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Frau mit FFP2-Maske © Andrey Popov
Frau mit FFP2-Maske © Andrey Popov

COVID-19: Symptome & Verlauf

Die Erkrankung, die das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hervorruft, wird als COVID-19 bezeichnet. Die Beschwerden wurden ursprünglich vorwiegend im Bereich der Atemwege gesehen. Mit zunehmenden Erkenntnissen stellte sich aber heraus, dass das Spektrum der Beschwerden sehr breit ist und variiert. Es sind milde Verläufe, ähnlich einer Erkältung, bis hin zu schwersten Erkrankungen mit tödlichem Ausgang möglich. 

Welche Symptome können auftreten?

Das Spektrum der möglichen Beschwerden bei einer COVID-19-Erkrankung ist sehr breit. Es können unter anderem folgende Beschwerden auftreten: 

Häufig (in mehr als 50 Prozent der Fälle):

  • Störung des Geruchs- oder Geschmackssinnes
  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Müdigkeit
  • Appetitmangel

Weniger häufig (in bis zu 50 Prozent der Fälle):

  •  Auswurf 
  • Muskelschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Durchfall 
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Halsschmerzen

Selten (in weniger als zehn Prozent der Fälle):

  • Verwirrtheit
  • rinnende Nase
  • Kreislaufkollaps, Ohnmacht
  • Hauterscheinungen

Mehr zum Thema: Woran erkenne ich COVID-19? (Infoblatt Sozialministerium, inhaltlicher Stand 25.01.2021)

Die Symptomatik kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Es können zunächst eher Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase im Vordergrund stehen und erst nach ein paar Tagen weitere Anzeichen wie Husten und Fieber hinzukommen.

Hinweis Schon zwei Tage, bevor Krankheitsanzeichen auftreten, kann das neuartige Coronavirus auf andere übertragen werden. Eine Ansteckung ist generell auch über Betroffene möglich, die keine oder nur leichte Symptome zeigen. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Häufig wird ein Verlauf in zwei Phasen beobachtet, d.h. nachdem sich anfängliche Beschwerden bereits gebessert haben, kommt es zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes. In schweren Fällen können die anfänglichen Symptome in eine Lungenentzündung (Pneumonie) übergehen, die meist beidseitig ist.

Darüber hinaus wurden auch COVID-19-Infektionen beobachtet, bei denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei waren. Mittlerweile geht man davon aus, dass rund 20 Prozent aller Infizierten in diese Gruppe fallen.

Hinweis Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild von COVID-19. In manchen Fällen kann die Erkrankung einer Grippe (Influenza) ähnlich sein. Die Symptome und der Verlauf von COVID-19 sind aber vielfältig und variieren stark.

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein, ist es wichtig, dass Sie zu Hause bleiben und sich an die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt wenden. Mehr zum Thema: COVID-19: Diagnose & Verdacht

Komplikationen

Mögliche lebensbedrohliche Komplikationen einer COVID-19-Erkrankung sind u.a.:

Hinweis Auffällig ist, dass massiv verminderte Sauerstoffwerte im Blut (infolge von Lungenentzündungen und Bildung von Gerinnseln in den Blutgefäßen der Lunge) von den Patientinnen/Patienten mitunter ungewöhnlich gut toleriert werden. Innerhalb kürzester Zeit (Minuten!) kann sich daraus jedoch ein lebensbedrohliches Lungenversagen mit Beatmungspflichtigkeit entwickeln.

Wie verläuft die Erkrankung?

In der Mehrzahl der Fälle nimmt eine COVID-19 Erkrankung einen milden oder moderaten Verlauf. Das heißt, die Symptome sind eher leicht ausgeprägt und klingen ohne spezielle Behandlung und ohne Spitalsaufenthalt von alleine wieder ab. 

Daneben sind Erkrankungen mit schwerem oder tödlichem Verlauf möglich. Ein erhöhtes Risiko dafür besteht insbesondere für ältere und immungeschwächte Personen sowie für Personen mit Vorerkrankungen. Schwere Krankheitsverläufe können jedoch auch bei jungen und gesunden Menschen ohne Risikofaktoren auftreten.

Hinweis Die Verbreitung neuer Virusvarianten (besorgniserregende Varianten, VOC) führte zu einem starken Anstieg schwerer Erkrankungen, die im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Zudem treten schwere Verläufe inzwischen häufiger auch bei jungen, ansonsten gesunden Personen auf als zu Beginn der Pandemie. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Wie hoch das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf individuell ist, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Bei folgenden Personengruppen werden schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet:

Aktuelle Angaben über die Anzahl an COVID-Erkrankten, die in Österreich im Krankenhaus und auf Intensivstationen behandelt werden, finden Sie auf dem Dashboard der AGES

Sterblichkeit

Die Angaben zur Sterblichkeit der Erkrankung sind teilweise sehr unterschiedlich. Sie variieren zwischen einzelnen Ländern und unterscheiden sich insbesondere in verschiedenen Altersgruppen.  

  • Aktuelle Untersuchungen gehen derzeit von einer durchschnittlichen Infektionssterblichkeit (infection fatality rate, IFR) von rund 0,27 Prozent in den meisten Weltregionen aus.
  • Allerdings hat die Infektionssterblichkeit eine große Schwankungsbreite – je nach Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte und der Situation des Gesundheitssystemes etc. der jeweiligen Population.
  • Bei den unter 25-jährigen liegt die IFR bei nahezu 0 Prozent, bei den 25 bis 50-Jährigen unter 0,1 Prozent und bei den über 65-Jährigen je nach Risikofaktoren zwischen einem und zehn Prozent, in Ausnahmefällen sogar noch höher.
  • Bei bestimmten Risikogruppen (z.B. Krebspatientinnen/-patienten, Patientinnen/Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen) steigt die Sterblichkeit zum Teil deutlich an.

In den westlichen Industriestaaten verstirbt pro Jahr etwa ein Prozent der Bevölkerung an anderen Ursachen als COVID-19 (Gesamtsterblichkeit der Bevölkerung). Kommt es zu einer starken Ausbreitung von COVID-19-Infektionen in der Bevölkerung, kann dies laut Experten zu einem deutlichen Anstieg der Gesamtsterblichkeit pro Jahr führen.

So gab es der Statistik Austria zufolge in Österreich im Jahr 2020 insgesamt rund neun Prozent mehr Sterbefälle als im Jahr davor. Jeder 14. Sterbefall (rund 7 Prozent) des Jahres 2020 lässt sich auf COVID-19 zurückführen. 97 Prozent der an oder mit COVID-19 Verstorbenen waren älter als 60 Jahre. Mehr Information zum Thema: Statistik Austria

Hier finden Sie nähere Informationen zur Sterblichkeit bei COVID-19.

Hinweis Vergleiche mit den Sterberaten anderer Erkrankungen (z.B. Influenza) sind sehr schwierig. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle (z.B. unterschiedliche Arten der Datenerhebung und -auswertung, Anzahl der durchgeführten Testungen, getestete Personengruppen etc.).

Die aktuellen Angaben zur Anzahl der weltweiten COVID-19-Erkrankungen und der Anzahl der weltweiten Todesfälle finden Sie auf der Web-Seite der WHO.

Kinder, Jugendliche & Schwangere

Kinder und Jugendliche haben nach aktuellem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. In den meisten Fällen verläuft COVID-19 im Kindes- und Jugendalter sehr mild oder sogar symptomlos. Oft weisen betroffene Kinder nur ein einzelnes Krankheitssymptom auf. Fieber, Husten und Schnupfen zählen zu den häufigsten Beschwerden. Eine Magen-Darm-Beteiligung kommt öfter vor als bei Erwachsene.

Ausgenommen sind Babys unter einem Jahr sowie Kinder und Jugendliche mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, Übergewicht, Diabetes etc. In diesen Fällen ist das Risiko für einen schweren Verlauf – ebenso wie bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen – erhöht.

Eine gefürchtete Komplikation, die bei Kindern und Jugendlichen  in Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen beobachtet wurde, ist das sogenannte Pädiatrische Multisystem-Inflammationssyndrom (PIMS): Dabei kommt es zu massiven Überreaktionen des Immunsystems, die mit schweren Haut- und Schleimhautsymptomen, Herzbeteiligungen bis hin zum Schock verbunden sein können (ähnlich dem sogenannten Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßentzündung, die die Arterien verschiedener Organe betreffen kann). Das Krankheitsbild ist insgesamt selten und findet sich meist nach einer durchgemachten SARS-COV-2-Infektion, sodass der PCR-Test schon negativ sein kann.

Auch Schwangere scheinen im Vergleich zu Nicht-Schwangeren kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.

Langzeitfolgen & Immunität

Über eventuelle Langzeitfolgen einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung lässt sich derzeit noch keine zuverlässige Aussage treffen. Man beobachtet jedoch zunehmend, dass Betroffene auch Wochen und Monate nach der Infektion noch Symptome aufweisen können ("Long Covid") und dass diese Symptome deutlich länger anhalten als bei klassischen bakteriellen Lungenentzündungen. Dies betrifft insbesondere folgende Beschwerden:

  • Schwächegefühl,
  • Müdigkeitserscherscheinungen,
  • Atemlosigkeit,
  • Stimmveränderungen,
  • Angst und Depression,
  • Schlafstörungen,  
  • Gedächtnisstörungen und
  • Haarverlust.

Zudem mehren sich Hinweise, dass SARS-CoV-2-Viren auch das Gehirn und Nervenzellen direkt schädigen und z.B. eine Meningitis  bzw. Enzephalitis verursachen können. Auch schwere Enzephalopathien (Erkrankungen bzw. Schädigungen, die das Gehirn als Ganzes betreffen) bzw. autoimmunbedingte Erkrankungen des Gehirnes und der Nerven können eine mögliche Langzeitfolge der Infektion sein.

Auch Komplikationen durch Behandlungen (z.B. Langzeitbeatmung) sind möglich. 

Sehr vereinzelt kann es nach einer durchgemachten Infektion erneut zu einer COVID-19-Erkrankung kommen. Durch die Infektion kommt es meist zur Ausbildung spezieller Antikörper, die gegen Bestandteile des Virus gerichtet sind (Immunität). Diese Antikörper sind etwa ab der zweiten Woche nach Symptombeginn nachweisbar, jedoch nicht bei allen Patientinnen/Patienten. Es ist nicht ausreichend geklärt, ob bzw. wie lange diese Antikörper einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Ansteckung bieten können. Derzeit geht man davon aus, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum ein nur sehr geringes Risiko für eine wiederholte Ansteckung besteht. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

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