Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Ärztinnen beraten sich © pix4U

Organische psychische Störungen: Diagnose & Therapie

Bei vielen organisch psychischen Störungen (OPS) ist die Symptomatik jener von psychiatrischen Erkrankungen gleich bzw. ähnlich. Daher ist eine Grundvoraussetzung der Diagnose von OPS, dass eine organische Erkrankung direkt oder indirekt einzelne oder mehrere Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Bei OPS spielen zahlreiche Erkrankungen aus unterschiedlichen Fachrichtungen eine Rolle. Daher erfordern Diagnostik und Therapie eine multidisziplinäre Zusammenarbeit (Neurologie, Psychiatrie, Innere Medizin etc.).

Diagnose

Bei der Diagnose von OPS kommen zahlreiche Untersuchungstechniken zum Einsatz u.a.:

  • Psychiatrische klinische Untersuchung (Exploration),
  • neurologischer Status,
  • neuropsychologische Testverfahren,
  • Funktionsdiagnostik z.B. EEG,
  • bildgebende Verfahren z.B. CT, MRT oder SPECT,
  • EKG,
  • Laboranalysen.

Diagnose: Phasen der Verarbeitung

Wie viele andere Diagnosen, müssen auch von OPS Betroffene diese erst einmal verarbeiten. Zuerst kommt es zu einer Art „Betäubung“, anschließend zur Verzweiflung und dann zu einem Bewältigungsversuch. Dauern die Hirnschäden länger an, zeigt sich Vermeidungsverhalten und je nach Persönlichkeit Akzeptanz oder etwa erlernte Hilflosigkeit. Angehörige können diese Bewältigungsphasen ebenfalls durchlaufen. Häufig haben psychisch-organische Störungen – zum Beispiel die Demenz – einen sehr bedrohlichen Ruf in der Bevölkerung. Das Gehirn ist jedoch ein sehr regeneratives System und in vielen Fällen kann gut Unterstützung geboten werden.

Therapie

Die Therapie einer organisch psychischen Störung richtet sich nach der Ursache und den Symptomen. Es kommen je nach Grunderkrankung diverse Behandlungstechniken von Medikamenten über Operationen bis hin zu Physiotherapie, Psychotherapie und anderen Maßnahmen (z.B. Rehabilitation) zum Einsatz. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aktivierung der Betroffenen (z.B. tagesstrukturierende Maßnahmen etwa in Tageszentren). Sie sollen so selbstständig wie möglich leben können. Bewährt hat sich zudem eine Beratung (z.B. zu Pflegeleistungen, Selbsthilfegruppen) von Angehörigen, die sich oft mit sehr hausfordernden Situationen (z.B. rechtlich) konfrontiert sehen.

Früher ging man davon aus, dass einmal erworbene Hirnschädigungen nicht mehr gutzumachen sind. Heutzutage ist man nach einschlägigen Forschungsergebnissen optimistischer. Nervengewebe ist durchaus in der Lage, sich in gewisser Weise zu regenerieren. Das Gehirn kann in bestimmtem Maße Schäden ausgleichen.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Ansprechstelle für psychische bzw. neurologische Auffälligkeiten mit möglichen organischen Gründen sind Hausärztinnen/Hausärzte sowie Psychiaterinnen/Psychiater bzw. Neurologinnen/Neurologen. In Notfällen (z.B. Orientierungslosigkeit, Bewusstseinstrübung, akute Wahnvorstellungen) rufen Sie bitte den Notarzt/die Rettung.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Im Allgemeinen werden die Kosten für Maßnahmen der Therapie von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?. Informationen zu Leistungen eines Rehabilitationsaufenthalts finden Sie unter Rehabilitation.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse