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Tabletten und Glas Wasser am Bett © Alliance

Blasenentzündung: Therapie

Die Therapie eines akuten, unkomplizierten Harnwegsinfektes (akute Zystitis) erfolgt in der Regel durch Antibiotika. Je nach Wirkstoff und Ermessen der Ärztin/des Arztes kann die Gabe des Antibiotikums als Einmaldosis erfolgen oder mehrere Tage andauern. In der Regel wird gut auf das Antibiotikum angesprochen, und die Beschwerden klingen schnell ab . . .

Es ist wichtig, das Medikament bis zum vorgeschriebenen Behandlungsende einzunehmen. Nur so kann der Erfolg der Therapie auch sichergestellt werden.

Hinweis Wenn von der Ärztin/dem Arzt nicht anders verordnet, sollte das Antibiotikum kurz vor dem Schlafengehen nach der letzten Blasenentleerung eingenommen werden. Es ist so besonders gut wirksam, da über Nacht eine hohe Konzentration des Wirkstoffes erreicht wird.

Zentrale Behandlung – Antibiotikum

Mittel der ersten Wahl in der Behandlung mit Antibiotika sind Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Alternativ kommen z.B. Fosfomycin (-trometamol), Pivmecillinam und Nitrofurantoin zum Einsatz. Bei schwangeren Frauen sind zum Schutz des Ungeborenen andere Wirkstoffe Mittel der Wahl. In diesem Fall ist unbedingt eine fachärztliche Kontrolle anzuraten.

Hinweis Nach erfolgter Antibiotikatherapie ist in der Regel keine Urinkultur erforderlich, bei Schwangeren wird diese jedoch meist durchgeführt.

Ergänzende therapeutische Maßnahmen

Neben der zentralen Therapie mit Antibiotika kommen bei Harnwegsinfekten weitere Maßnahmen zur Anwendung: Oft werden von der Ärztin/vom Arzt schmerzlindernde und krampflösende Medikamente verschrieben. Hilfreich und angenehm ist zudem die Anwendung von Wärme (z.B. Wärmflasche/Thermophor). Damit die Blase durchgespült wird, sollte ausreichend getrunken werden.

Häufig werden bei Harnwegsinfekten zusätzlich auch pflanzliche Stoffe eingenommen, so z.B. Moosbeere (Cranberry), Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnessel oder Schachtelhalm, meist in Form von Tees oder Säften. Deren Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt, zudem können Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Therapie rezidivierender Harnwegsinfekte

Bei häufig wiederkehrenden Harnwegsinfekten (≥ 2/Halbjahr bzw. ≥ 3/Jahr) kann ergänzend eine länger dauernde, niedrig dosierte vorbeugende Behandlung mit u.a. Antibiotika überlegt werden (Chemoprophylaxe). Manche Patientinnen/Patienten mit häufigen Harnwegsinfekten erhalten von ihrer Ärztin/ihrem Arzt ein Antibiotikum vorrätig mit nach Hause, das sie in Eigenverantwortung nach Erkennen erster Symptome einnehmen. Bei Frauen in der Post-Menopause trägt der niedrige Östrogenspiegel dazu bei, dass Harnwegsinfekte immer wieder kommen können (rezidivieren). Das Auftragen von Östrogen in der Scheide kann das Auftreten wiederkehrender Infekte verringern.

Bei rezidivierenden Harnwegsinfekten besteht zudem die Möglichkeit der Einnahme eines Bakterienlysats, das aus unschädlich gemachten Zellbestandteilen der häufigsten E.-coli-Fraktionen besteht. Durch diese „Immunisierung“, die sowohl mittels Tabletten als auch durch Injektion erfolgen kann, soll es im Bereich der Harnwege zu einer verstärkten Immunreaktion kommen, die vor weiteren Infekten schützen soll (Immuntherapeutikum, „Impfung“).

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Harnwegsinfekt zu leiden, können Sie sich betreffs Abklärung und gegebenenfalls Therapie an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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