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Symbolfoto für Schmerzen in den Füßen © kosmos111

Gicht: Symptome

Gicht entwickelt sich meist über mehrere Jahre. Unterschieden werden im Verlauf vier Krankheitsstadien. Die Phase, in der sich ein erhöhter Harnsäurewert im Blut entwickelt, ohne dass sich jedoch Symptome zeigen, wird als asymptomatische Hyperurikämie bezeichnet. Typische Gicht-Symptome machen sich erst dann bemerkbar, wenn der Harnsäurespiegel weiter angestiegen ist und ein Gichtanfall auftritt . . .

Stadium I: Hyperurikämie

Die Hyperurikämie zeichnet sich durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut und Gewebeablagerungen aus. Da keine Krankheitsbeschwerden vorhanden sind, wird in diesem Stadium die Krankheit meist zufällig im Rahmen einer Laboruntersuchung (z.B. Vorsorgeuntersuchung) festgestellt.

Stadium II: Akute Gicht

Der erste Gichtanfall tritt zumeist nach mehreren Jahren mit erhöhten Harnsäure-Werten auf, wobei das Risiko mit steigenden Werten steigt zunimmt. Der Anfall beginnt häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden, ausgelöst z.B. durch reichhaltiges Essen, hohen Alkoholkonsum, ungewohnte Anstrengung, strenges Fasten, bestimmte Medikamente (z.B. Diuretika, Acetylsalicylsäure, Ciclosporin A) oder eine Infektionskrankheit. In den meisten Fällen ist das Großzehengrundgelenk betroffen, seltener das Sprung-, Knie- oder Handgelenk, oder auch ein Schleimbeutel. Folgende Beschwerden am betroffenen Gelenk sind typisch für einen Gichtanfall:

  • sehr starke Schmerzen und extreme Berührungsempfindlichkeit,
  • Rötung, Schwellung und Überwärmung.

Unbehandelt klingen Entzündung und Schmerzen innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Die Haut über dem betroffenen Gelenk juckt und schält sich ab.

Stadium III: Zwischen zwei Gichtanfällen

Ohne Behandlung wiederholen sich Gichtanfälle in unregelmäßigen Abständen. Mit zunehmender Häufigkeit dauern sie länger und sind stärker ausgeprägt. Zwischen den Gichtanfällen treten keine Beschwerden auf. Die Harnsäurespiegel bleiben jedoch erhöht, und die Ablagerungen in Geweben können weiter zunehmen.

Stadium IV: Chronische Gicht

Besteht eine Hyperurikämie bzw. Gichterkrankung über viele Jahre (chronische Gicht), können sich Harnsäurekristalle in sogenannten Gichtknoten („Tophi“) ablagern, z.B. unter der Haut oder in Gelenknähe an Händen und Füßen. In der Niere können aus Ablagerungen Nierensteine entstehen. Unterschieden werden je nach Lokalisation verschiedene Formen der chronischen Gicht:

  • Gelenkgicht: Mehrere Gelenke sind betroffen, Gelenkschäden machen sich durch Schmerzen bei Bewegung und Bewegungseinschränkungen bemerkbar. Knotig entstellte Finger- und Zehengelenke sind im Vergleich zu früher aufgrund der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten selten geworden.
  • Weichteilgicht: Harnsäurekristalle lagern sich unter der Haut ab, z.B. am Ohrknorpel oder über Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln, v.a. an Händen, Ellbogen und Füßen. Dabei entstehen Knötchen mit weißen Flecken (Tophi).
  • Nierengicht: Harnsäurekristalle lagern sich in den Nieren ab und bilden Nierensteine – auch ohne Gelenkgicht und häufig bereits vor dem ersten Gichtanfall. Die Nierenfunktion wird zunehmend beeinträchtigt, im schlimmsten Fall kann es zum Nierenversagen kommen.
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