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Snacks, Fastfood und Getränk © Syda Productions

Binge-Eating: Was ist das?

Bei einer Binge-Eating-Störung (Binge-Eating-Disorder, BES, BED) kommt es zu regelmäßig auftretenden Essattacken. Die Betroffenen schlingen dabei große Mengen an Nahrung hinunter und nehmen in einem bestimmten Zeitraum (z.B. innerhalb von zwei Stunden) weit mehr zu sich, als andere in einem ähnlichen Zeitraum und in einer ähnlichen Situation. Menschen mit BES haben währenddessen das Gefühl keine Kontrolle über ihr Essverhalten zu haben – z.B. darüber wie viel sie essen, was sie essen und wie lange . . .

Essattacken ohne gegenregulierende Maßnahmen

Die Betroffenen setzen auch keine regelmäßigen (systematischen) kompensatorischen Maßnahmen, die den Folgen ihrer Essanfälle entgegenwirken (z.B. Erbrechen, exzessiver Sport, Missbrauch von Abführmitteln, Fasten etc.). Beginn und Ende der Essanfälle können nicht eindeutig angegeben werden. Außerdem leiden sie unter keinen weiteren Essstörungen – wie z.B. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa.

Essverhalten & Schuldgefühle

Bei einer Binge-Eating-Störung zeigen sich zudem weitere Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit den Essattacken auftreten, z.B.:

  • wesentlich schnelleres essen als sonst,
  • essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl, unabhängig vom Hungergefühl (auch wenn kein Hungergefühl da ist),
  • Ekelgefühle in Bezug auf sich selbst, Deprimiertheit, Schuldgefühle nach den Essanfällen.

Betroffene essen häufig alleine, aus Schuld und Scham darüber, dass sie so viel essen. Die Essanfälle sind sehr belastend. „Binge-Eater“ leiden unter ihrem Essverhalten. Laut DSM-V der American Psychiatric Association treten die Essanfälle durchschnittlich an mindestens einem Tag pro Woche und für drei Monate auf.

Da große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden, haben die Betroffenen ein hohes Risiko übergewichtig zu werden. Übergewichtige bzw. adipöse Menschen leiden aber nicht zwangsläufig an einer BES.

Folgen der Binge-Eating-Störung

Vor allem langfristig wirkt sich starkes Übergewicht entsprechend auf den Körper aus. Aber auch die Psyche leidet infolge der Binge-Eating-Störung. Das soziale Leben ist oftmals beeinträchtigt.

Herz-Kreislauf-System & Stoffwechsel

Die Auswirkungen des (starken) Übergewichtes betreffen unter anderem das Herz-Kreislauf-System. Erste Anzeichen machen sich oftmals in Form von hohem Blutdruck bemerkbar. Aber auch Blutfettwerte und Blutzucker können erhöht sein. Übergewicht bzw. Adipositas gelten als Beschleunigungsfaktoren für das sogenannte metabolische Syndrom (MTS). Dauerhaft stark erhöhtes Gewicht kann zu Arteriosklerose führen sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen.

Weitere Infos finden Sie unter

Gelenke & Wirbelsäule

An Gelenken sowie der Wirbelsäule macht sich ein hohes Körpergewicht ebenfalls auf Dauer bemerkbar. Es kann zu Schäden an Bandscheiben sowie den Gelenken (z.B. Hüft- und Kniegelenke) kommen.

Wohlbefinden & psychische Erkrankungen

Das Gefühl es immer wieder nicht zu schaffen, mit den Essanfällen aufzuhören, wirkt sich auf die Psyche aus. Betroffene schämen sich oft für die Essanfälle. Depressive Verstimmungen können auftreten. Außerdem kommt es zu Beeinträchtigungen des Selbstwerts. Essstörungen können zudem in Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen sowie Substanzmissbrauch oder -abhängigkeit (z.B. Alkohol) stehen. Betroffene leiden außerdem unter ihrem sehr hohen Körpergewicht.

Soziales Leben

Eine BES kann zu bestimmten Vermeidungsverhalten im „öffentlichen“ Leben führen (z.B. das Vermeiden von Essen in der Öffentlichkeit aus Angst, die Attacken nicht kontrollieren zu können) und zu sozialem Rückzug. Betroffene haben oft Schuldgefühle nach dem „Fressanfall“ und Ekelgefühle in Bezug auf sich selbst. Depressive Tendenzen können zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben führen.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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