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Fettiger Krapfen © Syda Productions

Ernährung zur Vorbeugung von Krebs

Die Entstehung von Krebserkrankungen wird unter anderem auch durch Ernährung als einer von vielen Lebensstilfaktoren beeinflusst. Zu zahlreichen Faktoren der Ernährung liegen mittlerweile wissenschaftliche Datenlagen (Evidenz) vor, die einen Zusammenhang mit bestimmten Krebserkrankungen überzeugend belegen. Bei manchen Einflussfaktoren ist der Zusammenhang nicht so eindeutig, kann jedoch als wahrscheinlich angesehen werden . . .

Eine umfassende Bewertung aller weltweit vorliegenden Studienergebnisse zum Thema „Ernährung und Krebs“ erfolgte 2007 durch den World Cancer Research Fund (WCRF) und das American Institute for Cancer Research (AICR). Basierend auf dieser Bewertung wurden einfache Empfehlungen zur Vorbeugung von Krebs formuliert.

Neben vielen ernährungsrelevanten Faktoren wird dabei auch Bewegung als wichtiger Teil in der Prävention betont: Da Bewegungsmangel als eine der Krebsursachen gilt, sollte körperliche Aktivität Teil des täglichen Lebens sein. Auch der Verzicht auf das Rauchen ist ein wichtiger Faktor zur Vermeidung von Krebs.

Ernährungsempfehlungen zur Prävention von Krebs

Übergewicht vermeiden

Als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Krebserkrankungen gelten ein lebenslanges Normalgewicht (BMI 18,5 bis < 25 kg/m2) und ein normaler Bauchumfang. Weitere Informationen finden Sie unter Wann ist man übergewichtig?

Energiereiche Lebensmittel und Getränke meiden

Der Konsum kalorienreicher Lebensmittel und Getränke nimmt derzeit weltweit zu und trägt zum weltweiten Anstieg von Übergewicht bei. Da Übergewicht Krebs begünstigt, ist es empfehlenswert, den Verzehr kalorienreicher Lebensmittel und vor allem zuckerhaltiger Getränke einzuschränken. Eine Ernährung, die überwiegend aus verarbeiteten Lebensmitteln besteht und oft erhebliche Mengen an Fett oder Zucker enthält, ist eher kalorienreicher als eine Ernährung, die hohe Mengen an gering verarbeiteten sowie pflanzlichen Lebensmitteln enthält:

  • Es wird empfohlen, kalorienreiche Lebensmittel (u.a. Frittiertes, Wurst, fettige Snacks, Süßigkeiten) und zuckerhaltige Getränke nur selten zu verzehren.
  • Fast Food sollte – wenn überhaupt – nur selten gegessen werden.

Reichlich pflanzliche Lebensmittel

Der Krebsbericht des WCRF kommt zu dem Schluss, dass die meisten krebsvorbeugenden Ernährungsformen überwiegend aus pflanzlicher Nahrung bestehen. Um Krebs entgegenzuwirken, wird daher eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise empfohlen:

  • Mindestens fünf Portionen verschiedenes Gemüse und Obst pro Tag verzehren. Vorzugsweise aus einer Vielzahl von unterschiedlichem Gemüse und Obst verschiedener Farben, einschließlich rot, grün, gelb, weiß, lila und orange (inkl. Tomaten und -produkte, Lauchgewächse wie Knoblauch).
  • Zu jeder Mahlzeit Getreide und/oder Hülsenfrüchte essen. Wenn möglich weitgehend unverarbeitet (jedoch hitzebehandelt, wenn erforderlich, z.B. Bohnen).

Tierische Lebensmittel in geringen Mengen

Viele Lebensmittel tierischer Herkunft leisten zwar einen wichtigen Beitrag zur Nährstoffversorgung und sind auch gesundheitsförderlich – solange sie in mäßiger Menge verzehrt werden. Ein Übermaß ist hingegen in vielerlei Hinsicht mit negativen Auswirkungen verbunden. Zur Vermeidung von Krebs wird empfohlen, den Verzehr von rotem Fleisch zu begrenzen und den Verzehr von verarbeitetem Fleisch zu vermeiden:

  • Der Konsum von Fleisch sollte sich auf 500 g pro Woche beschränken. Davon sollte so wenig wie möglich verarbeitet (z.B. Wurstwaren) sein.

Hinweis Verarbeitetes Fleisch bezieht sich auf Räuchern, Beizen oder Salzen oder die Zugabe von chemischen Konservierungsmitteln zur Haltbarmachung. Unter rotem Fleisch wird Rind-, Schweine-, Schaf- und Ziegenfleisch verstanden. Weißes Fleisch ist z.B. Hühner- oder Putenfleisch.

Moderater Alkoholkonsum

Alkohol erhöht das Risiko für Krebserkrankungen in Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Dickdarm, Mastdarm, Brust und Leber. Die Beweislage ist überzeugend und rechtfertigt die Empfehlung, keinen Alkohol zu trinken. Moderater Alkoholkonsum senkt aber wahrscheinlich das Risiko koronarer Herzkrankheiten. Es wird daher eine Begrenzung des Konsums alkoholischer Getränke auf ein moderates Ausmaß empfohlen:

  • Der Konsum alkoholischer Getränke sollte auf maximal zwei Gläser pro Tag bei Männern und ein Glas pro Tag bei Frauen begrenzt werden. Dies entspricht bei der Frau einem Achtel Wein ODER einem Seidel Bier, beim Mann einem Viertel Wein ODER einem Krügel Bier.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Alkohol.

Weitere krebspräventive Ernährungsmaßnahmen

Bestimmte Verarbeitungs- oder Haltbarmachungsmethoden von Lebensmitteln können negative Auswirkungen auf das Krebsgeschehen im Körper zeigen. Durch Schimmel bedingte Lebensmittelgifte stellen auch eine Gefahr dar. So sind mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin belastete Lebensmittel eine Ursache für Leberkrebs. Mit Salz haltbar gemachte Lebensmittel sind wahrscheinlich eine Ursache für Magenkrebs:

  • Der Verzehr angeschimmelter Lebensmittel (speziell Getreide oder Hülsenfrüchte) ist zu vermeiden.
  • Vom Verzehr von gepökelten oder stark gesalzenen Lebensmitteln soll abgesehen werden. Der Salzkonsum pro Person sollte fünf Gramm (WHO) pro Tag nicht überschreiten.

Hinweis Die hier angeführten Empfehlungen zur Prävention bestimmter Krankheiten bzw. für die Ernährung bei bestimmten Krankheiten sind als Basis für individuell abgestimmte Maßnahmen zu verstehen. Sie können eine persönliche Beratung oder Diagnose durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Diätologin/einen Diätologen nicht ersetzen.

Weitere Informationen zum WCRF-Bericht erhalten Sie unter Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention.
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