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Zwei Senioren beim Spinning © Fotolia/Robert Kneschke

Herzinfarkt: Prävention

Was für die Patientin/den Patienten meist plötzlich und ohne Vorwarnung kommt, hat dennoch oft eine lange Vorgeschichte. Häufig sind Stress und ein ungesunder Lebensstil die Vorläufer eines Herzinfarktes. Gerade durch einen gesunden Lebensstil kann das persönliche Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, deutlich herabgesetzt werden. Die Hauptrisikofaktoren wie Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen sind zum Teil beeinflussbar . . .

Andere Risikofaktoren sind genetisch festgelegt und können nicht beeinflusst werden.
Das Herzinfarktrisiko steigt mit zunehmendem Alter, allerdings können auch junge Menschen davon betroffen sein. Insbesondere dann, wenn Risikofaktoren wie z.B. Übergewicht bereits seit dem Kindes- oder Jugendalter bestehen.

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Die Risikofaktoren müssen immer in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Nur bei Diabetes mellitus reicht allein das Bestehen der Erkrankung aus, um bereits das Herzinfarktrisiko deutlich zu erhöhen. In der Regel ist es jedoch ein Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren. Eine deutlich erhöhte Gefährdung besteht dann, wenn bereits direkte Verwandte einen Herzinfarkt hatten (familiäre Häufung). Deshalb werden die Risikofaktoren von der Ärztin/dem Arzt abgefragt und die Betroffene/der Betroffene über ihr/sein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) informiert.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt:
  • Hypercholesterinämie: Deutlich gesteigertes Risiko bei erhöhtem Gesamt- und LDL-Cholesterin; ein erhöhtes HDL-Cholesterin wirkt dagegen herzschützend.
  • Rauchen: 20 Prozent aller Fälle von koronaren Herzkrankheiten sind mit Rauchen assoziiert. Das Risiko steigt mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und der Anzahl der Jahre, in denen geraucht wurde. Das Risiko, einen Infarkt zu erleiden, ist zwei- bis fünfmal höher als für eine Nichtraucherin/einen Nichtraucher.
  • Bluthochdruck: Das Risiko steigt bei oberen Blutdruckwerten über 130 mm Hg und bei unteren Blutdruckwerten über 85 mm Hg linear an. Ausführliche Informationen finden Sie unter Bluthochdruck.
  • Diabetes mellitus: Aufgrund des erhöhten Blutzuckerspiegels liegt die Gefahr einer Gefäßverengung bei Diabetes generell vier- bis sechs­mal höher als bei Nichtdiabetikern.
  • Genetische Vorbelastung: Es besteht ein erhöhtes Risiko bei positiver Familienkrankengeschichte für kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlicher Herztod) von direkten Angehörigen.
  • Alter und Geschlecht: Das Risiko steigt bei Männern linear ab dem 30. Lebensjahr. Bei Frauen ist das Risiko vorerst geringer als bei Männern, nähert sich diesen ab Beginn der Wechseljahre durch den Wegfall der schützendem Eigenschaften der Geschlechtshormone jedoch rasch an.
  • Erhöhtes Körpergewicht und Bewegungsmangel: Gerade in Kombination mit den Risikofaktoren erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus und erhöhtes Cholesterin besteht ein hohes Herzinfarktrisiko.
  • Erhöhte Neigung zur Bildung von Thromben (z.B. bei Hyperfibrinogenämie): Besonders im Rahmen anderer Erkrankungen, wie z.B. bei Infektionen, Tumoren und starkem Übergewicht, kann eine Hyperfibrinogenämie auftreten.
  • Psychosoziale Faktoren: In sozial schwächeren Schichten treten Risikofaktoren wie Rauchen, erhöhter Blutdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus gehäuft auf, sodass diese Patientengruppe ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko trägt.

Regelmäßiger Vorsorgecheck

Das Herzinfarktrisiko steigt umso deutlicher an, je mehr Risikofaktoren gleichzeitig vorhanden sind. Die beste Möglichkeit, einem Infarkt vorzubeugen, besteht darin, veränderbare Risikofaktoren (z.B. Rauchen, Ernährungsweise, Bewegungsmangel) zu erkennen und zu minimieren. Mit dem Rauchen aufzuhören senkt die Zehn-Jahres-Sterblichkeit bereits um ca. 50 Prozent!

Die Vorsorgeuntersuchung kann hier eine wertvolle Unterstützung bieten. Bei diesem „Gesundheitscheck“ wird besonderes Augenmerk auf Risikofaktoren gelegt, die keine oder kaum Beschwerden verursachen (Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, beginnender Diabetes). Werden diese Risikofaktoren rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das Infarktrisiko deutlich verringert werden.

Weitere Informationen zum Thema Vorsorge finden Sie unter Vorsorgeuntersuchung.

Weitere Informationen finden Sie außerdem unter Rauchstopp, Ernährung und Bewegung.

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