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HNO-Untersuchung © Alexander Raths

Tinnitus: Ursachen & Symptome

Von Tinnitus, einem länger andauernden Ohrgeräusch, sind rund zwölf Prozent der Bevölkerung betroffen – in Österreich beinahe eine Million Menschen. Etwa die Hälfte fühlt sich durch das Ohrgeräusch gestört. In den meisten Fällen handelt es sich bei Tinnitus um keine Erkrankung, sondern um ein Anzeichen auf eine Störung im Hörsystem. Zirka 40.000 Betroffene empfinden ihren Tinnitus als so belastend, dass er sich zu einer eigenständigen Erkrankung entwickelt . . .

Hauptursache: Lärm

In mehr als 90 Prozent der Fälle liegt dem Tinnitus eine Schädigung des Innenohrs zugrunde. Die häufigste Ursache dafür ist Lärm. Unterschieden werden das akute Lärmtrauma durch kurzzeitigen sehr starken Lärm (z.B. Schüsse, Silvesterkracher, laute Musik oder Rockkonzerte) und das chronische Lärmtrauma durch langzeitige Lärmeinwirkung, etwa in bestimmten Berufen (z.B. Schlosserei, Druckerei, Bau-, aber auch Musikindustrie). Weitere mögliche Ursachen bzw. begünstigende Faktoren für Tinnitus sind u.a.:

  • Schwerhörigkeit: Etwa zwei Drittel der Personen mit Schwerhörigkeit haben auch Tinnitus,
  • Hörsturz,
  • Morbus Ménière: vorübergehende Druckerhöhungen im Innenohr mit Schwindel, Hörverminderung und Tinnitus,
  • chronische Mittelohrentzündung,
  • Ohrenschmalzpfropf,
  • Tubenfunktionsstörungen,
  • Virusinfektionen,
  • Akustikus-Neurinom: gutartiger Tumor des Hörnervs,
  • Schädel-Hirn-Verletzungen,
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Blutgefäße, des Stoffwechsels oder der Nieren,
  • funktionelle Störungen der Halswirbelsäule,
  • Erkrankungen des Kiefergelenks oder der Muskulatur,
  • Stress.

Bei knapp der Hälfte der Betroffenen wird keine eindeutige Ursache gefunden. In diesen Fällen spricht man auch vom „idiopathischen Tinnitus“.

Symptome

Auf einem Ohr, auf beiden Ohren oder im gesamten Kopfbereich wird ein Ton oder Geräusch gehört, z.B. Brummen, Surren, Sausen, Zischen, Knarren, Scharren, Dröhnen, Pumpen, Klopfen, Rauschen, Zirpen oder Zwitschern in unterschiedlicher Höhe und Frequenz. Manchmal werden auch mehrere Geräusche und Töne in ein- und demselben Ohr wahrgenommen. Die Lautstärke kann von leise bis extrem laut variieren. Gleichzeitig kann Tinnitus auch mit Schwerhörigkeit verbunden sein. 

Manche Menschen gewöhnen sich binnen kurzer Zeit soweit an das Ohrgeräusch, dass sie es nicht mehr als störend empfinden oder gar nicht mehr wahrnehmen, wenn sie nicht bewusst daran denken. Andere leiden so massiv darunter, dass sie kein normales Leben mehr führen können. In Extremfällen können Depressionen, zunehmende soziale Isolation oder sogar Selbstmordgedanken die Folge sein.

Verschwinden die Ohrgeräusche innerhalb von drei Monaten, spricht man von akutem Tinnitus. Selten dauern sie länger an, in diesen Fällen wird der Tinnitus als subakut (drei bis zwölf Monate) bzw. chronisch (ein Jahr bis Jahrzehnte) bezeichnet. In Abhängigkeit vom persönlichen Leidensdruck werden folgende beiden Formen unterschieden:

  • Kompensierter Tinnitus: Die Patientin/der Patient registriert das Ohrgeräusch, kann jedoch soweit damit umgehen, dass keine zusätzlichen Beschwerden auftreten. Es besteht kein oder nur geringer Leidensdruck. Die Lebensqualität ist nicht wesentlich beeinträchtigt.
  • Dekompensierter Tinnitus: Das Ohrgeräusch hat massive Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche und führt zur Entwicklung oder Verschlimmerung von Begleiterkrankungen wie z.B. Angstzuständen, Schlaf- oder Konzentrationsstörungen oder Depressionen. Der Leidensdruck ist hoch, die Lebensqualität wesentlich beeinträchtigt.
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