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Arzt untersucht Mund einer Patientin © RFBSIP

Rachenentzündung: Verlauf & Komplikationen

Nach dem Verlauf unterscheidet man bei einer Rachenentzündung eine akute von einer chronischen Form. Während einer akuten Rachenentzündung meist eine Infektion zugrunde liegt, kommen bei der chronischen Pharyngitis andere Auslöser infrage.

In jedem Fall sollte die genaue Ursache erforscht und beseitigt bzw. entsprechend behandelt werden. Insbesondere bakterielle Infektionen können ansonsten mitunter gefährliche Komplikationen nach sich ziehen.

Wie verläuft eine Rachenentzündung?

Eine akute Rachenentzündung (akute Pharyngitis) im Rahmen einer viralen Erkältung klingt meist nach etwa drei bis fünf Tagen wieder ab. Eine bakterielle Infektion kann etwas hartnäckiger sein, auch sie sollte aber mit der entsprechenden Therapie nach rund einer Woche ausgestanden sein.

Mehr zum Thema: Ursachen, Symptome & Therapie einer Rachenentzündung

Wenn die Beschwerden hingegen über längere Zeit (mehr als drei Monate) bestehen bleiben und sich kaum oder nicht bessern lassen, spricht man von einer chronischen Rachenentzündung bzw. chronischen Pharyngitis. Diese hat meist nicht infektiöse Ursachen; andauernde Reizungen der Rachenschleimhaut führen zur chronischen Entzündungsreaktion. Reizstoffe können z.B. Tabakrauch, Staub, trockene Raumluft oder Magensäure im Rahmen einer Refluxerkrankung sein. Auch Hormonveränderungen (z.B. Wechseljahre), Heuschnupfen, eine Strahlentherapie bei Krebserkrankung oder eine behinderte Nasenatmung können die Rachenschleimhaut angreifen und zur chronischen Rachenentzündung führen.

Die Rachenschleimhaut ist bei einer chronischen Entzündung oft sehr trocken und führt zu Räusperzwang, Kloßgefühl im Hals, Schluckzwang- oder Schluckbeschwerden, Reizhusten und Durstgefühl. Als wichtigste Behandlungsmaßnahme muss in diesen Fällen die auslösende Ursache beseitigt werden. Zusätzlich können Maßnahmen wie z.B. Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in den Wohn- und Arbeitsräumen, Inhalieren und Gurgeln mit Kochsalzlösung oder auch das Einsprayen mit künstlichem Speichel helfen. Die Ärztin/der Arzt wird je nach Ursache individuell beraten.

Welche Komplikationen können auftreten?

Der Großteil der akuten Rachenentzündungen verläuft ohne Komplikationen. In manchen Fällen breitet sich die Infektion jedoch im Rachenraum aus und führt zu weiteren Entzündungen. So können etwa die Gaumenmandeln mitbeteiligt sein, wodurch eine Angina tonsillaris entsteht. Bei einer Infektion der seitlich in der Rachenwand gelegenen Lymphbahnen spricht man von einer Seitenstrangangina bzw. Angina lateralis. Vor allem bei Kindern kann eine bakterielle Rachenentzündung auch in eine Mittelohrentzündung (Otitis media) übergehen.

In selteneren Fällen können Entzündungen der Rachenwände auch zu eitrigen Abszessbildungen führen. Betroffene bemerken eine stark gerötete, schmerzhafte Schwellung im Rachenraum, die je nach Lage zu Schluckbeschwerden, kloßiger Sprache oder auch zu Atemproblemen führen kann. Solche Abszesse müssen rasch mittels Antibiotikagabe und chirurgischen Maßnahmen behandelt werden.

Bakterielle Infektionen mit Gruppe-A-Streptokokken, die nicht entsprechend mit Antibiotika therapiert werden, können (wenn auch selten) folgende Komplikationen nach sich ziehen:

  • Rheumatisches Fieber und Poststreptokokkenarthritis: Dabei entstehen infolge der Bakterieninfektion entzündliche Reaktionen in den Gelenken (Arthritis), dem Herzen, den Blutgefäßen, der Haut und dem Nervensystem. Sie machen sich etwa zwei bis drei Wochen, nachdem die Halsschmerzen abgeklungen sind, durch Gelenksschmerzen und -schwellungen, Brustschmerzen, Herzklopfen, Fieber, Ausschlag bzw. Unebenheiten auf der Haut sowie durch ruckartige, unkontrollierbare Bewegungen der Gliedmaßen und der Gesichtsmuskulatur bemerkbar. Je nachdem welche Organe betroffen sind, können diese Symptome alleine oder in verschiedenen Kombinationen auftreten. Rheumatisches Fieber betrifft v.a. Kinder zwischen dem vierten und zehnten Lebensjahr. Es wird mit Antibiotika und NSAR sowie ev. mit Kortison behandelt. Der Heilungsprozess ist mitunter langwierig. Es besteht die Gefahr, dass einzelne Symptome wieder auftreten oder dauerhafte Schädigungen, v.a. am Herz, zurückbleiben.

  • Post-Streptokokken-Glomerulonephritis: Als Folge der Bakterieninfektion können sich auch die kleinsten Bauteile der Niere – die Glomeruli – entzünden. Dadurch kann die Niere ihre Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Mögliche Symptome sind Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) im Gesicht und in den Beinen, eine verringerte Harnmenge sowie ein dunkel verfärbter Harn, Blutdruckanstieg, Müdigkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber. Eine Glomerulonephritis als Folge einer Streptokokkeninfektion tritt vor allem bei Kindern zwischen zwei und zehn Jahren auf. In den meisten Fällen heilt sie mit entsprechender Therapie vollständig aus, sie kann jedoch auch bis zum Nierenversagen führen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Anlaufstelle bei Halsschmerzen bzw. einer Rachenentzündung ist eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Fachärztin/ein Facharzt für HNO-Heilkunde. Bei Kindern kann auch eine Fachärztin/ein Facharzt für Kinderheilkunde erste Ansprechperson sein.

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