitverantwortlich sein. Je nach Gehirnbereich, in dem ein Überschuss oder Mangel an Dopamin herrscht, kommt es zu Antriebs- und Denkstörungen oder zu psychotischen Erscheinungen wie z.B. Halluzinationen oder Wahnideen (z.B. Verfolgungswahn).

Man geht heute vom Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell aus. Dieses besagt, dass unter ungünstigen Bedingungen (z.B. Kombination oben genannter Risikofaktoren) herkömmliche Bewältigungsmuster versagen und eine Psychose auftritt.

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