Chronische Mittelohrentzündung bei Kindern

Eine chronische Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickelt sich meist aus einer akuten Mittelohrentzündung. Dabei kommt es über zwei bis drei Monate zu einer Absonderung von Flüssigkeit aus dem Ohr. Meist treten keine Beschwerden oder Anzeichen einer akuten Infektion auf. Eine gesicherte Diagnose ist oft schwierig.

Bei Kindern im Schulalter kommt eine chronische Otitis media nur selten vor.

Grafische Darstellung des Gehörgangs
© Alila

Eine chronische Mittelohrentzündung entsteht in der Mehrzahl der Fälle als Folge einer akuten Mittelohrentzündung. Bei den Betroffenen wird die Flüssigkeit in der Paukenhöhle (Cavum tympani) nicht wie üblich binnen weniger Wochen vom umgebenden Gewebe aufgenommen. Die Paukenschleimhaut wird in ein schleimbildendes Epithel umgewandelt, das klebstoffartiges Sekret produziert („Leimohr“).

Wie die akute Otitis media kann auch die chronische Otitis media von selbst ausheilen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose einer chronischen Otitis media mithilfe eines Otoskops ist oft schwierig, da das Trommelfell täuschend normal wirken kann. Häufig ist eine gesicherte Diagnose – wie bei der akuten Otitis media – nur mittels spezieller Geräte wie einem Tympanometer möglich.

Wie erfolgt die Behandlung einer Mittelohrentzündung?

Wenn bei einem Kind ein Erguss im Mittelohr ohne weitere Symptome diagnostiziert wird und das Trommelfell normal erscheint, muss keine Antibiotikabehandlung eingeleitet werden, auch wenn das Kind andere Symptome eines akuten Atemwegsinfekts aufweist.

Wohin kann ich mich wenden?

Unkomplizierte Fälle können von Ärztinnen/Ärzten für Allgemeinmedizin oder für Kinder- und Jugendheilkunde behandelt werden. Spätestens wenn der Paukenerguss über mehr als drei Monate bestehen bleibt, sollte das Kind an eine HNO-Ärztin/einen HNO-Arzt zum Einlegen eines Paukenröhrchens überwiesen werden. Damit wird eine Drainage zur mittel- bis langfristigen Belüftung des Mittelohres bezweckt. Bei älteren Kindern kann versucht werden, mittels Nasenballon einen Druckausgleich im Mittelohr zu erreichen.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 11. Oktober 2017

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ.-Prof. Dr. Andreas Böck

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