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Ärztin untersucht Rachen von Kleinkind © corbisrffancy

Entzündung der Gaumenmandeln

Entzündungen der Gaumenmandeln (Tonsillen) sind im Kindesalter sehr häufig Begleiterscheinungen von Infektionen der oberen Luftwege oder anderer Infektionskrankheiten wie z.B. Scharlach. Sie können aber auch als örtlich begrenzte Krankheit auftreten. Wenn man von einer Mandelentzündung spricht, ist meist die akute Form gemeint. Dabei sind die Gaumenmandeln (Tonsillen), zwei kleine Erhebungen am Übergang vom Mund in den Rachen, die zum Immunsystem des Körpers gehören, entzündet . . .

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen). Erreger sind in den meisten Fällen Viren, seltener Bakterien (vor allem Streptokokken der Gruppe A). Auch Pilze kommen als mögliche Erreger infrage. Wie lange eine Mandelentzündung infektiös ist, hängt in erster Linie vom Erreger und der Behandlung ab.

Akute Entzündungen

Die akute Tonsillitis betrifft vor allem Kinder im Schulalter, seltener Kleinkinder und Erwachsene. Der häufigste Übertragungsweg dieser Erkrankung ist die Tröpfcheninfektion. In den Wintermonaten und im Frühjahr tritt sie öfter auf als in den anderen Jahreszeiten.

  • Katarrhalische Angina (Tonsillitis catarrhalis): Sie geht mit Rötung und Schwellung der Gaumenmandeln einher und ist zumeist mit einer Rachenentzündung kombiniert. Viren sind die häufigsten Erreger. Je jünger das Kind ist, desto seltener klagt es über Halsweh und Schluckbeschwerden. Eine fleckige, intensive Rötung des weichen Gaumens weist auf eine Streptokokkenangina hin.

  • Eitrige Angina: Sie beginnt in der Regel mit einem katarrhalischen Vorstadium, das allerdings sehr kurz sein kann. Die geröteten und geschwollenen Tonsillen sind am Höhepunkt der Erkrankung mit eitrigen Streifchen bzw. Pfröpfen oder größeren Belägen bedeckt. Gleichzeitig schwellen unter hohem Fieber die Kieferwinkellymphknoten an. Nicht selten sind Erbrechen und Bauchschmerzen und ein deutlich beeinträchtigtes Allgemeinbefinden. Ein typisches Symptom ist unangenehmer Mundgeruch. Manchmal klingt die Sprechweise verwaschen.

Diagnose

Zuerst betrachtet die Ärztin/der Arzt die Mandeln genau das Aussehen der Mandeln sowie Farbe und Größe des Belages. Diese geben Hinweise darauf, um welche Form der Angina es sich handelt und welche die Behandlung angezeigt ist. Diese richtet sich auch nach dem auslösenden Erreger, der mittels labordiagnostischer Methoden identifiziert werden kann.

Bei eitriger Angina sollte immer auch an das häufiger vorkommende Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) gedacht werden. Sehr selten ist heute dagegen eine Rachendiphtherie. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer, vorwiegend infektiös bedingter Erkrankungen mit Anginaformen.

Therapie

Trotz der Schluckschmerzen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Empfehlenswert sind Bettruhe, schmerzstillende und antibakteriell wirksame Lutschtabletten und Mundspülungen. Zum Einsatz kommen auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (Saft, Tabletten oder Zäpfchen).

Jede eitrige Angina sollte mit Antibiotika (Penicillin oder Cephalosporin) behandelt werden. Sie heilt unter dieser Therapie meist in einigen Tagen komplikationslos ab. Ergänzend können Halswickel oder bei älteren Kindern Mundspülungen hilfreich sein. Mögliche Folgekrankheiten unbehandelter Tonsillitiden sind Nierenentzündung, rheumatisches Fieber, Blutvergiftung sowie ein Peritonsillarabszess. Dieserzeigt sich durch hochgradige Schluckbeschwerden, Kieferklemme, Speichelfluss und Vorwölbung des weichen Gaumens.

Rezidivierende Entzündungen

Rezidivierende Mandelentzündungen führen in der Regel zu einer Vergrößerung der Gaumenmandeln. Diese Vergrößerung weist auf eine ständige Auseinandersetzung mit Erregern hin und kann für die Infektabwehr wichtig sein. Die Entscheidung für eine operative Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) muss daher mit größter Vorsicht getroffen werden, nicht zuletzt auch deshalb, weil bis zu drei Wochen – im Extremfall gefährliche – Nachblutungen auftreten können.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einer Entzündung der Gaumenmandeln sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin, eine Ärztin/ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde oder eine HNO-Ärztin/ein HNO-Arzt konsultiert werden.

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