Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Therapeut und Patientin geben sich die Hand © Africa Studio

Angststörung: Therapie

Die Behandlung von Angsterkrankungen basiert meist auf zwei Säulen: Psychotherapie und medikamentöse Therapie. Medikamente werden vor allem bei mittelgradigen oder schweren Angststörungen eingesetzt. Ist die Krankheit sehr stark ausgeprägt, kann auch ein stationärer Krankenhausaufenthalt oder eine Rehabilitation notwendig sein . . .

Psychotherapie

In der Psychotherapie steht das vertrauensvolle Verhältnis, in dem über Probleme und Anliegen der Patientin/des Patienten gesprochen werden kann, im Mittelpunkt. Die Psychotherapeutin/der Psychotherapeut oder die Ärztin/der Arzt mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin bzw. Fachärztin/Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bringen professionelles Wissen und Kompetenzen mit, die die Betroffenen befähigen, sich in weiterer Folge wieder selbst helfen zu können. So werden etwa Ressourcen reaktiviert, Probleme verständlich gemacht, Problembewältigungsstrategien gelernt und erprobt z.B.:

  • Abbau von Vermeidungsverhalten sowie Konfrontation mit dem angstmachenden Objekt/Subjekt (Ansätze aus der Verhaltenstherapie),

  • Entspannungsmethoden

  • oder Kommunikationstraining.

Sich in sicherem Rahmen den Ängsten stellen zu können, diese zu verstehen und den Umgang damit zu lernen soll das psychische Leiden lindern bzw. heilen.

Verhaltenstherapeutische Ansätze, die nicht nur von Verhaltenstherapeutinnen/Verhaltenstherapeuten, sondern auch gegebenenfalls von Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten anderer psychotherapeutischer Methoden in entsprechenden Weiterbildungen erlernt wurden, haben sich in der Behandlung von Angststörungen sehr bewährt.

Medikamente

Eine medikamentöse Behandlung wird bei schwereren Angststörungen meist begleitend zu Psychotherapie eingesetzt. Antidepressiva finden hier Verwendung, da sie nicht nur bei Depressionen wirken, sondern sich auch bei Angsterkrankungen als wirksam erwiesen haben. Kurzfristig können Beruhigungsmittel (Tranquilizer) hilfreich sein. Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ (z.B. Valium®) werden nur über einen kurzen Zeitraum oder im Falle einer akuten Panikattacke verabreicht, da sie Abhängigkeitspotenzial aufweisen.

In selteneren und ausgeprägteren Fällen kommen zudem sogenannte Antiepileptika bzw. Neuroleptika zum Einsatz.

Je nach Ausprägung der Erkrankung ist zudem eine psychologische Behandlung bei einer klinischen Psychologin/einem klinischen Psychologen hilfreich. Bei dieser/diesem werden ganz gezielt Angstbewältigungsstrategien erlernt.

Sportliche Betätigung kann begleitend zur Steigerung der Lebensqualität beitragen, da durch diese z.B. Stresshormone abgebaut werden. Tritt neben der Angststörung noch eine andere Erkrankung auf (z.B. Depression, Zwänge, Sucht), wird die Behandlung entsprechend individuell danach ausgerichtet.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie an einer Angststörung leiden, können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • niedergelassene Fachärztin/niedergelassener Facharzt für Psychiatrie

  • Kassenambulanz oder Spitalsambulanz für Psychiatrie

  • Psychotherapeutin/Psychotherapeut

  • Ärztinnen/Ärzte mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin

Sie können zuerst Ihre Ärztin/Ihren Arzt für Allgemeinmedizin kontaktieren und so gezielte Ansprechstellen finden. Auch Psychologinnen/Psychologen können maßgeblich in die Diagnose und Behandlung mit einbezogen sein.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Suche von Anlaufstellen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die ärztliche Behandlung werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Weitere Informationen zum Arztbesuch finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn Sie eine Psychotherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten machen, haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch Ihren Krankenversicherungsträger zu stellen. Wird dieser genehmigt, erhalten Sie vom Krankenversicherungsträger einen Zuschuss. Dieser beträgt derzeit in der Regel 21,80 Euro pro Einheit Einzeltherapie. Eine volle Kostenübernahme für Psychotherapie (zum Teil auch mit Selbstbehalten) ist in eigenen bzw. mit den Krankenversicherungsträgern vertraglich gebundenen Einrichtungen möglich sowie weiters in Institutionen, die von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Weitere Informationen zu „Psychotherapie auf Krankenschein“, Kostenzuschüssen und Adressen niedergelassener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten finden Sie unter Services.

Die klinisch-psychologische Behandlung muss selbst bezahlt werden.

Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt? Näheres zu einem Rehabilitationsaufenthalt erfahren Sie unter Rehabilitation.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse