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Ältere Frau mit steifer Schulter © Lydie

Frozen Shoulder (Schultersteife)

Bei einer Schultersteife „friert“ das Schultergelenk nach und nach ein, daher auch die Bezeichnung „Frozen Shoulder“. Anfangs sind es die Schmerzen, später die Bewegungseinschränkung, die für die Betroffenen sehr unangenehm sind. Doch eine steife Schulter heilt fast immer gut aus, allerdings ist dabei viel Geduld erforderlich . . .

Frozen Shoulder: Was ist das?

Unter Schultersteife versteht man eine Erkrankung der Schulter, bei der es zu Schmerzen und in der Folge zu Bewegungseinschränkungen der Schulter kommt. Es gibt Hinweise darauf, dass es aus bislang unbekannten Gründen zu einer Entzündung und in der Folge zu einer Schwellung der Gelenkskapsel und der assoziierten Bänder kommt. Die dadurch entstehenden Veränderungen der Kapsel führen letztendlich zur Bewegungseinschränkung.

Hinweis In der medizinischen Fachsprache nennt man die Schultersteife bzw.Frozen Shoulder“ adhäsive Kapsulitis (auch: Capsulitis adhaesiva).

Die Schultersteife bildet sich in der Regel schleichend aus und meist ohne erkennbaren Grund. Nur selten kommt es zu einer Frozen Shoulder nach dem Ruhigstellen der Schulter oder nach Unfällen. Es besteht außerdem ein Zusammenhang mit dem Auftreten anderer Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen.

Anfangs ist der Schmerz vorherrschend, im Anschluss kommt es zum Steifwerden des Schultergelenks. Zu Beginn der Erkrankung ist nur die aktive Bewegung der Schulter eingeschränkt, später auch die passive. Selten sind jüngere Menschen davon betroffen. Das Erkrankungsalter liegt gehäuft zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Von einer Schultersteife sind etwas mehr Frauen als Männer betroffen.

Phasen der Frozen Shoulder

Charakteristisch für eine Schultersteife ist ihr Verlauf in den Phasen „Schmerzen“ – „Versteifung“ und „Lösen der Versteifung“. Diese Phasen sind unterschiedlich lang, und die jeweilige Dauer kann individuell differieren.

Schmerz

Zu Beginn einer Schultersteife sind Schmerzen vorherrschend. Insbesondere in der Nacht sind diese sehr unangenehm, wenn man auf der Schulter liegt. Der Schmerz kommt durch eine Entzündungsreaktion in der Schulter zustande. In dieser Phase ist die Beweglichkeit im Schultergelenk noch nicht allzu sehr eingeschränkt. Die akute Schmerzphase mit Entzündung kann bis zu zwei Monate andauern.

Versteifung

In der nächsten Erkrankungsphase der Frozen Shoulder lassen die Schmerzen nach, das Schultergelenk beginnt zu versteifen. Nach und nach wird die Beweglichkeit der Schulter immer weniger, bis sie mechanisch blockiert ist. Als Folge der Bewegungseinschränkung beginnt die Schultermuskulatur abzubauen. Das Stadium der Schulterversteifung dauert zwei bis sechs Monate. Das Steifsein der Schulter kann dann bis zu einem Jahr anhalten.

Lösen der Versteifung

Nach länger bestehender Versteifung beginnt sich die Schulter zu lösen, sie „taut“ sozusagen auf. Wie lange die Versteifung anhält, ist individuell sehr unterschiedlich. In dieser Phase der Erkrankung ist von den Patientinnen und Patienten viel Geduld erforderlich, da dieser Prozess bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen kann.

Die Diagnose

Die Ärztin/der Arzt wird sich bei der Patientin/dem Patienten (Anamnese) ausführlich über die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter informieren. In der Regel wird sie/er sich erkundigen, wie lange die Schmerzen bereits bestehen, wo sie genau zu spüren sind, bei welchen Bewegungen sie auftreten, welcher Schmerzart sie entsprechen und ob bereits Vorbehandlungen durchgeführt wurden. Interessant ist auch, ob die Schmerzen in der Nacht besonders stark sind. Sie/er wird auch fragen, welchen Beruf bzw. welche Hobbys (Sport etc.) Sie haben, welche Vorerkrankungen bestehen, welche Krankheiten in der Familie aufgetreten sind und welche Medikamente Sie einnehmen. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Ärztin/der Arzt vor allem auf die Stellung und das Zusammenspiel in der Schulter achten.

Meist ist die Diagnose bereits durch die Untersuchung der Ärztin/des Arztes eindeutig. Bei Vorliegen einer Schultersteife kommen daher selten bildgebende Verfahren zum Einsatz. Um mögliche Verschleißerscheinungen zu identifizieren, kann ein Röntgenbild der Schulter erforderlich sein. Äußerst selten ist eine MR-Untersuchung erforderlich.

Therapiemöglichkeiten

Wurde eine Schultersteife diagnostiziert, steht zu Behandlungsbeginn meist die Linderung der Schmerzen im Mittelpunkt. Dabei kommen einerseits Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung wie z.B. NSAR (oral) sowie Glukokortikoide wie z.B. Kortison (oral oder als Injektion in die Schulter) zum Einsatz. Auch Kälteanwendungen wie z.B. Coolpacks können zu einer Besserung der Schmerzen führen.

Zum Aufdehnen des Schultergelenks und zur Schmerzlinderung kann die Injektion einer Lösung aus Wasser, Kochsalz und Kortison hilfreich sein (Distension).

Begleitend wird zumeist von Beginn an eine Physiotherapie durchgeführt, die die Heilung unterstützen kann. Zusammen mit der Physiotherapeutin/dem Physiotherapeuten werden u.a. Dehnungsübungen sowie Kräftigungstraining durchgeführt. In der Regel ist bei Vorliegen einer Schultersteife keine Operation erforderlich.

Die Therapie der Frozen Shoulder erfordert viel Geduld, da es sich um einen langen Zeitraum handeln kann, bis die Schmerzen vergehen und die volle Beweglichkeit der Schulter wiederhergestellt ist.

Ergänzende Methoden sind u.a. Laser-, Magnetfeld- oder Kurzwellen-Therapie. Insgesamt ist die Wirkung dieser Methoden wissenschaftlich nicht gut untersucht bzw. nicht belegt.

Wohin kann ich mich wenden?

Sie haben Beschwerden mit der Schulter? Zur Abklärung von Schmerzen in der Schulter wenden Sie sich am besten an folgende Stellen:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie,
  • Fachärztin/Facharzt für Unfallchirurgie,
  • ev. Kinderärztin/Kinderarzt (Frozen Shoulder ist selten bei Kindern).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Diagnose und Behandlung einer Schultersteife werden in der Regel von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Physiotherapie (Kranken- oder Heilgymnastik)

Wird eine Physiotherapie ärztlich verordnet und die Physiotherapeutin/der Physiotherapeut hat einen Vertrag mit Ihrem Krankenversicherungsträger, werden die Kosten direkt mit dem Krankenversicherungsträger abgerechnet. In bestimmten Fällen oder ab einer bestimmten Zahl an Behandlungen ist eine chefärztliche Bewilligung erforderlich.

Bei einer Wahltherapeutin/einem Wahltherapeuten (diese haben keinen Vertrag mit einem Krankenversicherungsträger) wird bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung und allenfalls einer chefärztlichen Bewilligung vom Krankenversicherungsträger Kostenersatz in der Höhe von 80 Prozent des jeweiligen Vertragstarifes geleistet. Bestimmte Sozialversicherungsträger bieten Physiotherapie in eigenen Einrichtungen an. Hier wird von der ärztlichen Leitung die Therapie festgelegt, Vorbewilligung ist in diesem Fall keine erforderlich. Für nähere Informationen hierzu wenden Sie sich an Ihren Sozialversicherungsträger.

Weitere Informationen zur Kostenabdeckung einer Physiotherapie z.B. bei einem Kuraufenthalt oder im Krankenhaus erhalten Sie unter Physiotherapeutin/Physiotherapeut.

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