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Symbolbild Gehirn und Elektroenzephalogramm © psdesign1

Organische psychische Störungen: Was ist das?

Es gibt eine Vielzahl an psychischen Störungen, die organisch bedingt sind. Zu diesen zählen zum Beispiel das Delir oder die Demenz. Häufig haben psychisch-organische Störungen einen bedrohlichen Ruf in der Bevölkerung. Das Gehirn ist jedoch stärker zur Regeneration fähig als ursprünglich angenommen und in vielen Fällen kann hilfreiche Unterstützung geboten werden. Eine organische psychische Störung (OPS) kann erste Manifestation einer Grunderkrankung sein oder im Verlauf einer bereits bekannten Krankheit als Folge bzw. Begleiterscheinung auftreten. 

Beschwerden individuell sehr unterschiedlich

So sind bei OPS grundsätzlich zwei grundlegende Einteilungen üblich: Primäre Schädigungen des Hirns mit Veränderung der Substanz z.B. Gehirntumor, sekundäre Schädigungen des Gehirns durch körperliche Erkrankungen z.B. neurotoxische (Nervenzellen schädigende) Stoffwechselprodukte. Hirnschädigungen führen zu individuell unterschiedlichen Beschwerden. Das hängt damit zusammen, dass die Bewältigungsmechanismen verschieden sind. Sie sind z.B. von Alter, generellem Gesundheitszustand, früheren Krankheiten sowie aktuellen Erkrankungen, der Persönlichkeit und sozialer Unterstützung abhängig.

Mechanismen der Krankheitsentstehung

Im Prinzip handelt es sich bei OPS um eine Beschreibung von häufigen bestimmten Symptomkomplexen. Vor allem bei der Demenz konnte die Forschung Entstehungsmechanismen klären. Nähere Informationen finden Sie unter Was ist Demenz? In anderen Bereichen herrscht noch großteils Unklarheit, wie es genau zu OPS kommt. Folgende Mechanismen können zu Schädigungen von Hirnsubstanz bzw. -funktionen und in der Folge zu OPS führen:

  • Schädel-Hirn-Verletzungen z.B. Blutungen,
  • Gefäßschäden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen z.B. in Folge eines Infarkts,
  • Störungen des Immunsystems z.B. im Rahmen einer Autoimmunkrankheit (etwa Multiple Sklerose),
  • Infektionen z.B. Meningoenzephalitis,
  • Gehirntumoren,
  • Epilepsie.

Ferner werden auch Prionen (kleinste Eiweißpartikel) als Auslöser von organisch psychischen Störungen diskutiert – allerdings nur in Kombination mit einer dazu entsprechenden genetischen Veranlagung. Zu den möglichen weiteren Ursachen zählen auch psychotrope Substanzen (z.B. Alkohol, Opiate, Cannabinoide) und Medikamente etc.

Art der Hirnschädigung relevant

Bei der Entstehung von OPS spielen zudem folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Größe/das Volumen des geschädigten/zerstörten Gehirngewebes,
  • deren Lokalisation und die
  • Art der Hirnschädigung (z.B. Druckschädigung durch Zunahme des Gehirnvolumens, Übertritt von schädigenden Substanzen durch Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke oder mangelnde Sauerstoffzufuhr).

Je länger das Gehirn Zeit hat, die vorhandene organische Störung auszugleichen (langsame Schädigung) und je kürzer schädigende Mechanismen auf das Hirn einwirken, desto besser kann es diese kompensieren.

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