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Frau mit FFP2-Maske © Andrey Popov
Frau mit FFP2-Maske © Andrey Popov

COVID-19: Symptome & Verlauf

Die Erkrankung, die das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorruft, wird als COVID-19 bezeichnet. Die Beschwerden wurden ursprünglich vorwiegend im Bereich der Atemwege gesehen. Mit zunehmenden Erkenntnissen stellte sich aber heraus, dass das Spektrum der Beschwerden sehr breit ist und variiert. Es sind milde Verläufe, ähnlich einer Erkältung, bis hin zu schwersten Erkrankungen mit tödlichem Ausgang möglich.  

Welche Symptome können auftreten?

Das Bild der möglichen Beschwerden bei einer COVID-19-Erkrankung ist sehr verschieden. Folgende Symptome zeigen sich am häufigsten (ausgenommen schwere Verläufe):

  • Kopfschmerzen
  • Störungen des Geruchssinnes
  • Behinderung der Nasenatmung
  • Husten
  • Schwäche
  • Muskelschmerz
  • Rinnende Nase
  • Störungen des Geschmackssinnes
  • Halsschmerzen
  • Fieber

Seltener können unter anderem auch Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Hauterscheinungen, Rückenschmerzen oder Kreislaufprobleme auftreten. Das Virus kann viele unterschiedliche Organsysteme befallen. Dies ist unter anderem von der Dichte der sogenannten ACE-2-Rezeptoren im Gewebe abhängig, die dem Virus den Eintritt in die Zellen ermöglichen.

Die Symptomatik kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Es können zunächst eher Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase im Vordergrund stehen und erst nach ein paar Tagen weitere Anzeichen wie Husten und Fieber hinzukommen. Darüber hinaus gibt es auch COVID-19-Infektionen, bei denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei sind (asymptomatische Infektion). Mittlerweile geht man davon aus, dass rund 20 Prozent aller Infizierten in diese Gruppe fallen.

Hinweis Schon zwei Tage, bevor Krankheitsanzeichen auftreten, kann das neuartige Coronavirus auf andere übertragen werden. Eine Ansteckung ist generell auch über Betroffene möglich, die keine oder nur leichte Symptome zeigen. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Hinweis Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild von COVID-19. In manchen Fällen kann die Erkrankung einer Grippe (Influenza) ähnlich sein. Die Symptome und der Verlauf von COVID-19 sind aber vielfältig und variieren stark.

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein, ist es wichtig, dass Sie zu Hause bleiben und sich an die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt wenden. Mehr zum Thema: COVID-19: Diagnose & Verdacht

Wie verläuft die Erkrankung?

In der Mehrzahl der Fälle nimmt eine COVID-19 Erkrankung einen milden oder moderaten Verlauf. Das heißt, die Symptome sind eher leicht ausgeprägt und klingen ohne spezielle Behandlung und ohne Spitalsaufenthalt von alleine wieder ab. 

Daneben sind Erkrankungen mit schwerem oder tödlichem Verlauf möglich. Ein erhöhtes Risiko dafür besteht insbesondere für ältere und immungeschwächte Personen sowie für Personen mit Vorerkrankungen. Schwere Krankheitsverläufe können jedoch auch bei jungen und gesunden Menschen ohne Risikofaktoren auftreten.

Hinweis Die Verbreitung neuer Virusvarianten (besorgniserregende Varianten, VOC) führte zu einem starken Anstieg schwerer Erkrankungen, die im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Zudem treten schwere Verläufe inzwischen häufiger auch bei jungen, ansonsten gesunden Personen auf als zu Beginn der Pandemie. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Risikofaktoren für schweren Verlauf

Wie hoch das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf individuell ist, lässt sich schwer abschätzen. Bei folgenden Personengruppen wurden schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet:

Aktuelle Angaben über die Anzahl an COVID-Erkrankten, die in Österreich im Krankenhaus und auf Intensivstationen behandelt werden, finden Sie auf dem Dashboard der AGES

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Hauptkomplikation schwerer COVID-19-Erkrankungen ist das akute Atemnotsyndrom (ARDS, acute respiratory distress syndrome). Es ist oft Folge einer schweren Lungenentzündung und kann eine künstliche Beatmung erforderlich machen.

Weitere mögliche Komplikationen sind unter anderem:

Hinweis Auffällig ist, dass massiv verminderte Sauerstoffwerte im Blut (infolge von Lungenentzündungen und Bildung von Gerinnseln in den Blutgefäßen der Lunge) von den Patientinnen/Patienten mitunter ungewöhnlich gut toleriert werden. Innerhalb kürzester Zeit (Minuten!) kann sich daraus jedoch ein lebensbedrohliches Lungenversagen mit Beatmungspflichtigkeit entwickeln.

Welche Langzeitfolgen können auftreten? 

Über eventuelle Langzeitfolgen einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung lässt sich derzeit noch keine zuverlässige Aussage treffen. Man beobachtet jedoch zunehmend, dass Betroffene auch Wochen und Monate nach der Ansteckung noch Symptome aufweisen. Man spricht dabei von Long COVID.

Welche Personen ein erhöhtes Risiko haben, anhaltende Beschwerden zu entwickeln, ist derzeit noch unklar. Klar ist jedoch, dass Long COVID nicht nur nach schweren Krankheitsverläufen, sondern auch nach milden COVID-19-Erkrankungen bei jungen, ansonsten gesunden Personen auftritt.

Mehr zum Thema: Long COVID

Wie hoch ist die Sterblichkeit bei COVID-19?

Die Angaben zur Sterblichkeit der Erkrankung sind teilweise sehr unterschiedlich. Sie variieren zwischen einzelnen Ländern und unterscheiden sich insbesondere in verschiedenen Altersgruppen.  

  • Aktuelle Untersuchungen gehen derzeit von einer durchschnittlichen Infektionssterblichkeit (infection fatality rate, IFR) von 0,5 bis 2,7 Prozent in den meisten Weltregionen aus.
  • Die Infektionssterblichkeit hat eine große Schwankungsbreite – je nach Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte und der Situation des Gesundheitssystemes etc. – der jeweiligen Population.
  • Bei den unter 25-jährigen liegt die IFR bei nahezu 0 Prozent, bei den 25 bis 50-Jährigen unter 0,1 Prozent und bei den über 65-Jährigen je nach Risikofaktoren zwischen einem und zehn Prozent, in Ausnahmefällen sogar noch höher.
  • Bei bestimmten Risikogruppen (z.B. Krebspatientinnen/-patienten, Patientinnen/Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen) steigt die Sterblichkeit zum Teil deutlich an.

In den westlichen Industriestaaten verstirbt pro Jahr etwa ein Prozent der Bevölkerung an anderen Ursachen als COVID-19 (Gesamtsterblichkeit der Bevölkerung). Kommt es zu einer starken Ausbreitung von COVID-19-Infektionen in der Bevölkerung, kann dies laut Experten zu einem deutlichen Anstieg der Gesamtsterblichkeit pro Jahr führen.

So gab es der Statistik Austria zufolge in Österreich im Jahr 2020 insgesamt rund neun Prozent mehr Sterbefälle als im Jahr davor. Jeder 14. Sterbefall (rund 7 Prozent) des Jahres 2020 lässt sich auf COVID-19 zurückführen. 97 Prozent der an oder mit COVID-19 Verstorbenen waren älter als 60 Jahre. Mehr Information zum Thema: Statistik Austria

Hier finden Sie nähere Informationen zur Sterblichkeit bei COVID-19.

Hinweis Vergleiche mit den Sterberaten anderer Erkrankungen (z.B. Influenza) sind sehr schwierig. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle (z.B. unterschiedliche Arten der Datenerhebung und -auswertung, Anzahl der durchgeführten Testungen, getestete Personengruppen etc.).

Die aktuellen Angaben zur Anzahl der weltweiten COVID-19-Erkrankungen und der Anzahl der weltweiten Todesfälle finden Sie auf der Web-Seite der WHO.

Wie verläuft COVID-19 bei Kindern & Jugendlichen?

In den meisten Fällen verläuft COVID-19 im Kindes- und Jugendalter sehr mild oder sogar symptomlos. Fieber, Husten und Schnupfen zählen zu den häufigsten Beschwerden. Eine Magen-Darm-Beteiligung kommt öfter vor als bei Erwachsenen. Auch Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Muskelschmerz, Geruchs- und Geschmackveränderungen und laufende Nase sind möglich. Auffällig ist, dass Kinder und Jugendliche mit COVID-19 häufig nur ein einzelnes Symptom aufweisen.

Kinder und Jugendliche haben nach aktuellem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Ausgenommen sind Babys unter einem Jahr sowie Kinder und Jugendliche mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, Übergewicht, Diabetes etc. In diesen Fällen ist das Risiko für einen schweren Verlauf – ebenso wie bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen – erhöht.

Eine gefürchtete Komplikation, die bei Kindern und Jugendlichen  in Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen beobachtet wurde, ist das sogenannte Pädiatrische Multisystem-Inflammationssyndrom (P-MIS): Dabei kommt es zu massiven Überreaktionen des Immunsystems, die mit schweren Haut- und Schleimhautsymptomen, Herzbeteiligungen bis hin zum Schock verbunden sein können (ähnlich dem sogenannten Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßentzündung, die die Arterien verschiedener Organe betreffen kann). Das Krankheitsbild ist insgesamt selten und findet sich meist nach einer durchgemachten SARS-COV-2-Infektion, sodass der PCR-Test schon negativ sein kann.

Wie verläuft COVID-19 bei Schwangeren?

Nach derzeitigen Kenntnissen weisen 85 Prozent der schwangeren Frauen mit einer COVID-19-Erkrankung leichte oder mittelschwere Symptome auf. Schwere Verlaufsformen mit Komplikationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, werden bei 15 Prozent der Schwangeren beobachtet.

Schwangere Frauen mit COVID-19 haben ein erhöhtes Risiko

  • intensivpflichtig zu werden
  • für die Notwendigkeit einer invasiven Beatmung (Intubation)
  • an eine Beatmungsmaschine (ECMO) angeschlossen zu werden sowie
  • einer Frühgeburt.

Hinweis Das Risiko, auf einer Intensivstation behandelt und beatmet werden zu müssen, ist bei Schwangeren mit COVID-19 im Vergleich zu Nicht-Schwangeren mit COVID-19 um das 2- bis 3-fache erhöht.

Zu den Risikofaktoren für einen schwereren Verlauf zählen:

Auch das Risiko, sich in der Schwangerschaft mit COVID-19 anzustecken, scheint aufgrund der immunologischen Umstellungen insgesamt erhöht zu sein.

Hinweis Die Corona-Impfung bietet Schutz für die Mutter und das ungeborene Kind. Sie wird von internationalen Fachgesellschaften empfohlen und soll im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden (sofern noch kein ausreichender Impf-Schutz gegen COVID-19 besteht).

Ist man nach einer COVID-19-Erkrankung immun?

Derzeit geht man davon aus, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum nach der Erkrankung ein nur sehr geringes Risiko für eine wiederholte Ansteckung besteht. Die Wahrscheinlichkeit, sich wieder mit dem Virus zu infizieren, scheint für mindestens fünf Monate um rund 80 Prozent zu sinken.

Durch die Infektion kommt es in der Regel zur Ausbildung spezieller Antikörper, die gegen Bestandteile des Virus gerichtet sind (Immunität). Noch ist nicht ausreichend geklärt, ob bzw. wie lange die gebildeten Antikörper einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Ansteckung mit SARS-CoV-2 bieten können. Zudem ist nicht klar, inwieweit der Schutz auf alle Virusmutationen umzulegen ist. 

Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

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