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Älteres Ehepaar unterwegs beim Nordic Walking © contrastwerkstatt

Schaufensterkrankheit: Nachsorge & Rehabilitation

Ziel der Nachsorge nach lumeneröffnenden oder gefäßchirurgischen Therapien ist es, die verbesserte Durchgängigkeit der betreffenden Arterie zu erhalten und die Bildung von neuen Einengungen sowie von Thrombosen zu verhindern. Im Vordergrund steht dabei die medikamentöse Therapie mit Thrombozytenfunktionshemmern und Antikoagulantien. Weiters sollte die Patientin/der Patient regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen . . .

Strukturiertes Bewegungsprogramm

Die Patientinnen/Patienten sollten – soweit möglich – rasch in ein strukturiertes Bewegungsprogramm eingebunden werden. Zudem ist regelmäßige körperliche Aktivität anzustreben, insbesondere ein strukturiertes Gehrtraining unter – zumindest anfänglicher – Anleitung. Weiters wird ein selbständiges tägliches Intervall-Training über 60 Minuten mit fünf- bis 15-minütigen Belastungsintervallen – z.B. eine Variation mit Nordic Walking – empfohlen, wobei die Intensität bis zum Belastungsschmerz reichen soll.
 
Ein Patiententagebuch ist hilfreich, um den Therapieerfolg zu dokumentieren. Eingetragen werden sollten Gehstrecke, zurückgelegte Strecke, Zeit bis zum Auftreten von Schmerzen sowie die Trainingshäufigkeit. Dieses Tagebuch sollte der Ärztin/dem Arzt oder der Physiotherapeutin/dem Physiotherapeuten regelmäßig vorgelegt werden.

Rehabilitation nach Gefäßeingriffen und Amputationen

Ziel der medizinischen Rehabilitation ist es, Funktionseinschränkungen der betroffenen Gliedmaße wieder auszugleichen. Dabei kommen verschiedenste Methoden zum Einsatz, z.B.:

  • nichtmedikamentöse und medikamentöse Maßnahmen zur Verbesserung der Restdurchblutung der Extremitäten,
  • Gehtraining zur Ökonomisierung der Bewegungskoordination,
  • individuell erstelltes Muskeltraining,
  • krankengymnastische Behandlung,
  • orthopädische Zusatzversorgung und Hilfsmittel,
  • Prothesengebrauchsschulung bei hoher Amputation,
  • Behandlung postoperativer Narbenzustände, Ödeme und Schmerzzustände,
  • Behandlung von Gewebedefekten und Wunden,
  • Gesundheitsschulung (z.B. Rauchstopp).

Die gefäßmedizinische Rehabilitation gliedert sich in drei Phasen:

  • Phase I: Bereits im Krankenhaus wird mit Mobilisation, Krankengymnastik und gegebenenfalls physikalischer Entstauungsbehandlung bei Lymphödem.
  • Phase II: Nach Einstufung der Leistungsfähigkeit der Patientin/des Patienten wird ein individueller Rehabilitationsplan erstellt. Dieser wird gemeinsam von Ärztinnen/Ärzten und nichtärztlichen Fachbereichen (z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, Orthopädietechnik etc.) in einer stationären Rehabilitationsinstitution umgesetzt.
  • Phase III: Die Patientin/der Patient ist in ihrer/seiner häuslichen Umgebung und nimmt ambulant an Behandlungsverfahren wie z.B. Gehübungen, Krankengymnastik, Gefäßsport etc. teil, um den erreichten Rehabilitationsstand zu sichern oder zu verbessern.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Nachsorge bei endovaskulären oder gefäßchirurgischen Eingriffen sind die Hausärztin/der Hausarzt bzw. die Gefäßmedizinerin/der Gefäßmediziner zuständig. Die Einleitung einer stationären oder ambulanten Rehabilitation erfolgt entweder von der behandelnden Krankenhausärztin/dem Krankenhausarzt oder von der Hausärztin/dem Hausarzt.

Um Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, müssen Betroffene einen Rehabilitationsantrag stellen. Für die Bewilligung der medizinischen Rehabilitation sind unterschiedliche Sozialversicherungsträger zuständig:

  • Unfallversicherungsträger (z.B. AUVA),
  • Pensionsversicherungsträger (z.B. PVA),
  • Krankenversicherungsträger.

Nähere Informationen rund um Rehabilitation finden Sie unter Reha und Kur.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Um Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu erhalten, müssen Betroffene einen Rehabilitationsantrag stellen. Für die Bewilligung der medizinischen Rehabilitation sind unterschiedliche Sozialversicherungsträger zuständig.

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