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Beine eines Mädchens mit Laufschuhen © william87

Fersenschmerz bei Kindern und Jugendlichen

Die häufigste Ursache von Fersenschmerzen bei Kindern ist eine Verknöcherungsstörung der Wachstumsfuge des Fersenbeins (Apophysitis calcanei). Die Wachstumsfuge des Fersenbeins (Kalkaneusapophyse) schließt sich im Alter von zwölf bis 13 Jahren. Dabei wird Knorpelgewebe zu Knochen umgewandelt. Unter bestimmten Bedingungen können an der oberen Ferse Beschwerden auftreten.  

Bei der Entstehung der Beschwerden spielt der Zug der Achillessehne am Fersenbein eine Rolle. Bei Kindern ist die Belastungsfähigkeit der Sehnen- und Bandstrukturen allgemein geringer. Aufgrund starker Belastungen, z.B. bei sehr sportlich aktiven oder übergewichtigen Kindern, ist die Wachstumsfuge der Ferse besonders anfällig für Beschwerden. Nach Abschluss des Wachstums verschwinden die Beschwerden meistens vollständig.

Symptome

Die Fersenschmerzen beginnen zunächst schleichend und unregelmäßig. Die Beschwerden treten häufig morgens nach dem Aufstehen oder nach längerer Ruhe auf und nehmen im Laufe des Tages bei Belastung, z.B. beim Gehen, ab. Im weiteren Verlauf können sich jedoch auch anhaltende Schmerzen entwickeln. Typisch sind ein lokaler Druckschmerz und eine lokale Schwellung im Bereich des oberen Fersenbeins am Ansatz der Achillessehne.

Was kann man gegen Fersenschmerzen tun?

Die Beschwerden können durch Schonung, Sportpause, das Tragen von entlastenden und dämpfenden Fersenpolstern in den Schuhen und gegebenenfalls durch Reduktion von Übergewicht selbst behandelt werden. Kälteanwendungen können zur Linderung beitragen: Dabei wird mit Eis, in einem Stoff eingewickelt, die schmerzende Stelle ca. dreimal am Tag mehrere Minuten massiert. Bei akuten starken bzw. länger anhaltenden Schmerzen ist eine ärztliche Diagnose angezeigt.

Diagnose

Die Ärztin/der Arzt erfragt die Krankengeschichte und führt eine Untersuchung durch. Meistens kann anhand der klinischen Zeichen eine Diagnose gestellt werden. Eventuell ist zusätzlich eine Röntgenuntersuchung notwendig. Im Zuge der Diagnostik werden andere Erkrankungsursachen ausgeschlossen, z.B. Verletzung, Fersensporn, Zysten etc.

Behandlung

Meist wird von der Ärztin/vom Arzt Schonung und eine Pause der sportlichen Aktivitäten verordnet. Gleichzeit soll die schmerzende Ferse entlastet werden, z.B. durch dämpfende Fersenpolster in den Schuhen oder spezielle Schuheinlagen. Eventuell ist eine Erhöhung des Absatzes am Schuh um ca. einen Zentimeter angezeigt, um den Ansatz der Achillessehne zu entlasten. Bei übergewichtigen Kindern kann die Ärztin/der Arzt eine Gewichtsabnahme empfehlen. Die Ärztin/der Arzt kann ein Medikament zur Linderung der Schmerzen verschreiben. Zeigen diese Maßnahmen keinen Erfolg, kann ein Gehgips zur Schonung verordnet werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Patientinnen/Patienten können sich zur Abklärung von Fersenschmerzen an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt wenden. Manchmal sind weitere Untersuchungen, z.B. bei einer Fachärztin/einem Facharzt für Orthopädie, notwendig. Schuheinlagen erhalten Sie bei Bandagistinnen/Bandagisten, Orthopädietechniker/innen sowie Orthopädieschuhmacher/innen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Bei bestimmten Untersuchungen (z.B. MRT) kann eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Bei bestimmten nicht medikamentösen Behandlungen (z.B. physikalische Therapie) kann eine Bewilligung der Krankenversicherungsträger erforderlich sein. Bei bestimmten Leistungen (z.B. stationäre Aufenthalte, Hilfsmittel und Heilbehelfe) sind – je nach Krankenversicherungsträger – Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen.

Für Personen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr sowie für jene, für die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, sind keine Kostenbeteiligungen zu entrichten. Ärztlich verordnete Schuheinlagen zählen zu den Heilbehelfen. Für Medikamente auf „Kassenrezept“ ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.  

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