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Mann steht in dunklem Korridor © lassedesignen

Suizidgefahr erkennen

In Österreich starben 2010 insgesamt 1.261 Personen durch einen Suizid – das sind doppelt so viele Todesfälle wie durch Verkehrsunfälle. Erfreulicherweise ist die Suizidrate seit 1987 rückläufig. Suizid (Selbsttötung) ist eine absichtliche Selbstschädigung mit der Konsequenz des Todes. Bei einem Suizidversuch handelt es sich um die beabsichtigte Selbstschädigung mit dem Ziel beziehungsweise mit der Möglichkeit eines tödlichen Ausganges – diese führt aber nicht zum Tod . . .

Zum Phänomen der Suizidalität gehören demnach alle Handlungen und Gedanken, die zum Ziel haben, das eigene Leben durch Selbsttötung zu beenden. Suizidgefahr darf niemals unterschätzt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist dann geboten, wenn die Betroffene/der Betroffene einer Risikogruppe angehört (zum Beispiel Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit) oder unter Depressionen leidet, vereinsamt und/oder alt ist. Mit steigendem Alter nimmt das Suizidrisiko zu – vor allem ältere Männer zählen zur Risikogruppe. Um selbstmordgefährdeten Menschen helfen zu können, ist es wichtig, die Hinweise zu erkennen.

Anzeichen einer Suizidgefährdung

Zu den Warnsignalen, die auf Suizidgefahr hindeuten, gehören z.B.:

  • Suizidgedanken und -handlungen;
  • direkte (z.B.: „Ich bringe mich um“) oder indirekte (z.B.: „Ich will einfach nicht mehr – alles ist sinnlos“) Ankündigung eines Suizids;
  • leichtfertiges bzw. selbstschädigendes Verhalten, z.B. stark alkoholisiertes Autofahren;
  • unerwartete Ruhe, nachdem Suizidgedanken geäußert wurden: die betroffene Person wirkt entspannt und spricht nicht mehr über Suizid, hat diesen aber eventuell schon geplant und sich damit abgefunden;
  • akute psychische Krise nach traumatischem Ereignis oder während einer sehr belastenden Lebensphase;
  • Verlust des Realitätsbezugs;
  • ausgeprägte Stimmungsschwankungen;
  • starke Ängste;
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung;
  • schwere Depression;
  • Verlust der Kontrolle über Handlungen (nicht mehr „Herr“ über sich selbst sein);
  • sozialer Rückzug und Resignation (sich aufgeben).

Hinweis Rasche Hilfe kann Leben retten. Scheuen Sie sich nicht davor, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und schauen Sie nicht weg. Sind Sie selbst betroffen, gibt es viele Möglichkeiten, wie Ihnen geholfen werden kann.

Jeder kann helfen

Spricht jemand davon, sich das Leben nehmen zu wollen, ist das immer ernst zu nehmen und sofort eine Ärztin/ein Arzt zu konsultieren. Die/der Betroffene darf in dieser Situation keinesfalls allein gelassen werden. Durch Zuhören, direktes Ansprechen der Thematik und Einfühlsamkeit können Sie erste Unterstützung leisten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wenn Sie andere der oben angeführten Anzeichen einer Suizidgefährdung bei einem Mitmenschen gehäuft wahrnehmen und/oder eine Belastungssituation vorliegt, zögern Sie ebenfalls nicht, Hilfe zu suchen.

Rasche Hilfe für Betroffene

Wenn Sie sich selbst in einer ausweglosen Situation sehen und Angst haben, Ihr Handeln nicht mehr unter Kontrolle zu haben, kontaktieren Sie bitte sofort die Rettung unter der Nummer 144. Auch wenn Ihnen derzeit alles so vorkommt, als wäre es sinnlos: Man kann Ihnen helfen! Das Kriseninterventionszentrum Wien bietet zudem hilfreiche Links zu Ansprechstellen in ganz Österreich und weiterführenden Informationen unter www.kriseninterventionszentrum.at.

Leiden Sie unter Depressionen oder wissen Sie, dass Sie immer wieder in psychische Krisen geraten, ist es wichtig, sich ärztlich betreuen zu lassen. Zudem ist es hilfreich, Telefonnummern von Ansprechpersonen im Krisenfall zur Hand zu haben, die Sie zuvor mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin besprochen haben. Außerdem sollte man dafür sorgen, in kritischen Phasen nicht alleine zu sein. In schweren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Nähere Informationen zu Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartnern und praktische Links für den Bereich der Psyche finden Sie unter Wenn die Psyche Hilfe braucht.

Suizidprävention

Österreich hat eine lange Tradition in der Suizidprävention. Die Anfänge liegen bereits über 100 Jahre zurück. Die WHO (World Health Organization) beschäftigt sich ebenfalls schon seit einigen Jahrzehnten mit Suizidprävention. In Anlehnung an die Empfehlungen der WHO und UNO (United Nations Organization) wurde im Jahr 2000 der österreichische Suizidpräventionsplan vorgestellt.

Im Herbst 2012 wurde ein neues Programm zur Suizidprävention präsentiert – SUPRA (Suizidprävention Austria). Es dient als Grundlage für die Entwicklung einer nationalen Suizidpräventionsstrategie. Nähere Informationen finden Sie unter SUPRA – neues Programm zur Suizidprävention und auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für Suizidprävention www.suizidpraevention.at.

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