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Ultraschalluntersuchung beim Mann © bartekwarziak

Dilatative Kardiomyopathie

Als dilatative Kardiomyopathie (DCM) wird eine Erweiterung (Dilatation) einer oder beider Herzkammern bezeichnet. Sie ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankung. Pro 100.000 Einwohner treten jährlich etwa zwei bis drei Neuerkrankungen auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt zirka 40 Jahre. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Die Prognose verbessert sich jedoch dank der modernen Herzinsuffizienztherapie zusehends . . .

Ursachen

Eine DCM kann unbekannten Ursprungs (idiopathisch) sein oder durch verschiedenste Auslöser hervorgerufen werden, z.B.:

  • familiär-genetische Veranlagung (in etwa 20 Prozent der DCM-Fälle),
  • Infektionen, v.a. mit Viren (in etwa 60 Prozent),
  • Erkrankungen des Immunsystems,
  • toxisch: v.a. bei chronischem Alkoholmissbrauch,
  • andere Herzerkrankungen, z.B. Klappenfehler oder KHK.

Durch die schädlichen Einflüsse wird die Herzmuskulatur geschädigt und mit Narbengewebe durchsetzt. In der Folge kommt es zu einer Erweiterung der Herzhöhlen und somit zu einer Vergrößerung des Herzens. Der Herzmuskel (Myokard) selbst ist meist nur mäßig verdickt. Die Leistungsfähigkeit des Herzens sinkt, es kann weniger Blut in den Kreislauf gepumpt werden. Darüber hinaus verliert das Herz an Elastizität, was wiederum zu einer verminderten Füllung der Herzkammern führt. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Schädigung des Herzens.

Symptome

Viele Beschwerden einer dilatativen Kardiomyopathie entsprechen den Symptomen einer Herzinsuffizienz. Dazu gehören v.a.:

  • Leistungsminderung,
  • fortschreitende Atemnot,
  • Ödeme (u.a. an den Beinen und in der Lunge).

Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Herzschwäche verstärken und eine Angina pectoris auftreten. Herzrhythmusstörungen können bei schwerer Ausprägung zum plötzlichen Herztod führen. In den Herzhöhlen können sich Blutgerinnsel bilden und Schlaganfälle und Lungenembolien auslösen.

Diagnose

Zunächst werden im Arzt-Patienten-Gespräch die Beschwerden (z.B. nachlassende Belastbarkeit, Atemnot, Herzstolpern) erhoben. Es folgen eine körperliche Untersuchung sowie Herzultraschall (Echokardiographie), EKG und ein Röntgen des Brustkorbs. In manchen Fällen sind eine Herzkatheteruntersuchung sowie die Entnahme von Gewebeproben aus dem Herzmuskel erforderlich. Dazu wird über eine große Vene (z.B. in der Leistenbeuge) ein Katheter eingeführt und über das Venensystem bis in das Herz vorgeschoben. Hier wird mit einer kleinen Zange eine geringe Menge Gewebe entnommen. In der Regel ist eine örtliche Betäubung an der Eintrittsstelle des Katheters ausreichend.

Therapie

Vorrangige Ziele sind die Behandlung von etwaigen Grunderkrankungen sowie die Therapie der Herzinsuffizienz und der Herzrhythmusstörungen. Häufig ist auch eine medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung erforderlich, um der Entstehung von Blutgerinnseln und damit der Gefahr von Schlaganfällen und Lungenembolien vorzubeugen.

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, kann eine Herztransplantation in Erwägung gezogen werden. Als Überbrückung bis zu einer Transplantation werden zunehmend mechanische Pumpensysteme eingesetzt. Durch diese mechanische Entlastung kann es zu einer gewissen Erholung des Herzens kommen, sodass eine Transplantation auch nach Entfernung des Pumpensystems nicht mehr erforderlich ist. Auch die Implantation eines künstlichen Herzens ist in Ausnahmefällen bereits möglich.

Prognose

Die Erkrankung ist nicht heilbar. Je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz versterben etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung an den Folgen der Erkrankung. Die Prognose verbessert sich jedoch dank der modernen Herzinsuffizienztherapie zusehends.

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