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Ultraschalluntersuchung der Nieren © eyetronic

Nierenkrebs: Diagnose & Therapie

Zur Verringerung des Risikos von Nierenkrebs sollten insbesondere Zigarettenrauchen, fettreiche Nahrung und Übergewicht vermieden werden. In Berufen, in denen es zu länger andauerndem Kontakt mit krebserregenden Schadstoffen kommen kann, ist auf bestmögliche Schutzmaßnahmen zu achten. Personen mit bereits von Nierenkarzinom betroffenen Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister) sollten aufgrund ihres erhöhten Erkrankungsrisikos regelmäßig eine Ultraschalluntersuchung der Nieren zur Krebsfrüherkennung durchführen lassen . . .

Diagnose

Mittels einer Ultraschalluntersuchung kann Nierenkrebs in fast allen Fällen bereits im Frühstadium diagnostiziert werden. Da der Tumor allerdings meist lange Zeit kaum Beschwerden verursacht, wird er bei fast der Hälfte der Patientinnen/Patienten erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Zusätzlich erfolgen eine körperliche Untersuchung sowie Labortests (Harn und Blut). Mittels Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Lungenröntgen und Knochenszintigraphie lässt sich feststellen, ob und in welchem Ausmaß der Tumor bereits über die Niere hinausgewachsen ist, benachbarte Organe wie z.B. den Darm erfasst, Lymphknoten befallen oder Metastasen gebildet hat. Eventuell ist auch eine Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich. Histologisch werden mehrere Subtypen des Nierenzellkarzinoms unterschieden. Am häufigsten ist das klarzellige Nierenzellkarzinom (80 bis 90 Prozent). Anhand der Befunde erfolgt die Stadieneinteilung (Staging) des Nierenzellkarzinoms, die ein wichtiges Kriterium für die Therapiewahl darstellt.

Therapie

Die Behandlung richtet sich in erster Linie danach, ob es sich um ein lokal begrenztes Nierenzellkarzinom handelt oder ob bereits Metastasen gebildet wurden.

Lokal begrenztes Nierenzellkarzinom

Die betroffene Niere wird je nach Gegebenheiten komplett (radikale Nephrektomie) oder nur teilweise (partielle Nephrektomie) entfernt. Je nach Größe des Tumors wird in der Regel eine partielle Nephrektomie mit Organerhaltung angestrebt

Der Eingriff kann offen oder laparoskopisch durchgeführt werden und ist bei kleinen Tumoren mit hohen Heilungschancen verbunden. Nach der Operation sind allerdings regelmäßige Kontrollen erforderlich. Andere lokale Therapieverfahren, die unter bestimmten Umständen zum Einsatz kommen können, sind z.B. gezielte physikalische Therapien von außen unter bildgebender Kontrolle, z.B. Kälteanwendung (Kryotherapie) oder Radiofrequenzablation.

Metastasiertes Nierenzellkarzinom

Liegen bereits Metastasen vor, wird eine medikamentöse Behandlung an die Operation angeschlossen. Zunehmend kommen moderne, zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Die meisten dieser Medikamente blockieren Wachstumsfaktoren, die die Tumorzellen benötigen, um sich weiter auszubreiten. Stark im Kommen sind auch neue Immuntherapien, die dem körpereigenen Immunsystem ermöglichen, selbst gegen die Metastasen aktiv zu werden. Strahlentherapie wird vor allem gegen einzelne Knochenmetastasen eingesetzt. Gelegentlich können kleine Organmetastasen ebenfalls bestrahlt werden. Eventuell kann auch die chirurgische Entfernung einzelner Metastasen erwogen werden.

Nachsorge

Nach abgeschlossener Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Die Intervalle richten sich nach dem individuellen Krankheitsbild der Patientin/des Patienten.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von Blut im Harn oder Schmerzen im Lendenbereich sollten Sie sich umgehend an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Urologie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter  Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Für die Behandlung kann mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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