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Hände mit Wasserglas und Tablette © Photographee.eu

Nierenbeckenentzündung: Therapie

Die Therapie einer akuten, unkomplizierten Nierenbeckenentzündung muss rasch eingeleitet werden und erfolgt mittels Antibiotika. Die Ärztin/der Arzt verschreibt in der Regel bereits vor dem Ergebnis der Urinkultur ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum.

Nachdem der Erreger bekannt ist, kann gegebenenfalls auf ein anderes Antibiotikum gewechselt werden. Liegt eine Harnabflussstörung vor, z.B. durch Prostatavergrößerung oder Nierensteine, muss diese unter Umständen operativ behoben werden.

Antibiotische Therapie

Je nach Wirkstoff und Ermessen der Ärztin/des Arztes kann die Gabe des Antibiotikums zwischen fünf und vierzehn Tage andauern. Bei unkomplizierten Infekten wird das Antibiotikum oral eingenommen. Die Erkrankten sprechen meist gut darauf an, sodass die Symptome schnell abklingen. Die am häufigsten verwendeten antibiotischen Wirkstoffe sind Ciprofloxacin und Levofloxacin.

In der Schwangerschaft sind zum Schutz des Ungeborenen andere Wirkstoffe Mittel der Wahl. Bei schwangeren Frauen mit einer Nierenbeckenentzündung ist meist ein stationärer Aufenthalt angezeigt.

Generell gilt bei der Einnahme eines Antibiotikums: Auch wenn sich die Symptome bessern, sollte das Medikament unbedingt bis zum vorgeschriebenen Behandlungsende eingenommen werden! Nur so kann der Therapieerfolg und das Abheilen gewährleistet werden.

Bei chronischer Nierenbeckenentzündung steht neben der antibiotischen Therapie die Behandlung ursächlicher Faktoren im Mittelpunkt, z.B. die Behebung einer Abflussstörung.

Hinweis Um ein Wiederkehren der Infektion auszuschließen, erfolgt nach antibiotischer Therapie eine Kontrolle mittels Urinkultur.

Bei schweren Formen: Krankenhausaufenthalt

In schweren Verläufen einer Nierenbeckenentzündung, d.h. die Patientin/der Patient hat hohes Fieber und leidet an Übelkeit oder Brechreiz, kann das Antibiotikum zu Beginn als Infusion verabreicht werden. Dazu ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Zeigt sich eine Verbesserung der Beschwerden, kann auf orale Gabe umgestellt werden. Bessert sich eine anfangs nur leichte Nierenbeckenentzündung nach einigen Tagen nicht bzw. verschlechtert sich, kann ebenso auf eine intravenöse Verabreichung umgestellt werden und ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein.

Ergänzende therapeutische Maßnahmen

Ergänzend können bei der Nierenbeckenentzündung schmerzlindernde und krampflösende Medikamente verabreicht werden. Zudem empfehlen sich die Anwendung von Wärme (z.B. Wärmflasche/Thermophor) sowie eine ausreichende Trinkmenge (mindestens zwei Liter/Tag), damit Nieren und Blase gut durchgespült werden.

Hinweis Bei Vorliegen einer Nierenbeckenentzündung sollte nur wenig bis gar keine Milch getrunken werden, da der pH-Wert im Harn ungünstig beeinflusst wird.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Infekt der Harnorgane oder an einer Nierenbeckenentzündung zu leiden, können Sie sich betreffs Abklärung und gegebenenfalls Therapie an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Ist bei einer schweren Nierenbeckenentzündung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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