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Frau verwendet Salbe © Voyagerix

Arthrose: Therapie

Arthrosen können sehr unterschiedlich verlaufen. Meistens kommt es über Jahre zu einem langsamen Fortschreiten der Beschwerden und Veränderungen. Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsstadium sowie dem Beschwerdebild der Betroffenen. Die Therapie ist umso erfolgreicher, je früher sie beginnt. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu erhalten oder zu verbessern . . .

Therapeutische Maßnahmen

Eine Therapie ist umso erfolgreicher, je früher sie beginnt. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Beseitigung gelenkbelastender Faktoren: z.B. Gewichtsreduktion, Einlagenversorgung zur Korrektur einer Beinachsenfehlstellung.
  • Schmerztherapie: Je nach Ausmaß der Beschwerden und der vorhandenen Entzündungszeichen werden Paracetamol-Tabletten oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) zum Schlucken oder zur lokalen Anwendung als Gel, Salbe oder Creme eingesetzt. Diese wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Die lokalen Anwendungen werden insbesondere an den Knien und Händen empfohlen. Bei Bedarf kommen auch unterschiedlich stark wirksame Schmerzmittel in verschiedensten Anwendungsformen (Tabletten, Kapseln, Injektionen etc.) zum Einsatz. Kortisonhaltige Injektionen ins Gelenk können kurzzeitig hilfreich sein, v.a. bei Gelenkergüssen und schmerzhaften Reizzuständen.
  • Präparate mit nicht wissenschaftlich bewiesener Wirksamkeit: Natriumhyaluronat-Injektionen ins Gelenk sowie die orale Einnahme von natürlichen Knorpelbestandteilen wie Chondroitin- und Glucosaminsulfat sowie des Interleukin-1-Hemmers Diacerein wirken bei manchen Patientinnen/Patienten schmerzlindernd. Eine nachhaltige Wirkung auf den Gelenkknorpel (Knorpelschutz oder -aufbau) wurde für diese Präparate nicht nachgewiesen. Aus diesem Grund werden die Kosten für diese Mittel von den Sozialversicherungsträgern nicht übernommen.
  • Bewegungstherapie: Bewegung ist gut, Überlastung ist schlecht. Mittels physiotherapeutischer Übungen (z.B. Unterwassergymnastik) und sportlicher Aktivität ohne stärkere Gewichtsbelastung (z.B. Radfahren, Schwimmen) werden Schmerzen gelindert und die Gelenkbeweglichkeit erhalten oder verbessert. Durch die Kräftigung der Muskulatur wird das geschädigte Gelenk entlastet. Von gelenkbelastenden Sportarten wie z.B. Joggen, Ski- und Snowboardfahren, Basketball, Fußball oder Tennis wird hingegen abgeraten.
  • Physikalische Maßnahmen: Zur Beschwerdelinderung werden u.a. Wärme- oder Kälteanwendungen, Massagen zur Muskellockerung, Packungen, Ultraschall, Elektrotherapie, Röntgenschwachbestrahlungen und Magnetfeldtherapie angewendet.
  • Dauerhafte Reduktion der Gelenkbelastung: Bei schweren Arthrosen können spezielle Entlastungsschienen (Orthesen), Krücken oder Spazierstöcke hilfreich sein.
  • Operative Therapie: Wenn konservative Therapien aufgrund des fortgeschrittenen Krankheitsstadiums keine ausreichende Schmerzlinderung gewährleisten, können beispielsweise Knorpelzelltransplantationen, ein Gelenkersatz (künstliches Gelenk) oder eine operative Gelenkversteifung erwogen werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an einer Arthrose zu leiden, können Sie sich bezüglich Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Rheumatologie)

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Bei schweren akuten Entzündungsschüben oder für erforderliche Operationen kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt? 

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