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Röntgen des Nackens © IvicaNS

Nackenschmerzen: Was ist das?

Nackenschmerzen sind ein Sammelbegriff für Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule. Sie werden auch als Zervikalsyndrom, Zervikalneuralgie, Halswirbelsyndrom oder HWS-Syndrom bezeichnet. Nackenschmerzen können in den Hinterkopf und/oder die Arme ausstrahlen sowie mit Muskelverspannungen („steifer Nacken“), schmerzhaften Bewegungseinschränkungen („Schiefhals“), Kopfschmerzen oder Migräne verbunden sein.

Wo treten Nackenschmerzen auf?

Der Bereich, in dem Nackenschmerzen auftreten können, reicht vom Hinterkopf den Rücken entlang bis zur Höhe des ersten Brustwirbels und seitlich bis in die Nähe der beiden Schultergelenke. In diesem Bereich liegen zahlreiche Muskeln, u.a. der Trapezmuskel. Dieser ist der größte Muskel im Bereich des Nackens und verbindet Hinterkopf, Schultern und Rücken. Vom Rückenmark der Halswirbelsäule führen Nerven zu den Muskeln, z.B. zur Schulter oder in die Arme. Bei Nervenreizung der Halswirbelsäule können Schmerzen bis in Schulter und Arme  ausstrahlen – man spricht dann von einem zervikobrachialen Syndrom

Nackenschmerzen werden je nach Ausstrahlung und Lage der Beschwerden genauer unterschieden:

Ursachen von Nackenschmerzen

Die häufigsten Ursachen für Nackenschmerzen sind Überlastungen der lokalen Muskeln und Sehnen, die zu Verspannungen führen. Sie können ausgelöst werden durch:

  • Fehlhaltungen, z.B. durch langes Sitzen oder ständig nach vorne geneigtem Kopf bei Bildschirmarbeit,
  • schlechte Lagerung des Kopfes beim Schlafen,
  • kalten Luftzug,
  • einseitige sportliche Belastungen, die zu Muskelverkürzungen führen, 
  • Überlastung durch ungewohnte Bewegungen sowie 
  • psychische Belastungen und Stress (psychosomatisches Zervikalsyndrom).

Allgemeine Risikofaktoren für die Entwicklung von Nackenschmerzen sind u.a.:

  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel, 
  • besonders belastende körperliche Arbeit,
  • vorwiegend sitzende Tätigkeiten,
  • chronischer Stress sowie
  • Angst, Depressionen.

Unspezifische Nackenschmerzen

In den meisten Fällen von Nackenschmerzen ist neben lokalen Überlastungen der Muskeln keine andere körperliche Ursache eindeutig feststellbar. Diese Beschwerden werden als unspezifisch bezeichnet. Sie vergehen meist nach ca. zwei Wochen. Bei manchen Betroffenen treten die Nackenschmerzen von Zeit zu Zeit wieder auf. Häufig spielen dabei Stress und psychische Belastungen eine Rolle. 

Spezifische Nackenschmerzen

In seltenen Fällen werden die Nackenschmerzen durch eine ernste Erkrankung ausgelöst. Dazu zählen Bandscheibenvorfall, knöcherne Verengung des Wirbelkanals (Foramenstenose) oder Zysten – diese sind meist mit neurologischen Symptomen verbunden. Weitere seltene Auslöser von Nackenschmerzen sind z.B. Abszesse, Hämatome, Entzündungen, krankhafte Veränderungen der Wirbelgelenke, Osteoporose, Tumor, rheumatische Erkrankungen oder Infektionen. Auch traumatische Verletzungen können akute Nackenschmerzen auslösen (z.B. Schleudertrauma, sogenanntes Peitschenschlagsyndrom).

Hinweise auf eine ernste Erkrankung bzw. Verletzung als Ursache von Nackenschmerzen sind:

  • Sich stark verschlimmernde Nackenschmerzen,
  • „Kribbeln“, Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen in Armen und Händen,
  • neurologische bzw. motorische Ausfälle, Bewusstseinsstörungen,
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes,
  • Gewichtsverlust,
  • Fieber,
  • eine bestehende Erkrankung sowie
  • Unfall, Verletzung, Trauma.

Nackenschmerzen vorbeugen

Das Risiko für Nackenschmerzen lässt sich durch das Vermeiden von Überlastungen und Zwangshaltungen verringern. Eine kräftige Rücken- und Bauchmuskulatur stützt die Wirbelsäule. Vorbeugend wirken regelmäßige Bewegung und gezieltes Training, z.B.:

  • Krafttraining zur Stärkung des Muskelkorsetts der Wirbelsäule, 
  • Rückenschule,
  • regelmäßige ausdauernde Bewegung und
  • Dehnen, Beweglichkeitsübungen.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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