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Mann sieht durch Mikroskop © Alexander Raths

Gebärmutterhalskrebs: Diagnose

PAP-Abstrich und gynäkologische Untersuchung können den Verdacht auf ein Zervixkarzinom ergeben. Frühsymptome, auf die Frauen achten sollten, sind Blutungen nach dem Sex, unregelmäßige Monatsblutungen sowie Blutungen nach Auftreten der Menopause. Diese Symptome sollten rasch von einer Gynäkologin/einem Gynäkologen abgeklärt werden . . .

Vom PAP-Befund zur Biopsie

Liefert der PAP-Abstrich bzw. die gynäkologische Begutachtung (z.B. mittels Kolposkopie) Hinweise auf ein Zervixkarzinom bzw. eine Krebsvorstufe, ist eine weiterführende Diagnostik notwendig.

Der PAP-Befund wird in sogenannten PAP-Gruppen befundet:

  • PAP-Gruppe 0: nicht beurteilbar.

  • PAP-Gruppe I/II: normales, altersentsprechendes bzw. gutartiges Zellbild.

  • PAP-Gruppe III: Dignität (d.h. Gut- bzw. Bösartigkeit der Zellveränderungen) nicht sicher beurteilbar.

  • PAP-Gruppe IIIG: auffällige glanduläre (d.h. drüsige) Zellen.

  • PAP-Gruppe IIID: Zellen einer leicht bis mäßigen Dysplasie (Krebsvorstufe).

  • PAP-Gruppe IV: Zellen einer mäßigen bis schweren Dysplasie bzw. eines Adenocarcinoma in situ (d.h. eines nicht invasiven Adenokarzinoms).

  • PAP-Gruppe V: Zellen eines vermutlich invasiven Karzinoms.

Der Zellbefund des PAP-Abstrich lässt keine definitive Diagnosestellung zu. Eine Gewebsentnahme (Biopsiebzw. eine Zervikalkanalkürettage (Ausschabung) sind notwendig, um die Diagnose Zervixkarzinom zu bestätigen. Der Tumor wird anschließend entweder operativ entfernt (ab einer höhergradigen Dysplasie), oder es wird in fortgeschrittenen Stadien z.B. eine Strahlen- und Chemotherapie angewandt.

Arten des Zervixkarzinoms

Für die Behandlung ist es wesentlich festzustellen, um welchen Tumortyp es sich handelt. Jede endgültige Diagnose muss histologisch unter dem Mikroskop erfolgen. Es werden unterschiedliche Schwergrade von Vorstufen und je nach Zelltyp auch unterschiedliche Typen von Gebärmutterhalskrebs unterschieden:

Krebsvorstufen:

  • CIN I (zervikale intraepitheliale Neoplasie): leichte Dysplasie

  • CIN II: mittelgradige Dysplasie (Krebsvorstufe)

  • CIN III: hochgradige Dysplasie (Krebsvorstufe), Operation (Konisation) sinnvoll

Krebsarten:

  • Plattenepithelkarzinom: 80% aller Gebärmutterhalskarzinome

  • Adenokarzinom (geht aus Drüsengewebe hervor)

Sehr selten treten auch andere Krebsformen auf, z.B. das adenosquamöse Karzinom, das Neuroendokrine, kleinzellige Karzinom oder ein Melanom. Zudem können Metastasen von anderen Krebsarten (z.B. Brustkrebs, Gebärmutterkrebs) den Gebärmutterhals befallen.

Vor der OP – Feststellung der Tumorausbreitung

Hat sich der Verdacht auf ein Zervixkarzinom bestätigt, sind Voruntersuchungen für eine operative Therapie notwendig. Diese beinhalten heute nach Tumorstadium eine herkömmliche gynäkologische Untersuchung mit vaginaler (über die Scheide) und rektaler Tastuntersuchung, einen  Ultraschall und falls erforderlich eine Diagnostik der umgebenden Organe (Harnleiter, Harnblase, Rektum).

Zum Ausschluss von Fernmetastasen und zur Planung einer eventuellen Strahlentherapie kommen weitere bildgebende Maßnahmen zum Einsatz z.B. MRT des Beckens, CT der Lunge, des Bauches und Beckens sowie ggf. PET-CT. Im Blut können Tumormarker wie SCC-Antigen, CEA bzw. CA 125 bestimmt werden. Tumormarker können nach der Behandlung zur Verlaufskontrolle hilfreich sein.

Mittels TNM-Klassifikation bzw. sogenanntem FIGO-Schema wird der Tumor einem Tumorstadium zugeteilt. Von diesem hängt die weitere Therapieplanung ab.

Prognose – Tumorgröße entscheidend

Gewisse Faktoren wirken sich auf die Heilungschancen aus. Zu diesen zählen vor allem die Tumorgröße, das Tumorstadium, das Vorhandensein von Lymphknoten- und/oder Fernmetastasen. Adenokarzinome dürften eine ungünstigere Prognose als Plattenepithelkarzinome aufweisen. Kleinzellige Karzinome haben in jedem Fall eher schlechtere Aussichten auf Heilung.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Anlaufstelle ist die Gynäkologin/der Gynäkologe Ihres Vertrauens. Diese/dieser leitet weitere Schritte je nach Notwendigkeit ein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen diagnostischen Methoden werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte sowie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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