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Blutprobe in einem Laborgefäß © Rob Byron

HIV: Symptome & Früherkennung

Die Früherkennung einer HIV-Infektion ist sowohl für die Betroffene/den Betroffenen als auch für deren Partnerin/Partner von großer Bedeutung. Dadurch kann eine Übertragung auf die Partnerin/den Partner verhindert werden. Die Früherkennung erfolgt mithilfe spezieller HIV-Tests . . .

Warum ist die Früherkennung wichtig?

In den ersten Monaten nach der HIV-Übertragung schießt die Virusbelastung im Blut, in der Samenflüssigkeit und im Vaginalsekret vorübergehend enorm in die Höhe. Dadurch besteht ein sehr hohes Risiko für eine HIV-Übertragung – noch dazu, weil die/der frisch Infizierte meist noch nichts über ihre/seine HIV-Infektion weiß und deshalb Risikosituationen nicht aus dem Weg geht.

Gleichzeitig ist für die HIV-positive Person ein möglichst frühzeitiger Beginn der Behandlung wichtig, da dies die Erfolgschancen der Therapie erhöht. Erfolgt bereits in der Phase der akuten HIV-Infektion (Primärinfektion) eine antiretrovirale Behandlung, wird dadurch das Körperabwehrsystem – vor allem das lymphatische System – besser geschützt.

Wann ist ein HIV-Test empfehlenswert?

Es gibt verschiedene Gründe, um einen HIV-Test durchführen zu lassen:

  • Sicherheit bei einer befürchteten Ansteckung,
  • Wunsch, ungeschützten Sex in der Partnerschaft zu haben,
  • Kinderwunsch,
  • Abklärung von Anzeichen, die auf eine HIV-Infektion hindeuten können, oder
  • bei Vorliegen einer anderen sexuell übertragbaren Erkrankung (Syphilis, Tripper, Chlamydien etc.) oder Hepatitis B/C.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Diagnose von HIV/AIDS.

Anzeichen einer HIV-Infektion

Bei Vorliegen der folgenden Anzeichen oder Erkrankungen sollte an die Möglichkeit einer (gleichzeitigen) HIV-Infektion gedacht werden:

  • Körperliche Symptome: Fieber, Nachtschweiß, generalisierte Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie), Gewichtsverlust oder Durchfall unklarer Ursache, chronische Müdigkeit, Mononukleose-Symptome.
  • Hautveränderungen: ausgeprägte seborrhoische Dermatitis, Ausbruch einer Psoriasis, wiederholte Furunkulose (zahlreiche Hautabszesse), Herpes zoster (Gürtelrose), Kaposi-Sarkom (blass verfärbter Hauttumor).
  • Schleimhautläsionen: Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum (Soorstomatitis), orale Haarzellleukoplakie, wiederholte schwere aphtöse Geschwüre, Kaposi-Sarkom, aggressiv verlaufende Zahnfleischentzündung.
  • Neurologische Erkrankungen: akute aseptische Hirnhautentzündung (Meningitis), Pilzmeningitis, unklare Demenz, Erkrankungen des peripheren Nervensystems (Mono-/ Polyneuropathien).
  • Lungenerkrankungen: wiederholte Lungenentzündung (Pneumonien), Pneumocystis jiroveci Pneumonie, Tuberkulose, Pilzpneumonie.
  • Gastrointestinale Erkrankungen: Geschwüre in Magen und Zwölffingerdarm, lokale Lymphome, Kaposi-Sarkom, Hepatitis B, Hepatitis C
  • Veränderungen des Bluts: Mangel an weißen oder roten Blutkörperchen.
  • Krebserkrankungen: Lymphom, Analkarzinom etc.
  • STDs (Geschlechtskrankheiten): Gonorrhö (Tripper), Lues (Syphilis), Chlamydien- bzw. HPV-Infektion, Genitalwarzen etc.

HIV-Test bei Schwangeren

In Österreich empfiehlt der Oberste Sanitätsrat, bei allen Schwangeren den HIV-Status zu erheben. Dies ist auch im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung vorgesehen. Das Wissen um eine mögliche HIV-Infektion ist für die werdende Mutter und ihr Kind von größter Bedeutung. Eine Behandlung der HIV-Infektion schützt die werdende Mutter vor einem Fortschreiten der Krankheit und das Kind vor einer Infektion mit dem HI-Virus. Wenn die Virusbelastung der Schwangeren unter die Nachweisgrenze sinkt, wird die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind drastisch verringert (ohne HIV-Therapie erfolgt eine Übertragung auf das Neugeborene in etwa einem Drittel der Fälle, mit erfolgreicher HIV-Therapie der Mutter beträgt das Risiko weniger als ein Prozent!).

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie einen HIV-Test durchführen lassen möchten (z.B. nach einem Risikokontakt), können Sie sich an folgenden Stellen wenden:

  • AIDS-Hilfen,
  • niedergelassene Ärztin/niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin (ev. Überweisung zu einem medizinischen Labor),
  • niedergelassene Fachärztin/niedergelassener Facharzt für Dermatologie und Venerologie,
  • HIV-Behandlungszentren in Krankenhäusern.

Adressen und weitere Informationen finden Sie unter: Beratung & Hilfe


Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

HIV-Antikörpertests sind bei der AIDS-Hilfe anonym und kostenlos möglich. Für einen HIV-Schnelltest ist ein Kostenbeitrag zu leisten. Wird ein HIV-Test von ärztlicher Seite zur Abklärung eines medizinisch begründeten Verdachts verordnet, werden die Kosten von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Jeder Risikokontakt stellt eine ausreichende medizinische Begründung dar.

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