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Nierensteine mit Zentimeter © airborne77

Harn- und Nierensteine: Was ist das?

Im Harn kommen normalerweise gelöste Salze vor. Ab einer bestimmten Menge ist der Harn übersättigt. Dann bilden die Salze zuerst kleine Kristalle (Harnsand), aus denen mit der Zeit Steine entstehen – entweder in den Nieren (Nierensteine), in der Blase (Blasensteine) oder in den ableitenden Harnleitern (Harnleitersteine). Kleine Kristalle können unbemerkt mit dem Harn ausgeschwemmt werden, größere Steine können sich mit heftigen Schmerzen bemerkbar machen.

So kommt es zu Harnsteinen

Im Harn besteht normalerweise ein Gleichgewicht im Verhältnis steinverhindernder und steinfördernder (lithogener) Substanzen. Ab einer bestimmten Grenze kommt es zu einer Übersättigung des Harns. Zunächst bilden die Mineralsalze kleine Kristalle. Diese können entweder unbemerkt mit dem Harn abgehen oder nach und nach zu Steinen heranwachsen und Schmerzen und/oder Entzündungen verursachen.


Der medizinische Fachbegriff für Harnsteine lautet Urolithiasis. Je nach lokalem Vorkommen unterscheidet man:

  • Nierensteine (Nephrolithiasis),
  • Harnleitersteine (Ureterolithiasis),
  • Harnblasensteine (Zystolithiasis),
  • Harnröhrensteine (Urethralithiasis).

Ursachen und Risikofaktoren

Steinerkrankungen ergeben sich durch verschiedenste Ursachen und Umstände. Männer sind doppelt so oft betroffen als Frauen. Gehäuft treten Steine zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Die Entstehung von Harnsteinen wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt, v.a.

  • familiäre Veranlagung,
  • andere Erkrankungen: z.B. Stoffwechselstörungen (z.B. Gicht, Metabolisches Syndrom, Cystinurie, Schilddrüsenerkrankung (Hyperparathyreoidismus), Prostatavergrößerung, 
    Erkrankungen des Verdauungstrakts wie z.B. Morbus Crohn oder chronischer Durchfall, Blasenentzündung (Zystitis),
  • Übergewicht,
  • ungesunder Lebensstil mit ungünstigem Bewegungs- und Ernährungsverhalten, z.B. besonders salzreiche Ernährung,
  • bestimmte Medikamente,
  • Flüssigkeitsmangel durch starkes Schwitzen und/oder zu niedrige Flüssigkeitszufuhr.

Arten von Harnsteinen

Je nach chemischer Zusammensetzung der Harnsteine werden verschiedene Arten unterschieden. Allerdings besteht nur ein Drittel aller Steine aus einem einzigen Bestandteil. Meistens handelt es sich um Mischsteine.

  • Kalziumsteine: Etwa 80 Prozent der Steine bestehen aus Kalziumsalzen (Kalziumoxalat oder -phosphat). 
  • Harnsäuresteine (Uratsteine): Harnsäure ist für ungefähr fünf bis zehn Prozent der Steine verantwortlich. Diese Steine kommen vermehrt bei einer Neigung zu Gicht und erhöhten Harnsäurewerten vor und stehen in Verbindung mit eiweiß- und purinreicher Ernährung (Fleisch, Alkohol).
  • Struvitsteine: Diese bestehen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat und kommen selten vor (etwa zehn Prozent aller sTeine). Da sie vermehrt infolge eines Harnwegsinfekts auftreten, heißen Struvitsteine auch Infektsteine.
  • Cystinsteine: Diese bestehen aus der Aminosäure Cystin. Sie kommen sehr selten und nur bei einer angeborenen Stoffwechselerkrankung (Cystinurie) vor.
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