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Ärztin untersucht Hals einer Patientin © Alexander Raths

Kehlkopfentzündung

Bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kommt es zur Entzündung der Schleimhaut des Kehlkopfes. Die Laryngitis kann akut oder chronisch auftreten. Bemerkbar macht sich eine Kehlkopfentzündung unter anderem durch Heiserkeit bis zur Stimmlosigkeit und Trockenheitsgefühl. Sie kann in jedem Alter vorkommen. Von einer bestimmten Form – dem Pseudokrupp – sind vor allem Kinder betroffen, genauso wie von der akuten Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) . . .

Kehlkopfentzündung – was ist das?

Zu einer akuten Entzündung des Kehlkopfes kommt es durch absteigende Entzündungen, die sich von den oberen Atemwegen ausbreiten (z.B. grippaler Infekt/Atemwegsinfekt, Rachenentzündung). Durch übermäßige Belastung der Stimme sowie Aufenthalt in trockenen und verrauchten Räumen kann es ebenfalls zu einer Kehlkopfentzündung kommen.

Eine chronische Entzündung des Kehlkopfes entsteht typischerweise durch Rauchen, oft gemeinsam mit starker Stimmbelastung. Weitere ursächliche Faktoren sind Alkoholkonsum und oberer Reflux, also das Austreten von feinen Magensäure-Nebeln aus der Speiseröhre in den Rachen. Seltener entsteht eine chronische Kehlkopfentzündung durch eine akute Kehlkopfentzündung, wenn diese nicht ausreichend auskuriert wird bzw. eine zu geringe Schonung erfolgt. Weitere Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen, z.B.

  • Arbeiten bei starker Staubentwicklung
  • Eingeschränkte bzw. erschwerte Atmung durch die Nase, chronischer Schnupfen, chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • falsche Stimmtechnik, Stimmstörungen
  • Inhalationssprays bei Asthma- und COPD-Patientinnen/Patienten

Bestimmte Entzündungen des Kehlkopfes bzw. Kehlkopfbereiches betreffen vor allem Kleinkinder bzw. Kinder. Zu einer akuten Entzündung im Bereich des Kehlkopfs kommt es beispielsweise bei Pseudokrupp. Bei einer Epiglottitis kann durch eine bakterielle Infektion mit Haemophilus influenzae – und aufgrund des dadurch entzündeten und verdickten Kehlkopfdeckels – der obere Atemweg verlegt werden und so ein schwerer Notfall eintreten.

Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter

Symptome einer Kehlkopfentzündung

Der Kehlkopf befindet sich am oberen Ende der Luftröhre. Er verschließt die Atemwege beim Schlucken. Auch an der Stimmbildung ist er beteiligt (Stimmlippen und Stimmbänder). Beschwerden einer Kehlkopfentzündung machen sich daher u.a. an der Stimme bemerkbar.

Die akute Laryngitis zeigt sich u.a. durch:

  • Heiserkeit bis zur Stimmlosigkeit (Aphonie)
  • Trockenheitsgefühl
  • Kitzeln und Brennen im Hals
  • Reizhusten und Räusperzwang
  • Schmerzen

Symptome einer chronischen Laryngitis sind u.a.:

  • Starke Heiserkeit, die über Wochen besteht
  • wechselnde Heiserkeit
  • Reizhusten
  • Trockenheitsgefühl

Diagnose einer Kehlkopfentzündung

Die Ärztin/der Arzt macht sich ein Bild vom gesundheitlichen Zustand der Patientin/des Patienten. Sie/er führt ein Anamnese-Gespräch und verschiedene Untersuchungen durch. Symptome bzw. Beschwerden geben Hinweise. Um den Kehlkopf genau zu untersuchen, führt die Ärztin/der Arzt eine Laryngoskopie durch. Mittels dieser Untersuchung kann die Ärztin/der Arzt Schleimhaut, Veränderungen, Auflagerungen sowie die Beweglichkeit der Stimmlippen beurteilen. Es werden zwei Formen unterschieden:

  • Indirekte Laryngoskopie
  • Direkte Laryngoskopie

Bei der indirekten Laryngoskopie wird die Zunge vorsichtig nach vorne gezogen. Mittels Spiegel (Kehlkopfspiegel) oder Endoskop kann die Ärztin/der Arzt vom Gaumenzäpfchen bzw. der hinteren Rachenwand aus auf den Kehlkopf blicken.

Bei der direkten Laryngoskopie wird ein spezielles Instrument (Laryngoskop, Endoskop) zum Kehlkopf oder in den Kehlkopf eingeführt. Diese Untersuchung wird unter Narkose vorgenommen. Eine direkte Laryngoskopie kann außerdem dazu genutzt werden, mittels Mikroskop und Endoskop mikrochirurgische Eingriffe vorzunehmen.

Unter Umständen werden weitere Untersuchungen veranlasst, z.B. Röntgen, CT, Ultraschall, Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben, weitere Laboruntersuchungen etc.

Therapie einer Kehlkopfentzündung

Die Therapie einer akuten Kehlkopfentzündung erfolgt durch:

  • Schonung der Stimme
  • Rauchverbot
  • Heiße Halswickel, warme Getränke
  • Feuchtigkeitsanreicherung in der Raumluft
  • Dampfinhalation (z.B. mit Wasserdampf und Kochsalz, Zusatz von Salbei oder Kamille)

Je nach Ausprägung können Kortison-Sprays, Antibiotika (bei bakterieller Entzündung) sowie weitere schmerz- und entzündungshemmende sowie schleimlösende Präparate verordnet werden. Zudem werden bestehende andere Erkrankungen berücksichtigt und behandelt (z.B. Nebenhöhlenentzündung, oberer Reflux).

Die Therapie einer chronischen Kehlkopfentzündung erfolgt durch:

  • Schonung der Stimme
  • Rauch-, Alkoholverbot
  • Meiden scharfer Gewürze
  • Dampfinhalation mit heißem Wasser und Emser Salz oder Sole

Zudem müssen zugrunde liegende Erkrankungen behandelt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie z.B. unter Reflux oder Nasennebenhöhlenentzündung.

Bei falscher Stimmtechnik werden logopädische Maßnahmen gesetzt (logopädische Übungen). Trockene, staubige sowie verrauchte Luft sollte generell (auch vorbeugend) gemieden werden. Vorbeugende Maßnahmen können helfen, Infekte zu vermeiden. Weitere Informationen zu vorbeugenden Maßnahmen hinsichtlich einer Erkältung finden Sie unter Grippaler Infekt: Diagnose & Therapie.

Ausführliche Informationen zur Raucherentwöhnung finden Sie unter Mit dem Rauchen aufhören.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpartner sind

  • Hausärztin/Hausarzt, 
  • bei Kindern zudem Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde,
  • Fachärztin/Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO). 

Außerdem können Logopädinnen/Logopäden involviert sein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für Diagnose und Therapie einer Kehlkopfentzündung werden normalerweise von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Informationen zur Kostenabdeckung bei Logopädinnen/Logopäden finden Sie unter Logopädin/Logopäde.

Weitere Informationen zu ev. Selbstbehalten und Kosten finden Sie außerdem unter:

Informationen erhalten Sie zudem bei dem für Sie zuständigen Krankenversicherungsträger. 

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