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Ultraschalluntersuchung des Kehlkopfes © Max Tactic

Kehlkopfkrebs

Zur Diagnosesicherung können eine Spiegelung des Kehlkopfes, eine Biopsie sowie weiterführende Untersuchungen notwendig sein. Die Therapiewahl orientiert sich an der Ausdehnung, dem Ort sowie der Art des Kehlkopftumors. In Abhängigkeit von der Ausdehnung, dem Ort und der Art des Tumors stehen Operation, Bestrahlung und Chemotherapie entweder allein oder in Kombination zur Verfügung . . .

Ursachen & Risikofaktoren

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Rauchen, insbesondere in Kombination mit übermäßigem Alkoholkonsum: Rauchen erhöht das Risiko für Kehlkopfkrebs bei Männern um das 20-fache, bei Frauen um das Fünf- bis Zehnfache. Nichtraucher entwickeln fast nie Kehlkopfkrebs;
  • immer wiederkehrende chronische Kehlkopfentzündungen;
  • jahrelanger Kontakt mit Schadstoffen wie z.B. Asbest, Arsen, Nickel, Chrom oder Benzpyrenen in hoher Konzentration;
  • örtliche Bestrahlung;
  • Infektionen mit Humanem Papillomavirus (HPV).

Symptome

Folgende Beschwerden können auf Kehlkopfkrebs hindeuten:

  • länger als zwei bis drei Wochen anhaltende Heiserkeit,
  • veränderter Klang der Stimme,
  • häufiges Bedürfnis, sich zu räuspern („Räusperzwang“),
  • Kratzen bzw. Fremdkörpergefühl im Hals („Kloß im Hals“),
  • trockener Reizhusten,
  • Schluckbeschwerden,
  • ungeklärte Halsschmerzen,
  • Vergrößerung der Halslymphknoten.

In fortgeschrittenen Stadien können Atemnot, blutiger Auswurf oder ins Ohr ausstrahlende Schmerzen auftreten.

Diagnose

Nach einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung mit Abtastung der Halslymphknoten wird eine Spiegelung des Kehlkopfes (Laryngoskopie) durchgeführt. Dadurch können die Stimmlippenregion und die Kehlkopfschleimhaut beurteilt werden. Bei Verdacht auf ein bösartiges Geschehen erfolgen meist unter Narkose eine genauere Untersuchung des Kehlkopfes mit dem Mikrolaryngoskop und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Diese wird im Anschluss unter dem Mikroskop beurteilt. Gegebenenfalls können weiterführende Untersuchungen wie Labortests (Blutbild, Leberwerte etc.), Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie erforderlich sein.

Therapie

In Abhängigkeit von der Ausdehnung, dem Ort und der Art des Tumors stehen Operation, Bestrahlung und Chemotherapie entweder allein oder in Kombination zur Verfügung. Die chirurgische Entfernung kann nur Teile des Kehlkopfes oder das ganze Organ betreffen.

Teilentfernung des Kehlkopfes


Bei Frühformen können chirurgische Eingriffe unter Erhaltung des Kehlkopfes oder Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Mittels der sogenannten Mikrochirurgie wird durch den Mund mit Mikroskop und CO2-Laser nur ein Teil des Kehlkopfes entfernt. Der große Vorteil der organ- und funktionserhaltenden Laserchirurgie besteht darin, dass Schlucken, Atmen und vor allem auch die Stimmfunktion weniger stark beeinträchtigt werden. Meist kann durch entsprechende Übungen, z.B. unter Anleitung einer Logopädin/eines Logopäden, das Sprechen wieder weitgehend normal erlernt werden. Oft kann die Patientin/der Patient bereits unmittelbar nach der Operation mit dem Stimmtraining beginnen. Sollte ein laserchirurgischer Eingriff nicht möglich sein, können Teile des Kehlkopfes auch von außen auf herkömmlichem Weg reseziert werden.

Totalentfernung des Kehlkopfes

In fortgeschrittenen Stadien kann eine vollständige Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie) über einen Schnitt am Hals von außen erforderlich sein. Hiernach ist eine normale Atmung durch den Mund und ein normales Sprechen nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wird zwischen der Luftröhre und dem vorderen Teil des Halses ein künstlicher Luftweg (Tracheostoma) angelegt. Danach muss das Sprechen neu erlernt werden. Dies ist mithilfe folgender Techniken möglich:

  • Trainieren einer sogenannten Speiseröhrenstimme,
  • operative Verfahren: z.B. Implantation eines Ventils zwischen Luftröhrenstumpf und oberem Speiseröhrenabschnitt bzw. unterem Rachenbereich (Stimmprothese) oder die Verwendung einer elektronischen Sprechhilfe.

Stadiengerechte Therapie

Je nach Stadium ist eventuell eine Entfernung der Halslymphknoten erforderlich. Strahlen- und Chemotherapie können allein oder kombiniert vor bzw. nach der Operation oder bei großen, nicht operablen Tumoren erfolgen. In den letzten Jahren wurden auch zielgerichtete Medikamente entwickelt, die in der Behandlung von Kehlkopfkrebs verbesserte Ergebnisse erzielen können.

Prognose & Nachsorge

Die Heilungschancen hängen von der Lage des Tumors ab. Da Stimmlippentumoren meist frühzeitig, durch die früh auftretende chronische Heiserkeit, diagnostiziert werden, liegt ihre Heilungsrate bei 90 Prozent. Ober- und unterhalb der Stimmritze gelegene Karzinome werden häufig erst in einem späteren Stadium erkannt und haben deshalb eine schlechtere Prognose. Nach abgeschlossener Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen in vereinbarten Intervallen erforderlich, um ein erneutes Auftreten von Krebs möglichst frühzeitig feststellen zu können.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden im Kehlkopf- bzw. Halsbereich können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Für die Behandlung kann mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt. Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Nachsorge

Die Kosten, die bei der Nachsorge entstehen, werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.
Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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