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Tabletten und Glas Wasser am Bett © Alliance

Blasenentzündung: Vorbeugung & Therapie

Mit einfachen Verhaltensweisen lässt sich die Entwicklung einer Blasenentzündung, sie wird auch als Harnwegsinfekt bezeichnet, häufig verhindern. Vorrangig zielen diese Maßnahmen darauf ab, keine Darmkeime in den Harntrakt zu verschleppen und die Scheidenflora nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr spült die Harnblase regelmäßig durch und verhindert damit eine Vermehrung von Keimen.

Wie kann einer Blasenentzündung vorgebeugt werden? 

Im Detail werden u.a. folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Ausreichende, aber nicht zu hohe Trinkmenge (ca. 1,5 Liter pro Tag);
  • Vermeidung von Intravaginal-Ovula bzw. mit Spermiziden beschichteten Diaphragmen oder Kondomen und Intrauterin-Spiralen (Möglichkeiten anderer Verhütungsmittel finden Sie in der Übersichtstabelle der Verhütungsmethoden);
  • Vermeidung von Unterkühlung insbesondere der Füße;
  • Vermeidung übertriebener Intimhygiene. 

Bei rezidivierenden Infekten

Bei wiederkehrenden Episoden ist unbedingt eine fachärztliche Begutachtung erforderlich, um nicht andere Blasenerkrankungen zu übersehen. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit der Einnahme eines Bakterienlysats (aus unschädlich gemachten Zellbestandteilen der häufigsten E.-coli-Fraktionen). Diese „Immunisierung“ versucht im Bereich der Harnwege die Immunreaktion zu aktivieren und vor weiteren Infekten zu schützen. Dazu stehen Tabletten oder Injektionen zur Verfügung.

Wie erfolgt die Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte?

Zur Therapie akuter, unkomplizierter Harnwegsinfekte stehen verschiedene antibiotische und nicht-antibiotische Optionen zur Verfügung.

Antibiotikum

Bei der Auswahl eines Antibiotikums sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen, beispielsweise das Erregerspektrum und die Antibiotikaempfindlichkeit bzw. die regionale Resistenzlage oder eine bestehende Schwangerschaft. 

Bei Frauen mit einer akuten unkomplizierten Blasenentzündung kann auch eine nicht-antibiotische Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Hinweis Nach erfolgter Antibiotikatherapie ist in der Regel keine Urinkultur erforderlich, bei Schwangeren wird diese jedoch meist durchgeführt.

Nicht-antibiotische Maßnahmen

Häufig werden schmerzlindernde und krampflösende Medikamente verordnet. Hilfreich und angenehm ist zudem die Anwendung von Wärme (z.B. Wärmflasche/Thermophor). Damit die Blase gut durchgespült wird, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.

Einige pflanzliche Harnwegsdesinfizientien wie Bärentraubenblatt, Brunnenkressekraut, Meerrettichwurzel und weißes Sandelholz sind zur unterstützenden HWI-Behandlung zugelassen. Deren Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Zudem können Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Wie erfolgt die Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfekte?

Manche Patientinnen/Patienten mit häufigen Harnwegsinfekten erhalten von ihrer Ärztin/ihrem Arzt ein Antibiotikum zur Kurzzeittherapie vorrätig mit nach Hause, das sie in Eigenverantwortung nach dem Auftreten erster Symptome einnehmen. Ansonsten richtet sich die Therapie nach den individuellen Gegebenheiten.

  • Lokale Anwendung von Östrogen in der Scheide: Diese Maßnahme kann bei Frauen in der Post-Menopause: das Rezidivrisiko verringern. Sie kann vor Beginn einer antibiotischen Langzeitprävention durchgeführt werden.
  • Immunprophylaxe: Die Verabreichung eines Bakterienlysats (als Tabletten oder Injektion) aus unschädlich gemachten Zellbestandteilen der häufigsten E.-coli-Fraktionen stellt eine Art „Immunisierung“ dar. Dadurch soll im Bereich der Harnwege die Immunreaktion gestärkt werden.
  • Mögliche Alternativen: Mannose, pflanzliche Mittel wie z.B. Präparate aus Bärentraubenblatt, Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel, Indigowurzel, Lebensbaum oder Sonnenhut sowie Akupunktur können in Erwägung gezogen werden. Zur Langzeitprävention rezidivierender HWIs mit Cranberry- und Moosbeerenprodukten liegen widersprüchliche Daten vor.
  • Postkoitale Einmalprävention: Bei häufig rezidivierender Zystitis der Frau im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr kann eine einmalige Antibiotikagabe erfolgen.
  • Langzeitprävention: Bei häufig wiederkehrenden Harnwegsinfekten (mindestens 2/Halbjahr bzw. mindestens 3/Jahr) der Frau sollte nach Versagen von Verhaltensänderungen und nicht-antibiotischen Präventionsmaßnahmen sowie bei hohem Leidensdruck eine kontinuierliche antibiotische Langzeitprävention über drei bis sechs Monate eingesetzt werden. 

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Abklärung und Therapie von Harnwegsbeschwerden sind folgende Stellen zuständig:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie
  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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