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Harnbecher und Blutröhrchen © angellodeco

Nierenbeckenentzündung: Diagnose

Die Diagnosestellung einer Nierenbeckenentzündung beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner oder die Fachärztin/den Facharzt.

Im Gespräch wird festgestellt, welche Beschwerden bestehen und ob die beschriebenen Symptome typisch sind.

Harnprobe und Erregeridentifikation

Nach einer körperlichen Untersuchung erfolgt eine Harnuntersuchung mit anschließender Harnkultur zur Identifikation des Erregers. Gegebenenfalls gibt eine Blutuntersuchung weiter Auskunft. Hinweise auf eine Nierenbeckenentzündung sind z.B. eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP) sowie der weißen Blutkörperchen (Leukozytose).

Hinweis Wird eine Harnprobe verlangt, geben Sie den Mittelstrahlurin ab: Zuerst reinigen Sie das Genital mit einer schleimhautfreundlichen Desinfektionslösung. Dann entleeren Sie einen Teil der Blase in die Toilette und fangen erst einen späteren Anteil des Harns im Probenbecher auf.

Harnabflussstörungen abklären

Weiters wird von der Ärztin/dem Arzt erörtert, ob eventuell eine Harnabflussstörung vorliegen könnte. Es kann ein Ultraschall der Harnwege und Nieren (Sonographie) erfolgen. In seltenen Fällen kann eine Harnröhrenblasenspiegelung (Urethrozystoskopie), eine Röntgenuntersuchung des Harntraktes, eine Harnflussmessung (Uroflow) und/oder eine Blasenfunktionsmessung (Urodynamik) erforderlich sein.

Zur weiteren Abklärung erfolgt unter Umständen eine gynäkologische bzw. urologische Abklärung. Dabei können z.B. Entzündungen der Scheide (Vagina), der Gebärmutter bzw. der Prostata (Vorsteherdrüse des Mannes) ausgeschlossen werden.

Weiterführende Untersuchungen

Liegt der Verdacht auf Harnabflussstörungen vor, sind weiterführende Untersuchungen wie z.B. ein Röntgen des Nierenbeckens (Pyelogramm) sowie funktionelle Abklärungen nötig. Um sich über die Nierenfunktion ein Bild zu verschaffen, kann unter Umständen eine sogenannte Nierenfunktionsszintigraphie erfolgen. Diese Untersuchungsmethode gibt Auskunft über z.B. entzündliche Veränderungen der Nieren, Harnabflussstörungen sowie Nierenfunktionsstörungen.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Infekt der Harnorgane oder an einer Nierenbeckenentzündung zu leiden, können Sie sich betreffs Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der ärztlichen Abklärung einer Nierenbeckenentzündung werden normalerweise von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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