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Frau hustet in Ellbogen © Drazen
Frau hustet in Ellbogen © Drazen

COVID-19: Symptome & Verlauf

Die Erkrankung, die das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hervorruft, wird als COVID-19 bezeichnet. Die Beschwerden wurden ursprünglich vorwiegend im Bereich der Atemwege gesehen. Mit zunehmenden Erkenntnissen stellte sich aber heraus, dass das Spektrum der Beschwerden sehr breit ist und mit Alter und Begleiterkrankungen variiert. Es sind milde Verläufe, ähnlich einer Erkältung, bis hin zu schwersten Erkrankungen mit tödlichem Ausgang möglich. 

Welche Symptome können auftreten?

Das Spektrum der möglichen Beschwerden bei einer COVID-19-Erkrankung ist sehr breit. Es können unter anderem folgende Beschwerden auftreten: 

Häufig (in mehr als 50 Prozent der Fälle):

  • Störung des Geruchs- oder Geschmackssinnes
  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Müdigkeit
  • Appetitmangel

Weniger häufig (in bis zu 50 Prozent der Fälle):

  •  Auswurf 
  • Muskelschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Durchfall 
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Halsschmerzen

Selten (in weniger als zehn Prozent der Fälle):

  • Verwirrtheit
  • rinnende Nase
  • Kreislaufkollaps, Ohnmacht
  • Hauterscheinungen

Die Symptomatik kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Es können zunächst eher Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase im Vordergrund stehen und erst nach ein paar Tagen weitere Anzeichen wie Husten und Fieber hinzukommen.

Hinweis Schon zwei Tage, bevor Krankheitsanzeichen auftreten, kann das neuartige Coronavirus auf andere übertragen werden. Eine Ansteckung ist generell auch über Betroffene möglich, die keine oder nur leichte Symptome zeigen. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Häufig wird ein Verlauf in zwei Phasen beobachtet, d.h. nachdem sich anfängliche Beschwerden bereits gebessert haben, kommt es zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes. In schweren Fällen können die anfänglichen Symptome in eine Lungenentzündung (Pneumonie) übergehen, die meist beidseitig ist.

Darüber hinaus wurden auch COVID-19-Infektionen beobachtet, bei denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei waren. Mittlerweile geht man davon aus, dass rund 20 Prozent aller Infizierten in diese Gruppe fallen.

Hinweis Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild von COVID-19. In manchen Fällen kann die Erkrankung einer Grippe (Influenza) ähnlich sein. Die Symptome und der Verlauf von COVID-19 sind aber vielfältig und variieren stark.

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein, ist es wichtig, dass Sie zu Hause bleiben und sich an die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt wenden. Mehr zum Thema: COVID-19: Diagnose & Verdacht

Komplikationen

Mögliche lebensbedrohliche Komplikationen einer COVID-19-Erkrankung sind u.a.:

Hinweis Auffällig ist, dass massiv verminderte Sauerstoffwerte im Blut (infolge von Lungenentzündungen und Bildung von Gerinnseln in den Blutgefäßen der Lunge) von den Patientinnen/Patienten mitunter ungewöhnlich gut toleriert werden. Innerhalb kürzester Zeit (Minuten!) kann sich daraus jedoch ein lebensbedrohliches Lungenversagen mit Beatmungspflichtigkeit entwickeln.

Wie verläuft die Erkrankung?

Bei rund 80 Prozent der Betroffenen nimmt COVID-19 einen milden oder moderaten Verlauf, das heißt, die Symptome sind eher leicht ausgeprägt und klingen ohne spezielle Behandlung und ohne Spitalsaufenthalt von alleine wieder ab. Erkrankungen mit schwerem oder tödlichem Verlauf treten gehäuft bei älteren und immungeschwächten Personen sowie bei Personen mit Vorerkrankungen auf.

Zur Risikogruppe zählen demnach ältere Personen ab 65 Jahren sowie Personen mit folgenden Erkrankungen:

In der Risikogruppe ist zum Teil die Sterblichkeit durch COVID-19 deutlich erhöht.

Hinweis Auch bei gesunden und jungen Menschen ohne Risikofaktoren können schwere Krankheitsverläufe auftreten.

Mehr zum Thema: FAQ: Risikogruppen (Sozialministerium) 

Sterblichkeit

Derzeit geht man bei COVID-19 von einer Sterblichkeit von rund drei Prozent aus. Weltweit gibt es laut WHO bis dato rund 37,6 Millionen bestätigte Fälle von COVID-19 und rund 1,1 Millionen damit assoziierte Todesfälle (Stand: 13.10.2020). Die aktuellen Daten finden Sie auf der Web-Seite der WHO.

Hinweis Die Angaben zu den Sterberaten von COVID-19 sind teilweise sehr unterschiedlich, Vergleiche mit den Sterberaten anderer Erkrankungen (z.B. Influenza) sind sehr schwierig. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle (z.B. unterschiedliche Arten der Datenerhebung und -auswertung, Anzahl der durchgeführten Testungen, getestete Personengruppen, Miteinbeziehung einer geschätzten Dunkelziffer etc.).

Die Steigerungen der Sterblichkeit bestimmter Personengruppen (z.B. Krebspatientinnen/-patienten, Patientinnen/Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen) sind zum Teil deutlich ausgeprägt. 

Kinder, Jugendliche & Schwangere

Kinder und Jugendliche haben nach aktuellem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. In den meisten Fällen verläuft COVID-19 im Kindes- und Jugendalter sehr mild oder sogar symptomlos. Davon ausgenommen sind Babys unter einem Jahr sowie Kinder und Jugendliche mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie z.B.  AsthmaÜbergewichtDiabetes  etc. In diesen Fällen ist das Risiko für einen schweren Verlauf – ebenso wie bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen – erhöht.

Eine gefürchtete Komplikation, die bei Kindern und Jugendlichen  in Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen beobachtet wurde, ist das sogenannte Pädiatrische Multisystem-Inflammationssyndrom: Dabei kommt es zu massiven Überreaktionen des Immunsystems, die mit schweren Haut- und Schleimhautsymptomen, Herzbeteiligungen bis hin zum Schock verbunden sein können (ähnlich dem sogenannten Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßentzündung, die die Arterien verschiedener Organe betreffen kann). Das Krankheitsbild ist insgesamt selten und findet sich meist nach einer durchgemachten SARS-COV-2-Infektion, sodass der PCR-Test schon negativ sein kann.

Insgesamt aber betrifft COVID-19 vergleichsweise wenige Kinder und Jugendliche: Internationale Daten zeigen, dass nur ein bis zwei Prozent aller Personen, die SARS-CoV-2 positiv getestet wurden, unter zehn Jahre alt sind. Der Anteil der zehn bis 19-jährigen liegt zwischen vier und sechs Prozent. Aufgrund des meist milden bzw. symptomlosen Krankheitsverlaufes ist jedoch unklar, wie hoch die tatsächliche Infektionsrate im Kindes- und Jugendalter ist.

Auch Schwangere scheinen im Vergleich zu Nicht-Schwangeren kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.

Langzeitfolgen & Immunität

Über eventuelle Langzeitfolgen einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung lässt sich derzeit noch keine zuverlässige Aussage treffen. Man beobachtet jedoch zunehmend, dass Betroffene auch Wochen und Monate nach der Infektion noch Symptome aufweisen können und dass diese Symptome deutlich länger anhalten als bei klassischen bakteriellen Lungenentzündungen. Dies betrifft insbesondere folgende Beschwerden:

  • Schwächegefühl,
  • Atemlosigkeit,
  • Stimmveränderungen,
  • Angst und Depression,
  • Schlafstörungen,  
  • Gedächtnisstörungen und
  • Haarverlust.

Zudem mehren sich Hinweise, dass SARS-CoV-2-Viren auch das Gehirn und Nervenzellen direkt schädigen und z.B. eine Meningitis  bzw.  Enzephalitis verursachen können. Auch schwere Enzephalopathien (Erkrankungen bzw. Schädigungen, die das Gehirn als Ganzes betreffen) bzw. autoimmunbedingte Erkrankungen des Gehirnes und der Nerven können eine mögliche Langzeitfolge der Infektion sein.

Auch Komplikationen durch Behandlungen (z.B. Langzeitbeatmung) sind möglich. 

Sehr vereinzelt kann es nach einer durchgemachten Infektion erneut zu einer COVID-19-Erkrankung kommen. Durch die Infektion kommt es meist zur Ausbildung spezieller Antikörper, die gegen Bestandteile des Virus gerichtet sind (Immunität). Diese Antikörper sind etwa ab der zweiten Woche nach Symptombeginn nachweisbar, jedoch nicht bei allen Patientinnen/Patienten. Es ist nicht ausreichend geklärt, ob bzw. wie lange diese Antikörper einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Ansteckung bieten können. Derzeit geht man davon aus, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum ein nur sehr geringes Risiko für eine wiederholte Ansteckung besteht.

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