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Frau mit Nasenbluten © lightwavemedia

Nasenbluten

Nasenbluten kann verschiedenste Ursachen haben – von relativ harmlosen Gründen bis hin zu schweren Erkrankungen. So kann es beispielsweise durch starkes Schnäuzen, Verletzung aber auch Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme dazu kommen. Insbesondere wiederholtes Nasenbluten oder starkes Bluten sollte daher ärztlich abgeklärt werden. Zudem können bestimmte Maßnahmen bei Nasenbluten gesetzt werden . . . 

Ursachen des Nasenblutens

Zu den Ursachen zählen z.B.:

  • starkes Schnäuzen, Nasenbohren (Borkenbildung, trockene Nasenschleimhäute)
  • Gefäß- und Kreislauferkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Arteriosklerose, Nierenerkrankungen)
  • Medikamenteneinnahme, Blutverdünnung (blutgerinnungshemmende Medikamente, z.B. ASS)
  • virale Rhinitis („Schnupfen“)
  • längere Anwendung abschwellender Nasentropfen
  • Verletzungen der Nase, Nasenbeinbruch etc.
  • Gerinnungsstörungen (z.B. Hämophilie)
  • Fremdkörper in der Nase (z.B. Erbse, Nüsse, kleine Plastikteile eines Kinderspielzeugs etc.)
  • juveniles Nasenrachenfibrom
  • Morbus Rendu-Osler
  • Tumore der inneren Nase

Auch Schädigungen durch Kokainkonsum (Schnupfen) können zu Nasenbluten führen.

Bei Infektionskrankheiten mit Fieber (z.B. Grippe, Masern) ist Nasenbluten ebenfalls möglich. Begünstigt werden kann das Nasenbluten z.B. durch trockene Heizungsluft im Winter, „gereizte“ Nasenschleimhaut bei einer Erkältung oder einer allergischen Reaktion.

Was man selbst tun kann

Bei Nasenbluten können Betroffene bzw. Helfende folgende Maßnahmen setzen:

  • Ruhe bewahren, beruhigend auf Betroffene einwirken
  • mit aufrechtem Oberkörper sitzen und den Kopf leicht nach vorne beugen
  • beide Nasenflügel einige Minuten mit Daumen und Zeigefinger aneinanderdrücken (idealerweise 15 Minuten)
  • Nacken und/oder Stirne kühlen (z.B. mittels kaltem Umschlag, kalter Packung, Eisbeutel)
  • Blutdruck-Selbstmessung (falls vorhanden)
  • Lässt sich die Blutung nicht stoppen, eine Ärztin/einen Arzt kontaktieren
  • Liste mit den eingenommenen Medikamenten zum Arzt mitnehmen

Diagnose

Abhängig vom gesundheitlichen Zustand und der Ansprechbarkeit der/des Betroffenen werden Anamnese sowie verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Diagnose und Therapie des akuten Nasenblutens erfolgen oft parallel. Einerseits setzt die Ärztin/der Arzt Maßnahmen zur Stillung der Blutung, andererseits eruiert sie/er die Ursache.

Um erfolgreich die Blutung zu stillen, wird die Nase zumeist durch Absaugen von Blutklumpen befreit. Die Ärztin/der Arzt untersucht die Nase unter Zuhilfenahme eines Nasenspekulums (spezielles Instrument, mit dem die Nasenlöcher auseinandergehalten werden). Es kann auch – wenn notwendig – eine Endoskopie vorgenommen werden, dies vor allem, wenn die Blutungsquelle nicht eindeutig im vorderen Bereich lokalisiert werden kann.

Eine allgemeine körperliche Untersuchung ist Teil der Ursachenfindung. Relevant sind beispielsweise Blutdruckwerte, Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems, Blutwerte (Blutbild, Blutgerinnung) etc.

Weitere Untersuchungen können in seltenen Fällen veranlasst werden, z.B. Computertomographie, sehr selten Kernspintomographie oder Angiographie.

Therapie

Die Therapie zielt auf die Stillung der akuten Blutung ab. Zudem wird die dahinter stehende Ursache behandelt. Unter örtlicher Betäubung sucht die Ärztin/der Arzt mithilfe eines speziellen Instruments (Nasenspekulum) die Nase nach der Blutungsstelle ab. Leichtere Blutungen, die durch oberflächliche Gefäße entstehen und ausgemacht werden konnten, werden verödet (z.B. Verödung durch Silbernitrat oder Elektrokauter).

Lässt sich die Ursache nicht gleich feststellen und kann die Blutung nicht durch die genannten Maßnahmen gestoppt werden, werden Tamponaden gelegt (vordere Tamponade mit Gazestreifen (Mullstreifen), hintere Tamponade, Ballonkatheter). Entscheidend ist auch die Behandlung eventueller, dem Nasenbluten zugrunde liegender Erkrankungen – z.B. eines Bluthochdruckes oder die Korrektur einer medikamentös verursachten Gerinnungsstörung (ausgelöst z.B. durch blutverdünnende Medikamente).

Mitunter sind Infusionen bzw. ein operativer Eingriff notwendig, bei welchem die Blutungsquelle in Allgemeinnarkose endoskopisch aufgesucht und zuführende Gefäße innerhalb der Nase verödet werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind

  • Hausärztin/-arzt sowie
  • Fachärztinnen/-ärzte für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen (HNO). 

Je nach Ursache sind Ärztinnen/Ärzte weiterer Fachrichtungen beteiligt (z.B. für Innere Medizin). Bei schweren Blutungen und/oder Blutungen, die nicht gestillt werden können, kann der Transport in ein Krankenhaus notwendig sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Ärztliche Konsultationen sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen bei Nasenbluten werden normalerweise von dem zuständigen Krankenversicherungsträger übernommen.

Weitere Infos erhalten Sie beim für Sie zuständigen Krankenversicherungsträger.

Informationen zu Kostenübernahme bei Wahlärztin/-arzt, Selbstbehalt etc. erhalten Sie außerdem unter

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

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