Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Chiropraktiker untersucht Patienten © lightwavemedia

Nackenschmerzen: Diagnose & Therapie

Bei starken, anhaltenden Nackenschmerzen ist eine ärztliche Diagnose wichtig. Bei der Diagnose wird die Ärztin/der Arzt zunächst beurteilen, ob es sich um ungefährliche Nackenschmerzen handelt oder ob eine ernste Erkrankung vorliegen kann.

Diagnose

Bei der Diagnose nimmt die Ärztin/der Arzt – wie bei der Diagnose von Kreuzschmerzen – im Anamnesegespräch die Krankengeschichte auf und führt eine körperliche (klinische) Untersuchung durch. Sie besteht aus mehreren Teilen:

  • Bei der Inspektion sucht die Ärztin/der Arzt nach Auffälligkeiten in der Körperhaltung, in Bewegungsmustern und nach Verletzungsanzeichen.
  • Bei der Tastuntersuchung (Palpation) wird geprüft, ob Verspannungen, Druckschmerz oder Veränderungen der Lymphknoten vorliegen.
  • In der Beweglichkeitsprüfung wird festgestellt, ob in bestimmten Bereichen die Beweglichkeit eingeschränkt ist.
  • Bei Schmerzen, die in einen oder beide Arme ausstrahlen sowie bei anderen neurologischen Symptomen, werden zusätzlich die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibiliät untersucht.

Ergibt die Untersuchung keinen Hinweis auf eine ernste Erkrankung, ist eine bildgebende Untersuchung, z.B. Röntgen, MRT, nicht notwendig. Wichtig für die Diagnose und die Wahl der Therapie ist die Information, wie lange die Nackenschmerzen dauern. Die Beschwerden werden eingeteilt in: 

  • akute Nackenschmerzen: bis drei Wochen, 
  • subakute Nackenschmerzen: vier bis zwölf Wochen,
  • chronische Nackenschmerzen: länger als zwölf Wochen oder
  • wiederkehrende (rezidivierende) Nackenschmerzen: maximal vier Wochen ohne Beschwerden, anschließend erneutes Auftreten von Schmerzen. 

Wohin kann ich mich wenden?

Patientinnen/Patienten können sich zur ersten Abklärung der Symptome an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt wenden. Manchmal sind weitere Untersuchungen, z.B. bei einer Fachärztin/einem Facharzt für Neurologie, Orthopädie oder Neurochirurgie zur Überprüfung der Nervenfunktionen notwendig.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose von Nackenschmerzen werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein.

Therapie unspezifischer Nackenschmerzen

In den meisten Fällen von Nackenschmerzen stellt die Ärztin/der Arzt keinen Hinweis auf eine ernste Erkrankung fest. Wichtig ist die Aufklärung der Patientin/des Patienten darüber, dass unspezifische Nackenschmerzen und die damit verbundenen muskulären Verspannungen oft durch Fehlhaltungen, falsche Bewegung in Kombination mit psychischen Faktoren wie Stress zustande kommen.

Durch die ärztliche Beratung wird die Patientin/der Patient unterstützt, selbst einen Beitrag zur Heilung und Vorbeugung zu leisten. Die Ärztin/der Arzt wird gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten mögliche medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen besprechen.

Die medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln hat das Ziel, die Schmerzen zu lindern, damit die Patientin/der Patient wie gewohnt aktiv sein kann. Die Wirksamkeit von Medikamenten bei Nackenschmerzen ist jedoch durch wissenschaftliche Evidenz nur unzureichend gestützt – im Gegensatz zu Kreuzschmerzen.

Als Mittel erster Wahl bei akuten Nackenschmerzen wird in der DEGAM-Leitlinie Paracetamol empfohlen. Bei ungenügender Wirkung können Acetylsalicylsäure (ASS) und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), z.B. Ibuprofen, Diclofenac eingesetzt werden. Bei länger anhaltenden Schmerzen kann die Ärztin/der Arzt weitere Medikamente zur Schmerzbehandlung verordnen.

Nicht-medikamentöse Therapien

Um Nackenbeschwerden vorzubeugen und zu behandeln wird, besonders bei subakuten und rezidivierenden Beschwerden, regelmäßige Bewegung empfohlen. Wirksam ist eine Kombination aus Ausdauersport, Kräftigungsübungen der Rumpfmuskulatur und Dehnungsübungen. Einen allgemeinen Hinweis für Dauer, Umfang und Intensität des Bewegungsprogramms geben die Österreichischen Bewegungsempfehlungen.

Darüber hinaus kann besonders bei chronischen Nackenschmerzen ein gezieltes Training zur Stärkung und Mobilisierung der betroffenen Körperbereiche verordnet werden.
Gleichzeitig sollten im Alltag jene Faktoren beseitigt werden, die Nackenschmerzen begünstigen, z.B. eine nicht ergonomische Arbeitshaltung. Weitere Informationen erhalten Sie unter Richtig Sitzen im Job.

Ergänzend können weitere Maßnahmen zur Linderung beitragen. Dazu zählen:

  • Physiotherapie in Kombination mit Manualtherapie (wirksam bei subakuten und chronischen Nackenschmerzen),
  • Massagen (schwache Evidenz) und
  • Akupunktur bei chronischen Nackenschmerzen (moderate Wirksamkeit).
  • Lokale Wärme kann als lindernd empfunden werden (keine Evidenz).
  • Ein Ruhigstellen des Nackens durch Halskrausen wird bei unspezifischen Kreuzschmerzen nicht empfohlen.
  • Entspannungsmethoden, z.B. autogenes Training, können Patientinnen/Patienten helfen, besser mit länger dauernden Schmerzen umzugehen.
  • Verhaltenstherapie, psychologische Schmerztherapien können bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzen helfen.

    Hinweis Bei spezifischen Nackenschmerzen richtet sich die Behandlung nach der diagnostizierten Erkrankung.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Behandlung unspezifischer Nackenschmerzen können Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder an eine Fachärztin/einen Facharzt für Neurologie oder Orthopädie wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Behandlung werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten nicht-medikamentösen Behandlungen (z.B. physikalische Therapie) kann eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Bei bestimmten Leistungen (z.B. stationäre Aufenthalte, Hilfsmittel und Heilbehelfe) sind – je nach Krankenversicherungsträger – Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse, die Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse