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Älteres Paar macht sich einen Salat © wavebreakpremium

Gicht: Ernährung & Lebensstil

Eine wichtige Ursache für einen erhöhten Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) und die Entstehung von Gicht ist purin- bzw. eiweißreiche Ernährung. Daher kann jeder Mensch selbst sein Erkrankungsrisiko bzw. bei bereits bestehender Gicht den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen . . .

Der Arbeitskreis für Arthrose und Kristalloarthropathien der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) hat dazu folgende Ernährungs- und Lebensstilempfehlungen ausgearbeitet:

  • Purinreiches (rotes) Fleisch, wie z.B. Rind, Schwein und Lamm sowie Innereien, können den Harnsäurespiegel und das Gichtrisiko erhöhen. Daher sollten vor allem rotes Fleisch und Produkte daraus selten und wenn, dann nur in geringen Mengen gegessen werden. Der Konsum von jeglichem, auch purinreichem Gemüse wird ausdrücklich empfohlen.
  • Meeresfrüchte (v.a. Krustentiere und Muscheln) können den Harnsäurespiegel und das Risiko für Gichtanfälle erhöhen. Sie sollten deswegen nur selten gegessen werden. Fisch als Bestandteil einer gesundheitsfördernden Ernährung, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, wird regelmäßig (1-2x/Woche) empfohlen.
  • Generell erhöht Alkoholkonsum dosisabhängig das Risiko für einen Gichtanfall. Vor allem Bier und Spirituosen sollten gemieden werden, während Wein für Gicht das geringste Risiko darstellt.
  • Softdrinks, Fruchtsäfte und Obst mit viel Fructose (Fruchtzucker) können den Harnsäurespiegel erhöhen und sollten daher vermieden werden. „Light-Getränke“, die keinen Fruchtzucker enthalten, erhöhen das Gichtrisiko nicht.
  • Regelmäßiger Genuss fettarmer Milch und fettarmer Milchprodukte kann den Harnsäurespiegel senken und ist allen Gichtpatientinnen/-patienten zu empfehlen.
  • Eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung ist sinnvoll (Empfehlung: 100 mg Vitamin C/Tag), weil Vitamin C den Harnsäurespiegel sowohl leicht senken als auch die Harnsäureausscheidung fördern kann. Die längerfristige Zufuhr hoher Vitamin-C-Dosen (≥ 1g/Tag) könnte aber auch negative Effekte haben (z.B. Bildung von Nierensteinen) und wird daher nicht empfohlen. Weitere Informationen finden Sie unter Vitamine - Deckung des Tagesbedarfs
  • Regelmäßiger Genuss von Kaffee kann helfen, den Harnsäurespiegel zu senken, und ist daher – auch in Ergänzung zu Diät und Medikamenten – zu befürworten.
  • Es gibt Zusammenhänge zwischen Gicht bzw. erhöhten Harnsäurewerten und Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht, metabolischem Syndrom und Diabetes. Deswegen wird regelmäßige körperliche Bewegung/Herz-Kreislauf-Training (mindestens 2-3x/Woche 20-30 Minuten) empfohlen.
  • Gewichtszunahme und Übergewicht können den Harnsäurespiegel erhöhen und zu Gichtattacken führen. Bei Übergewicht kann eine langsame Gewichtsabnahme (zumindest bei Männern) dazu beitragen, den Harnsäurespiegel zu senken, und so vor Gicht schützen.
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