Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Seniorin und Arzt betrachten Röntgenbild © Syda Productions

Rückenschmerzen: Diagnose

Im Rahmen der Diagnostik versucht die Ärztin/der Arzt herauszufinden, wodurch die Rückenschmerzen entstehen. Die Ärztin/der Arzt beurteilt, welches Risiko für chronische Beschwerden besteht und ob der Verdacht auf eine ernste Erkrankung gegeben ist. Rückenschmerzen werden bei der ärztlichen Diagnose nach ihrer Dauer unterteilt in
akute Rückenschmerzen (ungefähr ein bis vier Wochen), subakute Rückenschmerzen (ungefähr fünf bis zwölf Wochen) und chronische Rückenschmerzen (mehr als zwölf Wochen).

Anamnesegespräch

Zu Beginn der Untersuchung führt die Ärztin/der Arzt ein Anamnesegespräch durch und stellt der Patientin/dem Patienten einige Fragen: 

  • Wo haben Sie Schmerzen? Strahlen die Schmerzen auf andere Bereiche aus?
  • Wann sind die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
  • Haben Sie früher schon einmal Rückenschmerzen gehabt?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf der Schmerzen (tagsüber, nachts)?
  • Haben sich die Schmerzen in den letzten Tagen/Wochen/Monaten verändert?
  • Wie stark sind die Schmerzen? Sind Sie bei Ihren täglichen Verrichtungen eingeschränkt?
  • Wie wurden Sie bisher behandelt?
  • Haben Sie Stress, Ängste oder fühlen Sie sich angespannt oder überarbeitet?
  • Leiden Sie an einer psychischen Erkrankung, etwa einer Depression?
  • Treten die Schmerzen bei Bewegung oder auch in Ruhe auf?
  • Gibt es andere Beschwerden, z.B. Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen?
  • Ist vor einiger Zeit ein Unfall oder eine Verletzung passiert?

Die Patientin/der Patient kann sich auf das Diagnosegespräch vorbereiten und Antworten auf die Fragen überlegen. Es ist auch wichtig, der Ärztin/dem Arzt eigene Beobachtungen, z.B. was die Schmerzen verstärkt oder lindert, mitzuteilen.

Klinische Untersuchung

Nach dem Gespräch führt die Ärztin/der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Untersucht werden v.a. Wirbelsäule, Muskelapparat und allgemeiner Zustand anhand folgender Punkte:

  • Sind Auffälligkeiten erkennbar (z.B. Schonhaltung, auffälliger Gang, Verletzungszeichen etc.)?
  • Sind bei der Tastuntersuchung Muskelverhärtungen erkennbar?
  • Treten bei Druck- und Klopfuntersuchungen Schmerzen auf?
  • Ist der Bewegungsumfang der Lendenwirbelsäule eingeschränkt?
  • Liegen Muskelverkürzungen oder -abschwächungen vor?
  • Sind die Empfindsamkeit und die Reflexe der Beine eingeschränkt?

Falls weder die Anamnese noch die körperliche Untersuchung Hinweise auf eine ernste Erkrankung liefern, wird die Ärztin/der Arzt in den ersten vier bis sechs Wochen keine weiteren Untersuchungen verordnen, da in den meisten Fällen die Schmerzen in diesem Zeitraum nachlassen. Erst wenn die Beschwerden weiter anhalten, können zusätzliche Untersuchungen (z.B. Laboruntersuchungen, MRT) veranlasst werden. Dabei soll dem Verdacht auf eine ernste Erkrankung nachgegangen werden.

Das Gesamtbild aller Symptome ermöglicht der Ärztin/dem Arzt, eine möglichst genaue Beurteilung der Ursachen und des Risikos für chronische Beschwerden. Sind keine Hinweise auf spezifische Kreuz- oder Rückenschmerzen vorhanden, werden die Beschwerden als nicht spezifischer Rückenschmerze eingestuft und behandelt.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnostik und umfassende Beurteilung der Symptome ist eine Ärztin/ein Arzt als fixe Kontaktperson wichtig. Patientinnen/Patienten können sich zur ersten Abklärung der Symptome an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt wenden. Ev. sind weitere Untersuchungen bei Fachärztinnen/Fachärzten notwendig, z.B. Orthopädin/Orthopäde, Rheumatologin/Rheumatologe oder Neurologin/Neurologe.

Hier kommen Sie zur Arztsuche.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose von Kreuzschmerzen werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse