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Ultraschalluntersuchung der Nierenregion © endostock

Harn- und Nierensteine: Diagnose & Therapie

Zur Diagnosestellung werden sich die Ärztin/der Arzt in einem Gespräch detailliert nach Ihren Beschwerden sowie bekannten Nieren- und Harnwegserkrankungen in der Familie erkundigen. Relevant ist u.a. auch, ob Beschwerden beim Wasserlassen bestehen, Blut im Urin war und ob Medikamente eingenommen werden. Auch Informationen über das Trink- und Essverhalten sind aufschlussreich.

Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, bei der insbesondere der Bauch (Abdomen) auf Druckschmerz untersucht wird.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Folgende weiterführende Untersuchungsmethoden können zur Anwendung kommen:

Wie erfolgt die Behandlung von Harn- und Nierensteinen?

Da Steinleiden individuell sehr unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben, gibt es verschiedene Therapieansätze. Die Urologin/der Urologe wählt das individuell beste Vorgehen in Abhängigkeit vom Beschwerdebild der Patientin/des Patienten sowie der Größe, Lage und Zusammensetzung der Steine. Kleinere Steine können unter Umständen bereits im Rahmen diagnostischer Schritte bei der Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie) entfernt werden.

Kleine Harnsteine gehen häufig von selbst auf natürliche Weise ab. Ein Selbstabgang kann auch durch körperliche Bewegung und hohe Flüssigkeitszufuhr gefördert werden. Eventuell kann der Harn dabei gefiltert werden, damit die Zusammensetzung abgehender Steine analysiert werden kann. Koliken werden mit Analgetika (Schmerzmittel, NSAR) therapiert. Ggf. werden muskelentspannende Medikamente (z.B. Alphablocker) zur Förderung des Ausscheidens der Steine verordnet.

Gehen Steine nicht von selbst ab, stehen abhängig von ihrer Art und Lage folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Litholyse: Durch die Gabe bestimmter Medikamente können Harnsäuresteine und kleine Zystinsteine aufgelöst werden.
  • Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL): Die Harnsteine werden mittels Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung aufgespürt. Es erfolgt die genaue Lagebestimmung. Anschließend wird die Zertrümmerung mittels Stoßwellen vorgenommen. Die Steinfragmente gehen anschließend von selbst ab (siehe Bild) oder können mittels Schlingenextraktion entfernt werden. 
  • Ureterorenoskopie (URS): Das Endoskop wird durch die Harnröhre an der Blase vorbei in den Harnleiter und weiter in das Nierenbecken eingeführt. Bei diesem Eingriff können große Steine aus Harnleitern und dem Nierenbecken entfernt werden, wenn andere Methoden zu keinem Erfolg geführt haben. Zudem kann mit dem eingeführten Gerät eine Gewebeprobe entnommen werden, wenn der Verdacht auf eine Geschwulstbildung besteht.
  • Perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL): Zur Entfernung von in den Nieren lokalisierten Steinen wird mithilfe einer Punktionsnadel ein dünner Kanal bis zur Niere angelegt. Anschließend wird ein optisches Instrument eingeführt. Danach werden die Harnsteine in der Niere zertrümmert oder mit einer Art Zange über den Kanal entfernt.
  • Operation: Ein Eingriff mit Eröffnung der Bauchdecke wird heutzutage nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt. Auch ein minimal-invasiver Eingriff ist nur selten nötig.

Komplikation: Urosepsis

Kommt es durch einen Harnstein zum Verschluss der Harnröhre, können schwerwiegende Komplikationen wie z.B. eine Urosepsis eintreten. Dabei handelt es sich um eine Art von „Blutvergiftung“ (Sepsis). Es kommt zur Eiteransammlung in den Nieren, zunehmenden Funktionseinschränkungen und schließlich zum infektbedingten Schockzustand. Bei älteren Menschen bzw. Menschen mit Diabetes und Harnabflussstörung besteht ein erhöhtes Risiko. Eine Urosepsis ist eine mitunter lebensbedrohliche Komplikation, die einen sofortigen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Beschwerden an Blase oder Nieren sowie deren Therapie wenden Sie sich an:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie

Weiters können bei Diagnose/Therapie beteiligt sein:

  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Nephrologie),
  • urologische Ambulanzen, z.B. der Krankenversicherungsträger (z.B. harnsteinspezifische Stoffwechseluntersuchung), „Steinambulanzen“.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Ist ein Entfernen der Harnsteine erforderlich, kann dies unter Umständen auch ambulant erfolgen und man kann das Krankenhaus am gleichen Tag des Eingriffs wieder verlassen. In diesem Fall erfolgt die Abrechnung über die E-card, die Patientin/der Patient hat keinen Kostenbeitrag zu leisten.

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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