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Arzt tastet Brust der Frau ab © endstock

Brustkrebs: Diagnose (Mammografie, Ultraschall)

Für die Abklärung eines Verdachts auf Brustkrebs ist zunächst eine ärztliche Untersuchung notwendig. Danach wird in der Regel eine Mammografie (Bruströntgen) durchgeführt. Sie ist die Standarduntersuchung der bildgebenden Verfahren zur Brustkrebsdiagnose. Bildgebende Untersuchungen ergeben einen Wahrscheinlichkeitsbefund, aus dem hervorgeht, ob eine genauere histologische Untersuchung (mikroskopische, „feingewebliche“ Analyse) einer Gewebeprobe notwendig ist. Wenn Sie eine ungewöhnliche Veränderung Ihrer Brust bemerken, ist eine Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt notwendig. Die Diagnostik von Brustkrebs stützt sich auf klinische, bildgebende und invasive Verfahren (Gewebsentnahmen). 

Für eine Diagnose, ob gutartige Veränderungen (z.B. Zyste, Abszess) oder ein bösartiger Tumor vorlieg, können verschiedene Untersuchungen notwendig sein. Der histologische Befund erfolgt mittels einer Biopsie (Gewebsentnahme) und zeigt, ob es sich bei den entnommenen Gewebsproben um Krebszellen handelt oder nicht. Mittels einer molekularbiologischen Untersuchung werden weitere Eigenschaften des Tumors festgestellt. Die Ergebnisse der Biopsie und der molekularbiologischen Untersuchung sind für die Therapieentscheidung wichtig.

Ärztliche Untersuchung

Zur Abklärung einer Veränderung führt die Ärztin/der Arzt nach einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) eine klinische Untersuchung der Brust durch, die aus einer Inspektion und Tastuntersuchung (Palpation) besteht. Bei der Palpation tastet die Ärztin/der Arzt systematisch das Drüsengewebe der Brust ab, um eventuelle Verhärtungen und andere knotige Veränderungen im Gewebe zu erkennen. Außerdem werden die Achselhöhlen untersucht, um mögliche Vergrößerungen der Lymphknoten festzustellen.

Bei Verhärtungen werden Größe, Konsistenz, Form, eine mögliche Abgrenzung gegen das umliegende Gewebe, Verschiebbarkeit gegen die Haut und unterliegendes Gewebe sowie Schmerzempfindlichkeit geprüft und dokumentiert. Erfahrene Ärztinnen und Ärzte können mithilfe der Tastuntersuchung einen verdächtigen Knoten erkennen. Das Ergebnis der Tastuntersuchung kann weitere Untersuchungen mittels sogenannter bildgebender Verfahren erforderlich machen. 

Hinweis Ältere Röntgenbilder helfen der Ärztin/dem Arzt zu beurteilen, ob eine alte Läsion (Gewebeveränderung) vorliegt und wie sich diese Veränderung entwickelt.

Bildgebende Verfahren

Die Mammografie (Röntgen der Brust) ist die Standarduntersuchung zur Abklärung von Veränderungen der Brust. Die Mammasonografie (Ultraschalluntersuchung der Brust) ist die wichtigste Ergänzungsuntersuchung zur Mammografie. Um einen Krebsverdacht genauer abzuklären, können auch andere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden.

Mammografie

Die Mammografie ist die wichtigste Untersuchungsmethode für die Abklärung eines Brustkrebsverdachts. Sie kann auch als einziges diagnostisches Instrument der Bildgebung mit hoher Treffsicherheit Karzinome erkennen, die ausschließlich durch Mikrokalzifikationen (Kalkablagerungen) nachzuweisen sind.

So läuft die Untersuchung ab

Bei einer Mammografie werden bei erwachsenen Frauen von jeder Brust zwei bis drei Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen und Winkeln gemacht, bei jungen Frauen maximal zwei Aufnahmen. Damit die ganze Brust in der Röntgenaufnahme möglichst gut erkennbar ist, wird sie zwischen zwei Glasplatten zusammengedrückt. Dadurch verringert sich zudem die notwendige Strahlendosis erheblich. Die Durchführung der Mammografie dauert in der Regel wenige Minuten. Die Röntgenaufnahmen werden von Fachärztinnen oder Fachärzten für Radiologie ausgewertet und beurteilt.

Wie treffsicher ist die Mammografie?

Mithilfe der Mammografie können zwischen 85 bis 90 Prozent der tatsächlichen Brustkrebsfälle entdeckt werden. Die Treffsicherheit ist von der Dichte des Drüsenkörpers abhängig und bei fettreichem Brustgewebe höher. Dichtes Brustgewebe, welches vor allem bei jüngeren Frauen besteht, senkt die mammografische Entdeckungsrate. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Dichte der Brust in der Regel ab und die Treffsicherheit der Mammografie zu. Rund zehn bis 15 Prozent der tastbaren Brustkarzinome sind in der Mammografie allerdings nicht sichtbar. Diese Rate kann aber durch spezielle fachliche Qualifizierung des Begutachters und optimale Röntgentechnik minimiert werden. Bei unklaren Befunden wird die Früherkennungs-Mammografie mit einer ärztlichen Tastuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung kombiniert.

Brustdichte & Mammografie

Mithilfe der Mammografie kann die Radiologin/der Radiologe die Brustdichte klassifizieren. Nach dem Schema des American College of Radiology (ACR) wird die Dichte des Drüsenkörpers in vier Stufen eingeteilt. Dabei gilt: Je dichter die Brust, desto weniger treffsicher ist die Mammografie bzw. desto treffsicherer ist die Ultraschalluntersuchung.

  • ACR 1: geringe Brustdichte und sehr hoher Anteil an Fettgewebe
  • ACR 2: verstreute Verdichtungen
  • ACR 3: überwiegend dichte Brust
  • ACR 4: extreme Dichte

Ultraschalluntersuchung

Eine Mammasonografie ist eine geeignete Ergänzungsuntersuchung zur Mammografie, da sie die Unterscheidung von Zysten und soliden Tumoren ermöglicht. Besonders bei Frauen mit dichtem Brustgewebe eignet sich die Sonografie der Brust als ergänzende Maßnahme, da die Mammografie unter diesen Bedingungen an diagnostischer Qualität verliert.

So läuft die Untersuchung ab

Bei einer Brust-Ultraschalluntersuchung wird mittels Schallwellen, die über einen Schallkopf in den Körper übertragen werden, ein Bild erzeugt. Eine Sonografie dauert nur wenige Minuten und liefert sofort ein Bild, das von der Ärztin/vom Arzt ausgedruckt oder gespeichert werden kann.

Magnetresonanztomografie

Ein weiteres Verfahren, um unklare Befunde abzuklären, ist die Magnetresonanztomografie (MRT). Ergeben die bildgebenden Untersuchungen einen Krebsverdacht, ist ein Gewebebefund für eine genaue Diagnose notwendig.

Auswertung der Ergebnisse

Die meisten in der Mammografie erkennbaren kleinen Veränderungen sind unspezifisch, das bedeutet, sie sind nicht eindeutig zu diagnostizieren. Das Ergebnis der Untersuchung wird daher mit einer Wahrscheinlichkeit angegeben und im Befund üblicherweise mit der BIRADS-Klassifikation (Breast Imaging Reporting And Data System) beschrieben. Die BIRADS-Klassifikation wird auch für Ultraschall- oder MRT-Untersuchungen angewendet.

BIRADS-Klassifikation

  • BIRADS 1: Negativ, normales Erscheinungsbild
  • BIRADS 2: Gutartiger Befund, normales Erscheinungsbild
  • BIRADS 3: Wahrscheinlich gutartiger Befund
  • BIRADS 4: Verdächtige Veränderung, möglicherweise bösartig
  • BIRADS 5: Hochgradiger Verdacht auf Bösartigkeit

Wenn bei einer Mammografie ein Krebsverdacht (BIRADS 4 und 5) festgestellt wurde, wird eine histologische Untersuchung von Gewebezellen der verdächtigen Läsion notwendig. Die Gewebsentnahme erfolgt mittels Biopsie.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie einen Knoten oder eine andere Veränderung der Brust bemerken, können Sie sich von folgenden Stellen untersuchen lassen:

  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin
  • Kassenambulanz oder Spitalsambulanz für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Brustzentrum bzw. zertifiziertes Brustzentrum

Bildgebende Untersuchungen wie Mammografie, Ultraschall oder MRT werden in Ordinationen oder Instituten von niedergelassenen Fachärztinnen/Fachärzten für Radiologie durchgeführt. Bildgebende Verfahren werden auch in Spezialabteilungen von Spitälern und in Brustzentren durchgeführt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die ärztliche Untersuchung der Brust werden von der Sozialversicherung übernommen.

Voraussetzung für die Kostenübernahme von bildgebenden Verfahren zur Diagnostik durch die Sozialversicherung ist eine ärztliche Überweisung. Bei besonderen bildgebenden Verfahren kann eine chefärztliche Bewilligung durch die Krankenkasse erforderlich sein.

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