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Symbolfoto Penis © yodiyim

Peniskrebs: Therapie & Nachsorge

Das Peniskarzinom und die Leistenlymphknoten werden gewöhnlich separat behandelt. Nach erfolgter Behandlung ist eine lebenslange Nachsorge mit Selbstuntersuchungen und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen lebenswichtig.

Therapie des Penis

Je nach dem histologischen Befund, Ausdehnung und Lokalisation des Tumors erfolgt eine peniserhaltende oder nicht peniserhaltende Therapie.

Peniserhaltende Therapie: Bei kleinen Tumoren wird die Erhaltung des Penis angestrebt. Dabei sind deren Größe und Lokalisation für die Therapiewahl von Bedeutung. Ziel ist es immer, die befallenen Stellen sicher und nachhaltig, aber auch unter weitgehender Schonung gesunden Gewebes zu entfernen. Dazu werden häufig verschiedene Verfahren kombiniert, z.B.:

  • Laserchirurgie,
  • konventionelle Chirurgie,
  • Chemotherapie sowie
  • Strahlentherapie.

Nicht-peniserhaltende Therapie: Wenn nötig, wird der Penis komplett entfernt und ein Harnröhrenausgang im Dammbereich gelegt.

Hinweis Obwohl nach einer nicht-operativen Therapie (Lasertherapie, Bestrahlung) die Lebensqualität für den Patienten besser ist, ist die Gefahr des Wiederauftretens des Peniskarzinoms deutlich höher als nach Penisamputationen.

Behandlung der Lymphknoten

Das therapeutische Vorgehen richtet sich danach, ob die Lymphknoten tastbar sind oder nicht.

  • Nicht-tastbare Lymphknoten: Ist der Wächterlymphknoten von Tumorzellen befallen, wird eine komplette Entfernung aller Leistenlymphknoten an der betreffenden Seite durchgeführt.

  • Tastbare Lymphknoten: Per Ultraschalluntersuchung mit Frequenzen, die höher sind als die, die der Mensch wahrnehmen kann, ab ungefähr 20.000 Hertz. In der Medizin werden diese Schallwellen benutzt, um ohne Belastung von Röntgenstrahlen Gewebe zu untersuchen. Das untersuchte Gewebe wird auf einem Bildschirm als Schnittbild angezeigt, gezielte Feinnadelbiopsie der vergrößerten Lymphknoten ermöglicht eine rasche und genaue Diagnose. Sollte damit kein Ergebnis erzielt werden, kann zunächst eine antibiotische Therapie verabreicht werden. Bleiben die Lymphknoten vergrößert, wird die Feinnadelbiopsie wiederholt. Gegebenenfalls werden die verdächtigen Lymphknoten chirurgisch entfernt.

Sind die Leistenlymphknoten tumorfrei, werden die Lymphknoten im kleinen Becken nicht entfernt. Sind mehrere Lymphknoten befallen, müssen die Beckenlymphknoten ebenfalls entfernt werden.

Grundsätzlich kann die Entfernung der Leistenlymphknoten viele Komplikationen nach sich ziehen. Es kann zu einer verlängerten Lymphsekretabsonderung kommen und damit zu einer Schwellung des Hodensacks und der Beine (Lymphödem). Außerdem kommen häufig Wundheilungsstörungen vor. Daher sollte diese Operation nur an erfahrenen urologischen Zentren durchgeführt werden. Je nach Befund erhalten Patienten eine anschließende Chemotherapie (Cisplatin: Ist ein sehr verbreitetes Zytostatikum (hemmt die Zellteilung). Die Wirkung beruht in der Hemmung der DNA-Replikation (Vervielfältigung der Erbinformation), indem die beiden Stränge eng miteinander verknüpft werden. Aus diesem Grund wird die Erbinformation (in diesem Fall der Tumorzellen) gestört und dadurch funktionsunfähig. Auch Fluoropyrimidin wird als Zytostatikum v.a. zur Behandlung von Dickdarm- und Brustkrebs eingesetzt. Es findet auch Verwendung bei der Therapie von Warzen und Peniskarzinomen.

Treten Lymphknotenpakete oder -metastasen nach erfolgreicher Therapie auf, wird eine Chemotherapie mit nachfolgender Operation der Metastasenabsiedelung von Tumorzellen an einem vom Primärherd entfernten Ort über die Blut- oder Lymphbahn in Organe wie Leber oder Lunge, aber auch Lymphknoten und Knochen durchgeführt. Eine anschließende Strahlentherapie kann die Tumorkontrolle verbessern und ein Ausbreiten verhindern. Allerdings treten oft Nebenwirkungen wie z.B. Beinschwellungen und Schmerzen auf.

Nachsorge

Eine intensive Nachsorge in den ersten zwei Jahren nach der Therapie des Peniskarzinoms ist unbedingt erforderlich, um ein Wiederauftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen können gelindert werden. Daher sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Nach fünf Jahren kann die Nachsorge in weiteren Abständen erfolgen. Allerdings muss sich der Patient – nach Anleitung durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt – ein Leben lang selbst regelmäßig untersuchen, um neu auftretende Veränderungen sofort zu entdecken und der Ärztin/dem Arzt mitzuteilen. Bei psychischem Leidensdruck können Betroffene bei psychosozialen Beratungsstellen Unterstützung bekommen. 

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Veränderungen im Genitalbereich sollten Sie sich umgehend an eine Fachärztin/einen Facharzt für Urologie und Andrologie wenden. 

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Ist zur Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Vom Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?


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