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Ultraschall der Brust © Max Tactic

Brustkrebs: Weiterführende Diagnose

Um feststellen zu können, ob eine verdächtige Veränderung des Gewebes gutartig oder bösartig ist, sind Gewebeproben der Brust notwendig. Die Gewebsentnahmen erfolgen mittels Biopsie. Die entnommenen Proben werden auf Krebszellen histologisch untersucht. Bei einem gutartigen histologischen Befund schlägt die Ärztin bzw. der Arzt in der Regel eine baldige Kontrolle vor. Im Falle eines bösartigen Befundes wird eine Therapie mit der Patientin geplant. Im histologischen Befund wird auch die genaue Krebsart festgestellt.

Biopsieverfahren

Zur Sicherung der Diagnose werden Gewebeproben mittels Biopsien entnommen. Vorzugsweise werden geschlossene (minimalinvasive) Biopsien angewendet, bei denen keine Operation notwendig ist. Offene (invasive) Biopsien ermöglichen es, eine größere Menge an Gewebe zu entnehmen.

Bei geschlossenen Biopsietechniken wird mittels einer dünnen Nadel Gewebe aus dem verdächtigen Gewebebezirk oder Knoten entnommen. Dazu zählen die Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie und die Vakuumbiopsie. Um die Gewebeentnahmen möglichst genau an der verdächtigen Läsion durchführen zu können, wird die Gewebsentnahme durch ein Ultraschallbild in „Echtzeit“ gesteuert, vorausgesetzt, die verdächtige Stelle ist im Ultraschall erkennbar. Die Vakuumbiopsie wird auch mithilfe spezieller Mammografiegeräte durchgeführt. Eine Stanz- oder Vakuumbiopsie dauert rund 30 Minuten. Kurz nach dem Eingriff werden die Patientinnen nach Hause entlassen.

Die offene Biopsie ist im Gegensatz zur minimalinvasiven Biopsie ein operativer Eingriff. Sie wird durchgeführt, wenn mit anderen diagnostischen Methoden kein eindeutiges Ergebnis erzielt werden kann. Die offene Biopsie wird unter Vollnarkose vorgenommen. Für offene Biopsien ist ein Spitalsaufenthalt notwendig. Da in der Früherkennung immer häufiger nicht tastbare Veränderungen entdeckt werden, steigt die Zahl histologischer Abklärungen des Tumors mittels Biopsien an.

Wer führt Biopsien durch?

Geschlossene Biopsien werden von folgenden Stellen durchgeführt:

  • Fachärztin/Facharzt für Gynäkologie
  • Fachärztin/Facharzt für Radiologie
  • Spitalsambulanz für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Brustzentrum bzw. zertifiziertes Brustzentrum

Hinweis Patientinnen benötigen eine Überweisung durch die behandelnde Fachärztin/den behandelnden Facharzt. Wichtig ist, bereits vorliegende Befunde, Arztbriefe oder Röntgenbilder mitzunehmen.

Beurteilung und Diagnose

Die Gewebeproben werden von einer Pathologin oder einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Werden Krebszellen gefunden, gilt die Diagnose eines Mammakarzinoms als gesichert. In weiteren Untersuchungen wird die Art des Tumors näher bestimmt. Mit speziellen molekularbiologischen Verfahren wird die Beschaffenheit von Zellrezeptoren, die das Zellwachstum beeinflussen, überprüft. Dazu zählen Hormonrezeptoren und HER2-Rezeptoren. Rezeptoren sind Anbindungsstellen von Zellen, über die Signale vermittelt werden. Sogenannte hormonabhängige Tumortypen mit einer starken Ausprägung von Hormonrezeptoren im Tumorgewebe können mit einer „Anti-Hormontherapie“ medikamentös behandelt werden.

Andere Tumortypen weisen vermehrt ein besonderes Rezeptormolekül, das HER2-Molekül, auf, das für ein schnelleres Wachstum verantwortlich ist. Für diese Krebsart werden spezielle Antikörper-Medikamente eingesetzt.

Klassifikation eines bösartigen Tumors

Für die Entscheidung, welche Therapie angewendet werden soll, ist es im Anschluss an die Biopsie in der medizinischen Praxis üblich, den bösartigen Tumor nach bestimmten Kriterien einzustufen. Eine gängige Klassifikation in der Diagnose ist das sogenannte TNM-System der UICC (Union for International Cancer Control). Dabei wird der Tumor nach seiner Größe (T), dem Befall von Lymphknoten (N) und dem Vorliegen von Fernmetastasen (M) eingestuft.

Das sogenannte Tumorgrading bewertet zusätzlich den Grad der Bösartigkeit zumeist in drei Stufen (Grad 1 bis 3). Dies erfolgt mithilfe einer mikroskopischen Untersuchung. Für die Abschätzung der Ausbreitung eines Tumors sowie möglicherweise vorhandener Metastasen dienen unter anderem das Lungenröntgen, eine Ultraschalluntersuchung der Leber oder Schichtaufnahmen bestimmter Körperteile mittels Computer- oder Magnetresonanztomografie (CT oder MRT). Weitere Informationen zu den häufigsten Diagnosemethoden (z.B. Mammografie, Biopsie, präoperative Tumormarkierung) finden Sie auf der Homepage der Österreichischen Röntgengesellschaft.

Zum Abschluss der Untersuchungen bespricht die Ärztin oder der Arzt den Befund mit der Patientin. Bei einem gutartigen Tumor (negativer Befund) ist meistens keine weitere Behandlung oder Operation notwendig. Allerdings können bei bestimmten gutartigen Tumoren häufigere Kontrolluntersuchungen vorgeschlagen werden. Ein bösartiger Tumor (positiver Befund) macht eine individuelle Therapie erforderlich. Für die gesicherte Diagnose einer Läsion (Gewebeveränderung) können Untersuchungen notwendig sein, die eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachärztinnen und Fachärzten für Gynäkologie, Radiologie, Chirurgie und Pathologie erfordern.


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