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Mann mit Beschwerden am Penis © twinsterphoto

Peniskrebs: Risikofaktoren, Symptome & Diagnose

Das Peniskarzinom wird oft als nicht heilende Wunde fehlgedeutet. Das führt dazu, dass der Patient oft länger zuwartet oder sich zunächst selbst behandelt. Fast jeder zweite Betroffene sucht erst ein Jahr nach Auftreten der ersten Symptome eine Ärztin/einen Arzt auf . . .

Risikofaktoren

Das Peniskarzinom ist meistens ein Plattenepithelkarzinom und entsteht aus dem Epithel des inneren Vorhautblatts und der Eichel. Nur selten liegt ein malignes Melanom oder ein Basalzellkarzinom des Penis vor.

Das Erkrankungsrisiko kann u.a. durch folgende Faktoren erhöht werden:

  • Vorhautverengung (Phimose),
  • chronische Entzündungen an der Vorhaut mit Gewebeveränderungen,
  • unzureichende Hygiene,
  • Genitalwarzen infolge einer Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus (HPV) (3- bis 5-fach erhöhtes Risiko für Peniskrebs) sowie
  • Rauchen (4- bis 5-fach erhöhtes Risiko)  

Symptome

Betroffene bemerken eine Veränderung an der Eichel, der Vorhaut oder am Penis. Diese Veränderung ist schmerzlos und kann verschiedenartig aussehen. Mögliche Formen sind:

  • an Größe zunehmende Verhärtung,
  • warzenartige Wucherung,
  • nässendes, nicht heilendes Geschwür.  

Oft können auch Schwellungen der Lymphknoten in der Leistenregion getastet werden. Bei fortgeschrittenen Stadien können Blutungen aus dem Tumor auftreten. Allgemeine Beschwerden wie ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit etc. sind erst in weit fortgeschrittenen Stadien zu beobachten.  

Diagnose

Die Diagnose erfolgt v.a. durch eine genaue Untersuchung des Penis, der benachbarten Organe sowie der Lymphknoten. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren, v.a. Ultraschall mit Frequenzen, die höher sind als die, die der Mensch wahrnehmen kann, ab ungefähr 20.000 Hertz. In der Medizin werden diese Schallwellen benutzt, um ohne Belastung von Röntgenstrahlen Gewebe zu untersuchen. Das untersuchte Gewebe wird auf einem Bildschirm als Schnittbild angezeigt. Die Magnetresonanztomographie (MRT, kurz auch MR) ist ein bildgebendes Verfahren, das zur Darstellung der Struktur und Funktion von Geweben eingesetzt wird. Dafür werden sehr starke Magnetfelder verwendet, die bestimmte Atomkerne anregen (z.B. von Wasserstoff). Wenn die Atomkerne in ihre Ausgangsposition zurückkehren, senden sie Signale aus, die aufgefangen und in ein Schnittbild umgewandelt werden. Hierzu ist keine Röntgenstrahlung notwendig. Dadurch wird abgeklärt, ob sich der Tumor bereits ausgebreitet bzw. Metastasen gebildet hat.

Bei Verdacht auf einen Peniskrebs an der Eichel bzw. , wenn bereits Lymphknoten befallen sind, wird eine Probe (Biopsie) aus der veränderten Stelle entnommen. Liegt eine Veränderung im Bereich der Vorhaut vor, wird diese komplett entfernt.

Bei der Wächter-Lymphknoten-Diagnostik wird nach Einspritzen einer speziellen Substanz der Wächterlymphknoten (erste Schranke für abgesiedelte Tumorzellen) mit einer Sonde aufgesucht und entfernt. Ist dieser Lymphknoten vom Tumor befallen, wird eine komplette Entfernung aller Leistenlymphknoten an der betreffenden Seite durchgeführt.

Mit einer PET-CT können bereits kleine Mikrometastasen sichtbar gemacht werden.

Nach histologischer Untersuchung der Gewebeprobe bzw. der Vorhaut nach Beschneidung wird das Tumorstadium des Peniskarzinoms nach der internationalen Tumorklassifikation TNM (Tumor Nodes Metastases) von 2009 eingeteilt.

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