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Mann mit Halsschmerzen © zinkevych

Rachenentzündung: Ursachen, Symptome & Therapie

Eine Entzündung des Rachenraumes (Pharyngitis) ist die häufigste Ursache für Halsschmerzen. Auslöser sind meistens Erkältungsviren, es kann aber auch eine bakterielle Infektion (v.a. mit Streptokokken der Gruppe A) dahinter stecken.

Diese Unterscheidung ist wichtig für die richtige Therapie: Während virale Rachenentzündungen nach einigen Tagen von selbst abklingen, muss eine Infektion mit Gruppe-A-Streptokokken mittels Antibiotika behandelt werden. Ansonsten drohen unterschiedliche Komplikationen. 

Welche Symptome können bei einer akuten Rachenentzündung auftreten?

Eine akute Rachenentzündung tritt innerhalb kurzer Zeit auf und wird durch eine Infektion verursacht. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Infektion mit Viren (v.a. Adenoviren, Rhinoviren) im Rahmen einer Erkältung. Die Betroffenen bemerken zunächst ein Kratzen bzw. Brennen im Hals und Schluckbeschwerden, dazu kommen oft Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Auch Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder sogar leichtes Fieber sind typische begleitende Symptome. Der Rachen ist gerötet. Bei kleinen Kindern führen Halsschmerzen nicht selten auch zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Zudem kann auch eine Infektion mit Bakterien Ursache für eine akute Rachenentzündung sein. Typischerweise stehen in diesem Fall die Halsschmerzen im Vordergrund, andere Erkältungssymptome wie Schnupfen oder Husten fehlen. Ein mögliches Begleitsymptom ist Fieber; dies ist oft höher als bei viralen Infektionen (über 38° Grad). Auch ein unangenehmer Mundgeruch oder eine schmerzhafte Schwellung der Halslymphknoten können Anzeichen für eine bakterielle Rachenentzündung sein. Als Auslöser sind vor allem Streptokokken der Gruppe A von Bedeutung.

Der Großteil aller Infektionen mit Gruppe-A-Streptokokken betrifft Kinder zwischen fünf und 15 Jahren, bei Erwachsenen tritt sie seltener auf. Bei Kindern unter drei Jahren ist eine Rachenentzündung meistens viral bedingt.

Eine Sonderform der Infektion mit Gruppe-A-Streptokokken ist Scharlach; Anzeichen sind neben der Rachenentzündung und den Halsschmerzen eine stark gerötete Zunge („Himbeerzunge“) sowie ein großflächiger Hautausschlag. Scharlach betrifft in erster Linie Kinder, kann aber im Laufe des Lebens mehrmals auftreten. Es wird üblicherweise mit Antibiotika behandelt. HIer finden Sie mehr Information zum Thema: Scharlach.

Hinter einer Rachenentzündung kann sich in einigen Fällen auch ein Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) verstecken. Diese Virusinfektion kommt vor allem bei Kindern und Jugendlichen vor. Der Verdacht besteht, wenn die Halsschmerzen eher hartnäckig sind und sich über einen Zeitraum von ein bis drei Wochen nicht bessern. Zusätzlich sind die Halslymphknoten deutlich geschwollen und es können grippeähnliche Symptome auftreten. Insgesamt verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber aber meist sehr mild.

Weitere Beispiele für seltenere Ursachen einer Rachenentzündung sind u.a. Infektionen mit Coxsackie-Viren (Herpangina), Gruppe-C-Streptokokken sowie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Wenn die Beschwerden einer Rachenentzündung über einen Zeitraum von drei Monaten oder länger nicht abklingen, spricht man von einer chronischen Rachenentzündung. Die Ursachen dafür sind meist nicht infektiös. Mehr zum Thema: Verlauf einer Rachenentzündung.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Halsschmerzen wird die Ärztin/der Arzt zunächst ein Anamnesegespräch führen und den Mund- und Rachenraum genau inspizieren. Eine Rachenentzündung geht mit einer deutlich geröteten Rachenschleimhaut einher, oft sind auch Schleimauflagerungen oder Belege vorhanden. Eventuell lassen sich zusätzlich vergrößerte oder mit sogenannten Stippchen (weiß-gelbliche Flecken) belegte Rachenmandeln feststellen. Auch die Hals- und Nackenlymphknoten werden abgetastet sowie Nase und Ohren untersucht.

Für die Therapie ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um eine virale oder eine bakterielle Infektion handelt. Durch das Beschwerdebild und den Blick in den Rachen lässt sich dies meist grob abschätzen. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Ursache, wird die Ärztin/der Arzt zur Absicherung einen Rachenabstrich bzw. einen Streptokokken-Schnelltest durchführen. Das Ergebnis des Schnelltests liegt innerhalb weniger Minuten vor.

Wie erfolgt die Behandlung einer Rachenentzündung?

Bei einer bakteriellen Rachenentzündung durch Gruppe-A-Streptokokken, die durch einen Schnelltest gesichert ist, wird eine Therapie mit Antibiotika durchgeführt. Das Mittel der ersten Wahl ist Penicillin, alternativ können Wirkstoffe aus der Gruppe der Cephalosporine (z.B. Cefalexin) eingesetzt werden.

Bei einer viralen Rachenentzündung ist keine ursächliche Therapie notwendig. Die Beschwerden klingen in der Regel nach etwa drei bis fünf Tagen von alleine ab.

Zur Symptomlinderung können sowohl bei viralen als auch bei bakteriellen Rachenentzündungen Allgemeinmaßnahmen und Hausmittel helfen, das Wohlbefinden zu steigern:

  • Schmerzmittel bzw. fiebersenkende Mittel wie z.B. Paracetamol oder Ibuprofen (kurzfristige Einnahme bei starken Halsschmerzen oder hohem Fieber),
  • körperliche Schonung,
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr,
  • Gurgeln (z.B. mit Kamillen- oder Salbeitee)
  • oder auch warme Halswickel, warme Milch mit Honig etc. (je nach Vorliebe).
     

Vorsicht bei Lutschtabletten oder Rachensprays: Überprüfen Sie, ob darin Antibiotika enthalten sind. Diese haben keine Wirkung auf Virusinfektionen, gehen aber mit dem Risiko für Pilzbesiedelungen im Mund oder allergischen Reaktionen einher und sollten daher vermieden werden. Lutschtabletten mit Zink haben in einigen Studien einen positiven Effekt auf die Erkältungsdauer gezeigt, einheitliche Empfehlungen zur Anwendung gibt es aber nicht.  

Wann zum Arzt?

Eine akute Rachenentzündung im Rahmen einer Erkältung muss nicht immer ärztlich abgeklärt werden. Die Ärztin/der Arzt sollte aufgesucht werden, wenn

  • die Halsschmerzen ohne andere Erkältungssymptome auftreten,
  • die Halsschmerzen sehr unangenehm sind und das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen,
  • die Beschwerden sich nach einigen Tagen nicht bessern oder sogar zunehmen,
  • ungewöhnliche andere Beschwerden hinzukommen, wie z.B. ein Hautausschlag oder hohes Fieber,
  • Atemnot oder Schluckbeschwerden auftreten
  • oder immer, wenn Sie unsicher sind und auf Nummer sicher gehen wollen.

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Anlaufstelle bei Halsschmerzen bzw. einer Rachenentzündung ist eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Fachärztin/ein Facharzt für HNO-Heilkunde. Bei Kindern kann auch eine Fachärztin/ein Facharzt für Kinderheilkunde erste Ansprechperson sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Abklärung und der Behandlung bei Halsschmerzen bzw. einer Rachenentzündung werden im Regelfall vom zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen. Einzige Ausnahme stellt der Streptokokken-Schnelltest dar, die Kosten dafür müssen von der Patientin/vom Patienten selbst übernommen werden.
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