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Trinkwasser und Apfel © Natalia Klenova

Ernährung bei Krebserkrankungen

Krebspatientinnen und -patienten können mithilfe der Ernährung ihren Allgemeinzustand verbessern und ihre Lebensqualität optimieren. Ernährung ist allerdings nicht imstande, den Tumor zu bekämpfen oder gar zu heilen. Sogenannte „Krebsdiäten“, die ebendiese Versprechungen machen, sind unseriös und können wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Vielmehr besteht durch diese oft einseitigen Diäten die Gefahr eines Nährstoffdefizits bis hin zu Mangelernährung. Durch gezielte Ernährungsmaßnahmen können therapie- und tumorbedingte Nebenwirkungen jedoch vermindert werden . . .

Durch eine optimale energie- und nährstoffangepasste Ernährung wird die Therapie mit ihren Begleiterscheinungen besser vertragen und der Heilungsprozess unterstützt. Die natürliche Form der Nahrungsaufnahme (oral, über den Mund) soll möglichst lange aufrechterhalten werden. Bei gefährdeter Versorgung mit Energie und Nährstoffen können Zusatznahrung oder künstliche Ernährung erforderlich sein.

Mangelernährung vermeiden

Für eine energie- und nährstoffreiche Ernährung wird eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost empfohlen – entsprechend der Österreichischen Ernährungspyramide. Bei bestimmten Beschwerden wie z.B. Übelkeit oder Entzündungen im Mund muss die Ernährung entsprechend angepasst werden. Insbesondere bei der Strahlen- und Chemotherapie muss auf eine ausreichend hohe Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Das ist besonders wichtig, da die Abbauprodukte zerfallener Zellen über die Nieren ausgeschieden werden. Geeignete Getränke sind Trinkwasser, kohlensäurefreies oder -armes Mineralwasser, mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Täglich mindestens 1,5 bis zwei Liter trinken.

Im Laufe einer Krebserkrankung kann es zu Mangelernährung kommen, deren schwerste Form die sogenannte Tumorkachexie ist. Dieser fortschreitende Gewichtsverlust ist durch vermehrte Freisetzung von Fettgewebe und dem Verlust an Muskelmasse gekennzeichnet. Es kommt zu Schwäche, verminderter Immunabwehr, Blutarmut und starkem Untergewicht. Eine tumorbedingte Mangelernährung führt zu erheblichen Beeinträchtigungen des Stoffwechsels und des Immunsystems. Ein Umstieg auf künstliche Ernährung kann erforderlich sein.

Hinweis Bei tumorbedingten Funktionsstörungen (z.B. bei Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren) können spezielle ernährungstherapeutische Maßnahmen erforderlich sein.

Nebenwirkungen vermindern

Die optimale Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für einen guten Therapieverlauf. Zudem verbessern eine gute körperliche Konstitution und die optimale Versorgung mit Energie, Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen die Lebensqualität der Krebspatientin/des Krebspatienten. Häufig kommt es bei der Chemo- oder Strahlenbehandlung zu Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Geruchs- oder Geschmacksveränderungen, Entzündungen im Mundbereich, Schluckstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, übermäßigem Völlegefühl, starken Blähungen, Durchfällen u.v.m. – diese Beschwerden gilt es innerhalb der Ernährung zu berücksichtigen.

Weitere Informationen zur z.B. Besserung von Beschwerden erhalten Sie unter Ernährung bei Chemo- und Strahlentherapie.

Keimbelastung durch Ernährung vermeiden

Bei bestimmten Krebsformen kann es zu einem starken Abfall der Leukozyten und Granulozyten kommen. Um die Belastung für das Immunsystem gering zu halten und das Risiko von Infektionen zu minimieren, ist in solchen Fällen eine keimarme Ernährung erforderlich.

Um den Kontakt mit Keimen durch Nahrung und Zubereitung möglichst gering zu halten, sollte auf besondere Lebensmittel- und Küchenhygiene geachtet werden. Auch beim Einkauf gilt es, einiges zu beachten.

Keimarmer Umgang mit Lebensmitteln:

  • Speisen möglichst aus einwandfreien bzw. frischen Zutaten zubereiten.
  • Speisen, die roh verzehrt werden, gründlich waschen – am besten dreimal unter fließendem warmem Wasser.
  • Mögliche Quellen für Salmonellen (z.B. Geflügel, Fisch, Eier) getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten. Arbeitsflächen wie Schneidebrett im Anschluss gründlich reinigen. Nur Plastikschneidebretter verwenden.
  • Speisen unbedingt durchgaren. Achten Sie insbesondere bei der Mikrowelle auf eine gleichmäßige Erwärmung der Speisen, indem Sie häufig umrühren.
  • Speisen nicht über einen langen Zeitraum warm halten.
  • Achten Sie bei Händen und verwendeten Utensilien (z.B. Geschirrtüchern, Geschirr, Arbeitsflächen, Schneidebrettern) auf Sauberkeit und Hygiene.
  • In der Küche verwendete Textilien häufig, am besten täglich wechseln und mit mindestens 60 Grad Celsius waschen.
  • Achten Sie beim Einkauf auf eine einwandfreie, unbeschädigte Verpackung (keine eingedellten, aufgeblähten Dosen etc.)
  • Sorgen Sie dafür, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Hilfreich sind hierfür Kühlboxen oder -taschen.
  • Lebensmittel nicht nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums verzehren.
  • Achten Sie auf empfohlene Lagertemperaturen.
  • Küchenabfälle nicht zu lange im Mülleimer belassen. Am besten täglich entsorgen.
  • Haustiere haben in der Küche nichts verloren!

Weitere Informationen erhalten Sie unter

Rezidiv-Vermeidung

Mit einer angepassten Ernährungsweise können die Folgen der Therapienebenwirkungen gelindert und die Widerstandskraft des Körpers erhöht werden. Ernährung kann auch dazu beitragen, ein Rezidiv (wiederkehrende Krebserkrankung) zu vermeiden. Beachten Sie dazu die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung entsprechend der Österreichischen Ernährungspyramide.

Hinweis Die hier angeführten Empfehlungen zur Prävention bestimmter Krankheiten bzw. für die Ernährung bei bestimmten Krankheiten sind als Basis für individuell abgestimmte Maßnahmen zu verstehen. Sie können eine persönliche Beratung oder Diagnose durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Diätologin/einen Diätologen nicht ersetzen.

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