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Symbolfoto für menschliches Herz © abhijith3747

Herzmuskelerkrankungen: Was ist das?

Wenn der Herzmuskel erkrankt ist und nicht mehr einwandfrei funktioniert, können auch die Herzkammern nicht mehr ihre normale Kontraktionsleistung erfüllen und den Körper ausreichend mit Blut, das heißt mit Sauerstoff und Nährstoffen, versorgen. Herzmuskelerkrankungen können daher zu einer zunehmenden Herzschwäche und in der Folge auch zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod führen . . .

Erkrankungsformen

Obwohl die Einteilung nicht immer exakt abgrenzbar ist bzw. die Übergänge zwischen einzelnen Erkrankungsformen fließend sein können, werden zwei große Gruppen von Herzmuskelerkrankungen unterschieden:

  • Entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels (Myokarditis): Sie können durch Infektionen oder nicht-infektiöse Auslöser wie z.B. andere Erkrankungen oder bestimmte Giftstoffe entstehen. In manchen Fällen tritt eine Myokarditis auch ohne erkennbare Ursache („idiopathisch“) auf.
  • Nicht-entzündliche Veränderungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien): Sie sind entweder erblich bedingt oder werden v.a. durch Infektionen, Stoffwechselerkrankungen oder Gifte (z.B. Alkoholmissbrauch oder Einnahme bestimmter Medikamente) verursacht. Bei unbekannter Ursache spricht man von primären (idiopathischen) Kardiomyopathien, bei bekannter Ursache von sekundären (spezifischen) Kardiomyopathien. Diese spezifischen Formen treten in der Folge bestimmter anderer Erkrankungen auf, z.B. bei Herzklappenfehlern, Durchblutungsstörungen, unbehandeltem Bluthochdruck oder als Folge von Herzmuskelentzündungen. Diesen Formen kann besser vorgebeugt werden und lassen sich besser behandeln.

Primäre und sekundäre Kardiomyopathien werden nach ihrer jeweiligen Form bzw. Ausgestaltung in folgende Formen eingeteilt:

  • Dilatative Kardiomypathie (DCM),
  • hypertrophische Kardiomyopathie (HCM),
  • restriktive Kardiomyopathie (RCM),
  • arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC).

Symptome

Je nach vorliegender Form und dem Schweregrad der Herzmuskelerkrankung können die Beschwerden von milden, kaum wahrnehmbaren Beeinträchtigungen wie geringer Belastbarkeit, Müdigkeit, Luftnot oder Beinödemen bis zu Herzrhythmusstörungen, Symptomen zunehmender Herzinsuffizienz und Angina pectoris bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie plötzlichem Herzversagen reichen. Durch die Entstehung von Blutgerinnseln kann es z.B. zu Schlaganfall und Lungenembolien kommen.

Diagnose

Neben einer ausführlichen Anamnese ist eine körperliche Untersuchung erforderlich. Meistens folgen eine Laboruntersuchung, EKG und eventuell Langzeit-EKG, Herzultraschall, Röntgen des Brustkorbes, häufig auch eine Herzkatheteruntersuchung – gegebenenfalls mit Entnahme einer Gewebeprobe (Herzmuskelbiopsie). Dazu wird über eine große Vene (z.B. in der Leistenbeuge) ein Katheter eingeführt und über das Venensystem bis in das Herz vorgeschoben. Hier wird mit einer kleinen Zange eine geringe Menge Gewebe entnommen. In der Regel ist eine örtliche Betäubung an der Eintrittstelle des Katheters ausreichend.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung und der vorliegenden Herzmuskelerkrankung. Meist kommen Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz bzw. der Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. In schweren Fällen kann auch die Implantation eines speziellen Herzschrittmachers und/oder implantierbaren Defibrillators oder eine Herztransplantation erwogen werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Erkrankungen der Herzmuskulatur können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzfach Kardiologie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Für die Behandlung kann mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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